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Spektakuläres Baumblühen

Mastjahre (Vollblüte) gut für den Wald

Eichenblüte
Foto: Pixabay

 


(30.5.2022) Feiner gelber Staub liegt auf Gartenmöbeln, Balkonen und Autos. Ist das schon wieder Saharastaub? Tatsächlich werden die gelben Pollenwolken von unseren Waldbäumen produziert, aktuell vor allem von den Baumarten Esche, Eiche, Buche und Fichte, die alle im selben Jahr ein sogenanntes „Mastjahr“ (Vollblüte) aufweisen, ein immer häufigeres Ereignis.

 

Die Pollen werden von den Bäumen an die Luft abgegeben und bestäuben Paarungspartner in weiter Entfernung. Aktuell ist in ganz Europa ein außergewöhnlich intensives Blühen vieler Waldbaumarten zu beobachten. „Warmes Wetter und die vergleichsweise guten Niederschläge im letzten Sommer haben die Ressourcen vieler Bäume aufgefüllt und zu einem guten Ansatz an Blütenknospen geführt, denn unsere Waldbäume blühen nicht jedes Jahr gleich stark.“ Peter Mayer, Leiter des BFW

Jede Baumart folgt einem eigenen, mehrjährigen Blühzyklus. Der Klimawandel scheint die Blühzyklen der europäischen Waldbaumarten verändert zu haben. Insgesamt sind die zeitlichen Abstände zwischen den Mastjahren kürzer geworden. Dies unterstützt natürliche Anpassungsprozesse, fördert aber auch die natürlichen Fressfeinde der Jungpflanzen und Samen, wie zum Beispiel Mäuse und Insekten.

 

Mastjahre gut für den Wald

 

Für die Forstwirtschaft sind vermehrte Mastjahrezunächst ein Grund zur Freude: Die Qualität des Saatguts und der daraus wachsenden Jungpflanzen ist meist besonders gut. Zum einen ist der Saatgutverkauf für die Forstbetriebe ein guter Zuverdienst, zum anderen steuern diese durch die Beerntung der Waldbäume zur Anpassung unserer Wälder an den Klimawandel bei.

„Die Jungpflanzen aus diesem Jahr tragen eine besonders hohe genetische Vielfalt in sich und können zu stabilen, gesunden Wäldern heranwachsen.“ Heino Konrad, Waldgenetiker am BFW

Das üppige Blühen ist allerdings noch kein Garant für eine gute Ernte. Klimakapriolen wie Spätfröste, ausbleibende Niederschläge im Sommer, aber auch Hagelereignisse können die Mast zumindest regional schmälern. Derzeit wird der Zusammenhang von Klimaparametern, Blühverhalten und Saatgutproduktion in einem vom Waldfonds der Republik Österreich geförderten Projekt (FORSEE) von der BOKU Wien und dem Bundesforschungszentrum für Wald untersucht.

 

Saatguternte aus den besten Beständen

 

Sind die Bestände sehr vital und zeigen überdurchschnittliche Wuchseigenschaften, können diese als Saatguterntebestände nach Begutachtung durch das Bundesamt für Wald für die Saatguternte zugelassen werden. Beerntungen werden auch durch das Programm der Ländlichen Entwicklung gefördert. Um noch einen weiteren Qualitätssprung des verfügbaren Pflanzgutes zu erreichen, wird derzeit am BFW das Projekt „PlusBaum“ umgesetzt (gefördert von Bund, Ländern und der Europäischen Union). Hier werden in bereits ausgewählten Erntebeständen zusätzlich die besten Bäume markiert und sollen auch waldbaulich gefördert werden, damit sie reichlich fruchten. Durch die gezielte Beerntung dieser „Plusbäume“ soll langfristig eine deutliche Qualitätssteigerung in den Wäldern erreicht werden.
(Christian Lackner, BFW)


Link
Bundesforschungszentrum für Wald (BFW)


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