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Zum „Tag des Baumes“ am 25. April 2022

Alles, nur keine großen Bäume!

Bäume in einem Park
Foto: Horst Schunk

 

(17.4.2022) Alles, nur keine großen Bäume! Dieses Denken hat sich in unserer Gesellschaft verfestigt. Es gibt zwischenzeitlich Leute, die uns erzählen wollen, alles sei besser geworden, dass es immer weniger Schottergärten gäbe und das die Menschen „freiwillig“ in ihren Gärten vermehrt natürliche Grün pflanzen und auch erhalten. Wenn es nur so wäre - ein schöner Traum.


Vieles darf in modernen Vorgärten und Gärten Einzug halten, Plastikkitsch, Metalltiere, Steinbrocken, Kunststoffwände,Tonnen von Kies, Beton, Unmengen von Kugel-Buchs im Töpfchen, rechts und links neben den Haustüren, auf versiegeltem Betonboden. Nur eben keine „richtigen“ Bäume mehr. Längst kann der Kugelbuchs auch in Plastik-Ausführung erworben werden. Als gäbe es keine passenden Gartengehölze, als habe man vergessen, welche Vielfalt von Bäumen und lebenden Hecken zu bekommen und zu pflanzen ist. Und ohne zu ahnen, was diese Gehölze für uns Menschen tatsächlich leisten.

 

Sogenannter Schottergarten
Foto: Horst Schunk


Alles, nur keine Bäume! Wenig verwunderlich, wird doch häufig nur dann über sie berichtet, wenn sie im Orkan gefallen oder wenn Menschen an sie gerast sind.
Die Mode, Landschaftsbäume kleinzuschneiden, führt zu dauerhaften Wunden, an denen es im Laufe der Zeit zu faulen beginnt. Und irgendwann sind diese verstümmelten Gehölze dann Patienten. Jede Baumart besitzt ihre

Foto: Horst Schunk

spezifische Form, nur scheint das vergessen. Und die Sorge, dass Bäume, falls man sie nicht kappt, immer weiter wachsen, in unendliche Höhen ohne Begrenzung, das ist ein Märchen, entstanden aus Unwissenheit. Es gibt eben Bäume, die blei-

ben artspezifisch eher klein und es gibt Bäume, die werden groß. Doch wenn sie ihr natürliches Höhenwachstum erreicht haben, dann war es das auch.


Städte und Gemeinden, Straßen- und Wasserwirtschaftsäm-

ter, die Landwirtschaft, sie alle helfen seit Jahren mit beim übermäßigen Fällen, Roden und Verstümmeln. Das Versie-

geln und Verbauen des Landes lässt Bäumen häufig keinen ausreichenden Raum zum gesunden Wachstum.
Kein Platz für „wilde Bäume“? Die machen Dreck, Arbeit, Schatten, sie nehmen Platz weg, sie behindern die Sicht.
Eine gängige Meinung. Nichts ist besser geworden in den vergangenen Jahren. Und vielerorts gibt es Bäumen gegenü-

ber regelrechten Hass.


Also, alles nur keine Bäume! In Baumärkten und Garten-

centern wird kaum noch für Landschaftsbäume oder hochstämmige Obstgehölze geworben. Wer sich wenig auskennt, weiß gar nicht mehr, wo es Bäume in ihrer Vielfalt zu kaufen gibt. Und wie die tatsächlich aussehen, bzw. irgendwann aussehen können.
Irgendwie ist alles ein wenig seltsam geworden. Die Autos werden immer größer, immer fetter, doch Bäume müssen, falls sie stehen bleiben dürfen, immer kleiner werden.


In freier Natur werden sogar Waldränder vom Gehölz-Saum „befreit!“. Häufig sieht man Waldränder, wo auf mehreren hundert Metern Hecken und Sträucher beseitigt wurden. Natürlich vor dem 1. März, so steht es im Gesetz. Doch das nützt den Vögeln und anderen Kleintieren auch nicht weiter, wenn sie nach dem 1. März Lebensräume benötigen und suchen. Feldgehölze werden weggeräumt, großen Landmaschinen damit Platz gemacht. An Gewässern wurden in den vergangenen Jahren fast alle Großbäume beseitigt, damit kein Laub ins Wasser fällt. Natürlich nennen sich diese Baumabsäger „Naturschützer“.

 

Abholzung
Foto: Horst Schunk


Beim Verkehrssicherungsschnitt wird weit mehr beseitigt, als unbedingt nötig. Dann heißt es lapidar, “ach, das ist ein wenig heftig ausgefallen“. Trotzdem jeden Winter die gleichen Vorkommnisse. Unsere Kulturlandschaften wirken immer ausgeräumter. Und wenn man nach Gründen fragt, die das immense Fällen im Nachhinein rechtfertigen könnten, heißt es: „Die waren krank, überaltert, gefährlich“. Das können allerdings nur Fachleute feststellen. Die spart man sich gerne und häufig.

 

Blühstreifen
Foto: kes


Die hübschen, vereinzelten Blühstreifen helfen nur dann, wenn sie ineinander greifen, wenn blühende Hecken, Bäume und Sträucher ebenfalls ihren Nutzen für Insekten entfalten dürfen. Gemeinsam mit den gut gemeinten Blühstreifen.
Interessant sind derzeit die vielfältigen Beiträge, Reden und Meldungen über die Notwendigkeit des Grüns in den Kommunen ebenso wie in allen Wäldern der Erde. In der Praxis jedoch hat sich noch viel zu wenig positiv geändert. Dies sieht man an den zahlreichen, im Winter gefällten, gekappten und verstümmelten Bäumen. In beinahe jeder Straße gibt es die zu sehen.


Alles, nur keine Bäume? Doch! Und jetzt erst recht!


Auch wenn sich viele Menschen kaum interessieren, nichts über den Wert der Gehölze wissen: Wir brauchen die Bäume trotzdem, für heute und vor allem für morgen !
Klimabäume, Futterbäume, Wohlfühlbäume, Honigbäume, Jubiläumsbäume, Hausbäume, Zukunftsbäume! Die Auswahl, die Möglichkeiten sind enorm. Für jede Gartengröße, für jeden Standort gibt es die passenden Gehölze, natürliche Stauden sowie Blumen. Damit auch in den Gärten Natur wieder eine Chance erhält. Gärten, auch Vorgärten, können mehr sein als der Präsentierteller für die neuesten Gartendekorationen und Supergrillanlagen. Gärten können, ja sollten Lebensräume sein, für Mensch und Tier gleichermaßen. Kleinklimaanlagen sozusagen.
Jetzt zum „Tag des Baumes“ am 25. April muss daran erinnert und angepackt werden.

(Horst Schunk)




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