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Fachgerechte Entfernung abgestorbener Baumteile

In der ganzheitlichen Baumpflege zählt die Totholzentfernung zu den elementaren Maßnahmen

 

Astwerk mit Totholz in der Baumkrone

Foto: Michael Gaida, Pixabay

 

(28.6.2021) Es ist eine altbekannte Annahme, dass sich alle Körperzellen innerhalb von sieben Jahren vollständig erneuern. Mit diesem vereinfachten Denkansatz wird versucht, die Komplexität physiologischer Vorgänge in einen zeitlichen Rahmen zu setzen. Aus rein wissenschaftlicher Sicht mag diese Theorie allzu oberflächlich und damit unzureichend sein. Jedoch macht sie einen grundlegenden Aspekt lebender Organismen deutlich – sie entwickeln sich konstant weiter. Auch, wenn sie längst ausgewachsen scheinen.

 

Genau wie der menschliche Körper befinden sich Bäume in einem stetigen Wandel. Zellen wachsen, bilden Gewebe, altern, gehen ein und werden durch neue ersetzt. Ein zyklischer Prozess, der bei vielen Bäumen leicht am Laub zu beobachten ist. Natürlich wachsen und fallen nicht nur Blätter und Früchte, sondern auch Zweige und Äste. Sei es aufgrund bauminterner Vorgänge oder externer Faktoren: Im Rahmen der ganzheitlichen Baumpflege zählt die Totholzentfernung zu den elementaren Maßnahmen.

 

Ursachen der Totholzbildung

 

In der freien Natur wachsen, entfalten und regulieren Bäume sich selbst. In besiedelten Gebieten wie Berlin bedürfen sie schon aus sicherheitstechnischen Gründen zusätzlicher Pflege – darunter der Baumschnitt und die Totholzentfernung. Stehendes Totholz, sprich ein abgestorbenes Baumteil, erkennt man beispielsweise daran, dass es während der Vegetationsperiode kein Laub trägt. Im Gegensatz zum aktiven Gehölz wird es nicht mehr mit Nährstoffen versorgt und trocknet aus. Je nach Größe und Außeneinwirkung fallen die abgestorbenen Äste oder Zweige nach einer gewissen Zeit letztlich ab. Auch abgestorbene Stämme und Wurzeln werden zum Totholz gezählt.

Die Ursachen für die Totholzbildung sind vielfältig. Auf der einen Seite handelt es sich um einen baumphysiologischen Prozess. Im Hinblick auf seine Versorgung und Entwicklung ist ein Baum darauf erpicht, wichtige Nährstoffe möglichst optimal zu verteilen. Erfordern bestimmte Baumteile übermäßig viele Nährstoffe – zum Beispiel, wenn sie stark verschattet sind – lässt er sie notfalls absterben. Dabei spielt auch der natürliche Alterungsprozess eine entscheidende Rolle. Auf der anderen Seite können externe Faktoren die Bildung von Totholz begünstigen. Darunter Baumkrankheiten, Schädlinge sowie mechanische Einwirkungen, die einen Vitalitätsverlust mit sich führen.

 

Ziele der professionellen Totholzentfernung

 

Neben der regelmäßigen Kontrolle zählt auch der Baumschnitt zu den wichtigsten Mitteln, um einen Baum gesund und sicher zu erhalten. In diesem Zusammenhang verfolgt die Totholzentfernung mehrere Ziele. Indem abgestorbene Baumteile fachgerecht abgeschnitten werden, werden mögliche Eintrittsstellen für Schädlinge sowie Krankheiten entfernt und somit das Risiko für einen Befall reduziert. Gleichzeitig erhalten die benachbarten Baumteile mehr Licht, sofern es zuvor vom Totholz blockiert wurde. Um das versehentliche Abtragen gesunder Äste und Zweige zu vermeiden sowie einen sauberen Schnitt sicherzustellen, sollte die Totholzentfernung von professionellen Baumdiensten umgesetzt werden.

 

Vor allem wird diese Maßnahme im Baumschnitt aber durchgeführt, um die Verkehrssicherheit des Baumes bestmöglich zu gewährleisten. Herabfallende Baumteile können körperliche als auch materielle Schäden anrichten. Sei es durch Starkwinde, schwere Niederschläge, eine hohe Schneelast oder auf natürlichem Wege: Das ohnehin geschwächte Totholz stellt eine wesentliche Gefahrenquelle dar. Besonders bei schweren, bruchgefährdeten Baumteilen ist daher ein frühzeitiges Eingreifen von großer Wichtigkeit.

(Baumpflege Kasper)




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