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Reaktion auf den Klimawandel

Chancen und Risiken nichtheimischer Baumarten

Forstbotanischer Garten der TU-Dresden
Forstbotanischer Garten Tharandt. Foto: Karl J. Donath / TU Dresden

 


(12.11.2022) Viele heimische Baumarten kommen mit den klimatischen Veränderungen der letzten Jahre nicht gut zurecht. Die Lösung könnten Baumarten aus Regionen sein, die ein Klima aufweisen, das uns in Europa bevorsteht. Gebietsfremde Baumarten werden deshalb sowohl in der Stadt als auch im Forst in den nächsten Jahren zunehmend in den Fokus rücken.

 

„In den Städten werden wir auf nicht-heimische Baumarten setzen müssen“, ist sich Dr. Ulrich Pietzarka sicher. Besonders Bäume in den Stadtzentren und entlang von Straßen sind hier schon jetzt betroffen, da sie für Extremwetterlagen wie anhaltende Trockenheit und Hitze nicht gewappnet sind. Im Forstbotanischen Garten in Tharandt, dessen wissenschaftlicher Leiter Pietzarka ist, werden Baumarten erforscht, die besser an die aktuellen Klimaveränderungen angepasst sind.

 

Dr. Ulrich Pietzarka im Forstbotanischen Garten Tharandt. Foto: Karl J. Donath / TU Dresden
Dr. Ulrich Pietzarka im Forstbotanischen Garten Tharandt. Foto: Karl J. Donath / TU Dresden

 

Im Nordamerika-Teil des Gartens stehen Pflanzen aus Regionen, die ein Klima aufweisen, das auch für Europa vorausgesagt wird. Einige Arten erscheinen vielversprechend: Amberbaum, Rotahorn oder Tupelobaum könnten sich schon bald vermehrt im Stadtbild wiederfinden. „Sie sind robuster gegen Trockenheit und weisen zudem eine besonders dekorative Färbung im Herbst auf“, so der Forstwissenschaftler Pietzarka, der ergänzt, dass „nicht-heimische Baumarten seit Jeher zu unserer Gartenkultur gehören.“

 

Amberbaum
Amberbaum. Foto: Karl J. Donath / TU Dresden

 

Im Forst dagegen wird der Anteil nicht-heimischer Arten wohl geringer ausfallen. Doch auch hier suchen die Forstwissenschaftler:innen der TU Dresden nach leistungsfähigen und robusten Arten aus Nordamerika. Die bereits etablierte Douglasie, die Kalifornische Flusszeder oder die Coloradotanne sind hier Optionen. Sicher ist aber, dass die Fichten-Monokulturen der Vergangenheit angehören.

 

Rotahorn. Foto: Karl J. Donath / TU Dresden
Rotahorn. Foto: Karl J. Donath / TU Dresden

 

Erforscht werden im Forstpark in Tharandt aber auch die Risiken, die mit fremden Baumarten einhergehen. Sollten sich die Pflanzen als invasiv herausstellen, könnte sie in andere Umweltsysteme eindringen und diese negativ beeinflussen. Untersucht wird auch, ob die Bäume Gefahren für die Infrastruktur darstellen oder ihre Pollen Allergien verursachen. Ziel der Forschung ist es, diese Risken frühzeitig zu erkennen und bestenfalls voraussagen zu können.
(Anne-Stephanie Vetter / TU Dresden)

 

Weitere Informationen:

Mehr über die Chancen und Risiken gebietsfremder Bäume erzählt Dr. Ulrich Pietzarka in unserer »Kurze Frage« auf dem YouTube-Kanal »TU Dresden entdecken«



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