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Mit „braven Schwammerln“ zum schönsten Christbaum

Wie sich der Pilz Trichoderma harzianum auf die Qualität der Nordmannstannen auswirkt

 

Nordmann-Tanne Zweig
Foto: Felix Mittermeier, Pixabay


(28.12.2020) Der nach dem finnischen Botaniker Alexander Nordmann benannte Nadelbaum mit seinen dichten Nadeln und dem satten Grün gilt als der beliebteste Weihnachtsbaum. Doch noch bevor sie auf dem Weg in unsere Wohnzimmer ist, hat die Abies nordmanniana bereits einige Widrigkeiten zu überste-

hen. In den vergangenen Jahren war der Baum insbesondere durch Pilzbefall gefährdet, was den heimi-

schen Christbaumproduzenten Ausfälle von bis zu 20 Prozent bescherte.

 

Mit dem Pilz Trichoderma harzianum, der zur Familie der Schlauchpilze gehört, wurde der Nordmannstanne im Zuge eines Forschungsprojekts seit 2010 einen „biologischer Body Guard“ zur Seite gestellt, der nicht nur die schädlichen Pilze in Schach halten, sondern auch zu einem höheren Anteil an Premium-Bäumen beitragen sollte. „Wir setzen also brave Pilze ein, die Schadpilze darin hindern, in die Wurzeln einzudringen“, erläutert Raphael Klumpp vom Institut für Waldbau in Österreich. Die Pilze der Trichoderma-Gruppe sind schließlich in der Landwirtschaft bereits als „positive Unterstützer“ von Nutzpflanzen bekannt.,

 

Body Guards für Nordmannstannen

 

Am Institut für Waldbau der BOKU erforschen Wissenschaftler seit nunmehr 10 Jahren den positiven Einfluss von Trichoderma auf Nordmannstannen. Ab 2010 wurde in einem dreijährigen Forschungsprojekt im Auftrag der

ARGE NÖ Christbaumproduzenten in Kooperation mit der TU Wien/KPlus ab 2010 untersucht, ob man die Schädlinge mithilfe von „braven“ Pilzen nicht nur bekämpfen kann, sondern ob Trichoderma harzianum auch die Vitalität der Bäume steigern kann. Während der Hallimasch (Armillaria mellea) als schmackhafter Speisepilz geschätzt wird, ist er gemeinsam mit dem Gemeinen Wurzelschwamm (Heterobasidium annosum) und Kabatina abietis für die Nordmannstanne nicht bekömmlich. Die erstgenannten Pilze dringen über die Wurzeln in den Baum ein und richten beträchtliche Schäden an: der Baum verliert seine Nadeln und stirbt schließlich ab.

 

Für den Versuch kamen in zwei Testanlagen – im Forstlichen Versuchsgarten Knödelhütte der BOKU im 14. Bezirk in Wien und in einem Produktionsfeld am Jauerling – zwei biologische Mittel mit Trichoderma harzianum zum Einsatz: ein herkömmliches Präparat (Nr. 1) und ein neu entwickelter Stamm des Pilzes (Nr. 2).

Da man in der Forstwirtschaft einen langen Atem braucht, konnten in den ersten drei Jahren keine signifikanten Unterschiede zur Kontrollgruppe beobachtet werden: weder im Labor, noch bei der waldbaulichen Analyse, bei

Kulturversuch

Foto: BOKU Öffentlichkeitsarbeit/Jakob Vegh

der die Trieblänge und die Zahl der Knospen untersucht werden. Deshalb laufen nach nunmehr 10 Jahren Versuchsdauer aktuell neuerlich Messungen, um zu prüfen, welches Präparat die Ausbildung von Premium-Christbäumen unterstützt. „Eine vorläufige Auswertung zeigt bei beiden Präparaten teilweise geringe Unterschiede bei mehreren messbaren Qualitätskriterien“, so das Resümee von Klumpp.

 

Allerdings zeigt das herkömmliche Präparat ein sichtbar besseres Verhältnis von Gesamthöhe zu Gesamtbreite (Kronenbreite), welches im Durchschnitt bei 73% liegt, während es bei der Kontrollgruppe bei 63% bzw. bei 69% für das Präparat 2 liegt. Das Verhältnismaß bedeutet bei z.B. einer Höhe von 2,83m und einem Kronendurchmesser von 2,12m ein Verhältnis „Kronenbreite zu Höhe“ von,75%. Auch der Abstand der letzten 3 Jahrtriebe ist gleichmäßiger bei Präparat 1 im Vergleich zu Präparat 2 und der Kontrollgruppe. Schließlich ist der Anteil der Bäume mit 8 oder 7 sichtbaren Ast-Etagen in der Gruppe von Präparat 1 deutlich höher (44%) als in Präparat 2 (32%).

 

Klumpp: „Der Trend, dass Trichoderma harzianum die Nordmannstanne in ihrer Vitalität unterstützt, wird in der aktuellen Zwischenauswertung des Experiments bestätigt. Das herkömmliche Präparat schneidet allerdings besser ab, als die Neuentwicklung und weist den höchsten Anteil an ,Premium-Bäumen‘ auf.“
(BOKU)


Link
Universität für Bodenkultur Wien BOKU




 

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