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Waldzerstörung auf Pazifik-Inseln

Gründe für die unterschiedliche Waldzerstörung auf Pazifik-Inseln untersucht

 

Osterinsel. Foto: Hugo Leroy, Pixabay

Osterinsel. Foto: Hugo Leroy, Pixabay


(3.5.2021) Während andere Pazifik-Inseln wie Samoa oder Tonga bis heute relativ große Waldflächen haben, wurde der Wald auf der Osterinsel bereits vor mehreren Jahrhunderten vollständig zerstört. Seit langem wird die Frage untersucht, warum die Waldzerstörung auf den verschiedenen Pazifik-Inseln so unterschiedliche Ausmaße hatte. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom RheinAhrCampus der Hochschule Koblenz, der University of St. Andrews und der Universität Salzburg haben nun die Daten von 67 Pazifik-Inseln mit neuen statistischen Methoden ausgewertet.

 

„Die Osterinsel ist ein Extremfall der Waldzerstörung“, berichtet Markus Neuhäuser, der am Remagener RheinAhrCampus der Hochschule Koblenz als Dekan den Fachbereich Mathematik und Technik leitet. Der Biomathematiker hat selbst einige Jahre auf einer Pazifik-Insel gelebt, Neuseelands Südinsel, während er an der University of Otago in Dunedin lehrte. Die Thematik interessiert ihn also auch ganz persönlich. Er verweist auf den Bestseller „Kollaps“ von Jared Diamond, Professor an der University of California in Los Angeles, der das Phänomen im Detail beschreibt und dabei die Parallelen zwischen der Osterinsel damals und der globalisierten Erde heute hervorhebt: Wie die Erde im Weltall, liegt die Osterinsel im Pazifik isoliert. Diamond und andere Forscher untersuchten die Frage, warum die Waldzerstörung auf den verschiedenen Pazifik-Inseln so unterschiedliche Ausmaße hatte.

 

Wald auf Rarotonga, eine der Cook Inseln im zentralen Südpazifik. Foto: Markus Neuhäuser
Wald auf Rarotonga, eine der Cook Inseln im zentralen Südpazifik. Foto: Markus Neuhäuser

 

Über die Ergebnisse wird in der Fachzeitschrift Forest Ecology and Management berichtet. Teilweise wurden die bisherigen Ergebnisse bestätigt, es konnten jedoch auch weitere Risikofaktoren identifiziert werden. Demnach ist der Einfluss von ökologischen und geographischen Parametern besonders groß: Die Waldzerstörung war umso größer, je geringer Regen und Tephra (unverfestigte pyroklastische Ablagerungen) sind, je kleiner eine Insel ist und umso weiter sie vom Äquator entfernt liegt.


Die Osterinsel hatte daher sehr ungünstige Rahmenbedingungen. Kulturelle Faktoren spielten aber ebenfalls eine Rolle: Bewässerung in der Landwirtschaft fördert die Waldzerstörung, individueller Landbesitz hat dagegen eine schützende Wirkung. Den stärksten Einfluss hatte die Regenmenge, was in einer Zeit des Klimawandels mit veränderten Regenmengen und sommerlichen Dürreperioden als Warnung gesehen werden sollte.

 

Untersucht wurde auch, welche Faktoren einen Austausch einheimischer Baumarten mit eingeführten Arten begünstigten. Auch hier spielt die Bewässerung eine Rolle, aber stärkere Einflussfaktoren sind die Größe der Insel, das Vorhandensein von Hügeln und angewehtem kontinentalen Staub sowie erneut Tephra.
(HS Koblenz)

 

Originalpublikation:
Alina Schenk, Markus Neuhäuser, Graeme D. Ruxton, Arne C. Bathke.
Predictors of pre-European deforestation on Pacific islands: A re-analysis using modern multivariate non-parametric statistical methods. doi.org/10.1016/j.foreco.2021.119238

 

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Hochschule Koblenz






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