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Meran gewinnt den „ECOT Award 2022“

Festliche Ehrung bei EAC-Jahreshauptversammlung in Südtirol

Meran

Passer-Fluss mit der Winterpromenade und dem großen Baumbestand. Foto: EAC

 

 

(16.7.2022) Am 10. Juni 2022 übergab EAC-Präsidentin Stefania Gasperini im Rahmen der Jahres-

hauptversammlung des European Arboricultural Council (EAC) in Meran den ECOT Award 2022 an die dortige stellvertretende Bürgermeisterin Katharina Johanna Zeller.

 

Mit dem Award würdigt der EAC das international herausragende Engagement Merans, auf Basis modernster wissenschaftlicher Erkenntnisse das urbane Ökosystem der Stadt und insbesondere ihre Bäume an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen. ECOT, das steht für „European City of Trees“. Auch der Vorjahresgewinner Wien war in Meran durch Ing. Gottfried Struggl vertreten, der den Staffelstab weitergab.

 

Starke Kommunikation und intensiver Bürgerkontakt


Besonders beeindruckt zeigte sich die Jury des ECOT-Preisgerichts unter Leitung von Jan Goevert (Deutschland) von der intensiven Kommunikation der Stadtverwaltung mit ihren Bürgerinnen und Bürgern. Auch das Baumkataster der Stadt Meran mit rund 8.000 Bäumen ist online öffentlich einsehbar. Gleichzeitig werden die Baumfällungen und die Ersatzvornahmen straßengenau veröffentlicht.

Gemäß dem Risikomanagement für den Baumbestand in Meran warnt die Stadt die Öffentlichkeit bei extremen Wetterlagen vor dem Betreten von Grünanlagen, so dass auch Gefahrenbäume deutlicher wahrgenommen werden. Außerdem bietet Meran zahlreiche Kulturveranstaltungen zum Thema Baum an, zum Beispiel ein Baumfest und die Aktion „Ein Baum für jedes Neugeborene“.

 

Schutz der Altbäume und Entwicklung neuer Projekte


Laut Amtsdirektorin Dr. Anni Schwarz steht die Meraner Stadtverwaltung vor besonderen Herausforderungen: Einerseits betreut man den sehr alten und bisweilen exotischen Baumbestand aus der anfänglichen Kur- und Bäderzeit der Stadt, andererseits will man auch auf die modernen Anforderungen einer sich entwickelnden Stadt stets angemessen reagieren. So sind die Themen Mobilität, Klimawandel und Tourismus in Meran feste Tagesordnungspunkte. Der Schutz des Altbaumbestandes und die gleichzeitige Entwicklung neuer Projekte wie der Neubau des Flussparks gelingen nur durch die kontinuierliche und konsequente Umsetzung der Meraner Grünraumplanung. 

Mit der Verleihung des diesjährigen ECOT-Awards würdigt das EAC diese Leistungen der Stadt Meran. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass viele Städte und Kommunen europaweit dem guten Beispiel folgen und sich von der Außenwirkung dieses vorbildlichen Grün- und Baummanagements auf Wirtschaft, Bürgerinnen und Bürger und den Tourismus anstecken lassen.

 

Preisverleihung
Übergabe des ECOT Award 2022 im Juni an die Stadt Meran (v.l.): Lutz Beisert, Patzer Verlag, Jan Goevert, Juryvorsitzender, Gottfried Struggl (Wien), ECOT-Gewinner 2021, Katharina Johanna Zeller, Vizebürgermeisterin der Stadt Meran, Dr. Anni Schwarz, Amtsdirektorin, Amt für Grünflächen und Umwelt (Meran), Stefania Gasperini, EAC-Präsidentin. Foto: EAC

 

Events und Aktivitäten der Stadtverwaltung Meran


Die Handreichungen und Aktivitäten der Stadt sind zahlreich. Dazu gehören:
• der Leitfaden zum Gebrauch des Katasterdatenblattes bei der virtuellen Kontrolle von Bäumen in der Stadtgemeinde Meran, • die Einführung einer Baumschutzsatzung (als erste Stadt in Südtirol 2001), • der Fünf-Jahres-Plan „Risikomanagement für den Baumbestand in Meran 2017 bis 2021“, • der Aktionsplan für nachhaltige Energie und Klima (Klimaanpassungs- und Klimaschutzplan), • der Grünplan von Meran,
• Fachtagungen zur ökologischen Grünflächenpflege und Grün in der Stadt, • viele weitere Events und Aktionen des Grünflächenamtes wie das Baumfest, Meran beWegt, Baumklang und Bäume schenken.


Exkursion in Meran

Während einer Exkursion unter Leitung von Dr. Anni Schwarz am letzten Tag der EAC-Jahreshauptversammlung konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom guten Zustand der Bäume und der Grünanlagen selbst ein Bild machen. Dank gilt überdies dem langjährigen Sponsor „Patzer Verlag“ aus Berlin, der die Arbeit der Jury und die Preisverleihung erst ermöglicht.

 

Der Europäische Stadtbaumpreis/European City of the Trees (ECOT)


Das EAC vergibt seit 2007 den ECOT-Award. Preisträgerinnen waren u.a. schon die Städte Valencia, Prag, Amsterdam, Frankfurt, Winterthur, Moskau und Wien. Eine international besetzte Jury mit Vertreterinnen und Vertretern aus den EAC-Mitgliedsländern bewertet und besichtigt die Vorschläge, die aus dem jeweiligen Gastland der jährlichen Mitgliederversammlung des EAC kommen. Den Vorsitz der Jury hat derzeit Jan Goevert inne (Deutschland).

„Die Bedeutung von (Stadt-)Bäumen, vom Teil eines Ökosystems bis zum persönlichen „Lieblingsbaum“ fürs Wohlbefinden, rückt immer mehr in den Fokus“, so Jan Goevert. „Durch die Herausforderungen des Klimawandels wie Extremwettereignisse, mehr Hitzetage mit Tropennächten, die Zunahme toxischer Stoffe in der Luft sowie steigendem Wasser- und Energiebedarf, wird immer mehr Menschen die existenziell wichtige Funktion von Bäumen bewusst – auch als Wasserspeicher, Schattenspender und zu Bindung von C02, gerade in den Städten. Dieses Bewusstsein wollen wir mit dem ECOT weiter stärken – und Städte, die dabei vorangehen, auszeichnen.“

Der EAC und der Patzer Verlag Berlin, langjähriger ECOT-Sponsor, bedankten sich bei allen, die unterstützend dabei mitgewirkt haben, dass in diesem Jahr Wien als exemplarisches Beispiel für nachhaltiges und herausragendes Baummanagement ausgezeichnet werden kann.

 

Der Europäische Baumpflegerat (EAC)


Das European Arboricultural Council e. V. (EAC) (deutsch: Europäischer Baumpflegerat) mit Sitz im Haus der Landschaft in Bad Honnef ist ein Forum, in dem sich Delegierte europäischer Baumpflege-Organisationen zusammengeschlossen haben. Sie verfolgen das Ziel, den Qualitätsstandard zu erhöhen und den Beruf Baumpflege durch Förderung von Forschung und Ausbildung weiterzuentwickeln, um eine erfolgreiche Baumpflege und Verbesserung der Arbeitsmethoden zu gewährleisten.
(EAC)


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