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Rußrindenkrankheit in Berlin

Bekämpfung bislang nur durch Baumfällung möglich


Rußrindenkrankheit am Ahorn. Abblätterung der Rinde. Foto: StromBer, Wikimedia Commons, CC0 1.0

Rußrindenkrankheit. Abblättern der Rinde an einem Ahorn. Foto: StromBer, Wikimedia Commons, CC0 1.0

 

(12.11.2020) Berlin ist eine der grünsten Hauptstädte Europas. Mit ihrer großen Baumvielfalt lädt die Metropole zum Erholen in malerischen Parkanlagen ein. Unter den hiesigen Baumgattungen reiht sich der Ahorn als feste Größe im Bestand ein – nur die Linden sind als Straßenbäume noch häufiger anzutreffen.

 

So wichtig die Ahornbäume für das Berliner Stadtbild sind, werden sie seit geraumer Zeit von der Rußrindenkrankheit befallen. Eine Pilzinfektion, die 2005 erstmals in Baden-Württemberg nachgewiesen wurde und sich seither bundesweit verbreitet. Da bislang keine erfolgreiche Behandlung bekannt ist, stellt die Baumfällung die einzige Möglichkeit dar, um die Ausbreitung einzudämmen.

 

Geschwächte Bäume sind besonders anfällig

 

Bei der Rußrindenkrankheit handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die ihren Ursprung in Nordamerika hat und durch die Schlauchpilzart „Cryptostroma corticale“ hervorgerufen wird. Die Sporen des Schwächeparasiten lagern sich zunächst auf der Ahornrinde ab und dringen über Schad- und Schwächestellen ein. Als Endophyt kann der Erreger lange auf gesunden Bäumen überdauern, bis sich eine Infektionsmöglichkeit eröffnet. Übermäßige Trocken- und Hitzeperioden, wie sie in den vergangenen Jahren aufgetreten sind, schwächen die Bäume und begünstigen so die Ausbreitung in das Holzinnere. Junge Bäume sind besonders anfällig für den Trockenstress, da ihre Wurzeln nicht so tief in die Erde reichen wie bei älteren Exemplaren. Für einen gesunden und widerstandsfähigen Baumbestand ist es in niederschlagsarmen Sommern umso wichtiger, eine ausreichende Wasserversorgung sicherzustellen.

 

Sobald der Erreger in den Holzkörper eingedrungen ist, breiten sich die fadenförmigen Pilzzellen aus. Seitens des Baumes findet daraufhin eine Abschottungsreaktion statt, um die gesunden Bereiche von den infizierten möglichst abzutrennen. Die Nährstoffversorgung verschlechtert sich nach und nach: Während sich das Baumsterben über mehrere Jahre hinwegziehen kann, treten die ersten sichtbaren Symptome nach kurzer Zeit ein. Je nach Krankheitsstadium zählen die Blattwelke und Bildung von Wasserreisern, der Austritt dunklen Pflanzensaftes, eine kahle Baumkrone, Kambiumnekrosen sowie Längsrisse an der Rinde zum Schadbild. Durch das Abblättern der Rinde wird die staubige, rußähnliche Sporenschicht sichtbar und kann sich über Wind, Wasser und Tiere weiter verbreiten. Aufgrund der einsetzenden Weißfäule verlieren die abgestorbenen Bäume ihre Standfestigkeit, welche eine Baumfällung notwendig macht.

 

Bekämpfung bislang nur durch Baumfällung möglich

 

Seit 2013 konnte das Pflanzenschutzamt Berlin bereits mehrere hundert Fälle am Berg- und Spitzahorn im Stadtgebiet bestätigen. Die Rußrindenkrankheit ist in das öffentliche Interesse gerückt, da sie nicht nur für Bäume, sondern auch für Menschen schädlich sein kann. Atmet man die Sporen in hohen Konzentrationen ein, können sie zu Reizhusten, Atemnot und Fieber führen. Für gesunde Spaziergänger und Passanten bestehe zwar keine Gefahr, jedoch erhöht sich das Krankheitsrisiko bei mehrfachem und intensivem Kontakt. Weil bislang keine erprobte Bekämpfungsmaßnahme bekannt ist, müssen erkrankte Bäume gefällt und entsorgt werden. Einerseits, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und Schäden durch Bäume vorzubeugen – andererseits, um die Ausbreitung der Rußrindenkrankheit auszubremsen.

 

Sei es in Berlin oder anderorts: Eine fachgerechte und sichere Baumfällung sollte stets von qualifizierten Experten durchgeführt werden. Erkrankte Bäume stellen besondere Anforderungen an die Baumfäller. Damit sie die Sporen nicht einatmen, muss eine entsprechende Schutzkleidung bei der Baumfällung getragen werden. Während sich die Baumfäller selbst schützen müssen, gilt es gleichzeitig, die Ausbreitung auf andere Bäume zu verhindern. So kann Niederschlag am Tag der Baumfällung oder die zusätzliche Befeuchtung der Bäume dazu beitragen, den Sporenflug einzudämmen. Auch bei der Entsorgung ist darauf zu achten, dass das infizierte Holz abgedeckt oder in geschlossenen Behältern abtransportiert wird.
(goodRanking)


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Baumpflege Kasper GmbH


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