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Nichtheimische Baumarten in der Stadt

Neue Broschüre des internationalen Projekts ALPTREES

 

 Schwarznuss Juglans nigra
Foto: Pixabay

 

 

(1.9.2022) Bäume und Grünflächen mitten in der Stadt sind nicht nur ästhetisch wunderschön, sie senken unter anderem in der Stadt die Temperatur ab, schützen vor Überschwemmungen und speichern CO2. Häufig kommen hierbei auch nichtheimische Baumarten zum Einsatz, die durch ihre besondere Optik oder höhere Toleranz gegenüber Schadstoffen oder Streusalz eine Ergänzung zu heimischen Arten darstellt. Doch neben den vielen positiven Aspekten gibt es leider auch negative: Durch die Schnellwüchsigkeit von nichtheimischen Baumarten können diese vereinzelt die heimischen Bäume verdrängen. Im Rahmen des internationalen Projekts ALPTREES wurde ein Handbuch zum Umgang mit nichtheimischen Baumarten in der Stadt veröffentlicht.

 

Titelblatt des Handbuchs
Foto:ALPTREES

Im Projekt ALPTREES wurden mehr als 520 nichtheimische Baumarten im Alpenraum erhoben. Ein Großteil davon befindet sich in der Stadt. Der Klimawandel spielt in unserer heutigen Zeit eine große Rolle. Die Temperatur steigt, es regnet weniger, die Bäume leiden unter Wassermangel und so entsteht Trockenstress. Da können die nichtheimischen Baumarten aushelfen, da diese meist besser an das warme Klima gewöhnt sind.

In Städten wird die Wärme zusätzlich noch stärker wieder an die Luft abgegeben als in Wäldern. Deshalb unterstützen Bäume und Wälder in der Stadt ein angenehmeres Klima und verbessern die Luft. Laut einer Studie wird die Anzahl der Hitzetage im Zeitraum 2021-2050 drastisch ansteigen. Daher ist es wichtig, jene Baumarten auszuwählen, die in städtischen Gebieten künftig gut zurechtkommen.

 

Invasivität in der Stadt besser steuerbar

 

Nichtheimische Bäume wurden nach Europa gebracht, weil sie als hohe, prächtige Bäume einen großen Erholungswert haben und an das Stadtklima angepasst sind. Jedoch haben sie den Nachteil, dass sie wegen ihrer Schnellwüchsigkeit heimische Arten verdrängen können. Nur 5 % aller nichtheimischen Baumarten sind invasiv. Die Invasivität ist in der Stadt besser kontrollierbar als beispielsweise im Wald, weil sie nicht so viel Platz für die Weiterverbreitung haben. In der neuen Broschüre werden die Auswirkungen des Klimawandels auf Stadtbäume, ihre Trockenresistenz sowie rund 50 nichtheimische Baumarten in Portraits vorgestellt.

Im Hinblick auf das Baumartenmanagement ist es bedeutend, dass jede Stadt ihre eigene Strategie und ihren eigenen Umsetzungsplan für die grüne Infrastruktur hat. In der Broschüre werden Fallbeispiele aus Trient, Klagenfurt, Maribor, Freiburg und Preddvor vorgestellt.

 

Umfangreiches Informationsportal von ALPTREES

 

Das Projekt ALPTREES (Code ASP791) wurde von der Europäischen Kommission im Rahmen des INTERREG Alpine Space Förderprogramm kofinanziert. Des Weiteren wurden Bestimmungs- und Managementhandbücher, die als Download zur Verfügung stehen, sowie ein Onlinekurs zu nichtheimischen Baumarten erstellt.
(Christian Lackner, BFW)

 

Links:
ALPTREES Open Knowledge Hub und Onlinekurs


Downloads:
Broschüre "Nichtheimische Baumarten in der Stadt" (PDF, 4,36 MB)
Studie „Die grüne Stadt aus forstlicher Sicht“ (PDF, 12,5 MB)




 

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