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Mehr Grünflächen gegen soziale Ungleichheit

Bereits zehn Prozent mehr Naturraum bewirkt sieben Prozent weniger frühzeitige Todesfälle

Schottland: Mehr Grün erhöht die Lebenserwartung spürbar. Foto: Michał auf Pixabay
Schottland: Mehr Grün erhöht die Lebenserwartung spürbar. Foto: Michał auf Pixabay

 

(19.10.2022) Die Erhöhung des Naturraums und privater Gärten schließt die Lücke, die zwischen Menschen besteht, die in den am stärksten und am wenigsten benachteiligten Gebieten leben. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung der University of Glasgow. Demnach steht jede Zunahme des Naturraums um zehn Prozent mit einem Rückgang um sieben Prozent des Auftretens eines frühen Todes bei Personen unter 65 Jahren in Zusammenhang.

 

Bereits bekannt ist, dass ein natürliches Umfeld auch Vorteile für die Gesundheit bringt. Es gibt eindeutige wissenschaftliche Belege dafür, dass der Zugang und der Kontakt mit dem Naturraum direkte positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Offen ist aber, ob der Zugang zu einem Naturraum auch mit Unterschieden in der Lebensdauer und einem Schutz gegen einen früheren als erwarteten Tod in Verbindung steht. Daher haben die Experten den Maßstab der verlorenen Lebensjahre genutzt, um diesen Zusammenhang zu untersuchen.

 

Auswirkung auf die Gesundheit

 

Hierzu wurden Daten zu den verlorenen Lebensjahren aus dem "2016 Scottish Burden of Disease" ausgewertet. Damit wurde der Abstand zwischen der erwarteten und tatsächlichen Lebensdauer bei Männern und Frauen unter 65 Jahren nachvollziehbar, die zum Zeitpunkt ihres Todes in Schottland lebten. Diese Daten wurden entsprechend der Datenzone aufgeteilt. Sie wurde als geografische Einheit von rund 500 bis 1.000 Haushalten definiert, die mit Begrenzungen und natürlichen Gemeinden einer regulären Form entspricht und Haushalte umfasst, die über weitgehend ähnliche soziale Charakteristiken verfügt. Die "Ordnance Survey Mastermap" wurde zur Ermittlung von Naturräumen oder privaten Gärten herangezogen.

 

Wenig Einkommen benachteiligt

 

Bereiche mit dem höchsten Einkommensentzug haben den geringsten durchschnittlichen Prozentsatz an natürlichen Flächen und Gärten. Die Prozentsätze liegen hier bei 58,5 und 49 bis 65 Prozent. Menschen, die in diesen Bereichen leben, verfügten über das größte Ausmaß an Krankheiten. Ein verbesserter Zugang zu Naturräumen im lokalen Umfeld steht auch mit einer Verringerung der Ungleichheit bei den verlorenen Lebensjahren zwischen den am meisten und am wenigsten benachteiligten Bereichen in Zusammenhang. Bereits moderate Mengen an Naturräumen scheinen einen Unterschied zu machen.

 

Da es ist um eine Beobachtungsstudie handelt, lassen sich Ursache und Wirkung nicht feststellen. Die Forscher räumen auch ein, dass sie keine Infos über das individuelle Verhalten und die Finanzsituation haben oder darüber, wie sehr die lokalen Naturräume genutzt werden, respektive, über welche Qualität sie verfügen. Alle diese Faktoren dürften die Ergebnisse beeinflusst haben. Ein Editorial im "Journal of Epidemiology & Community Health" weist darauf hin, dass die Forscher nicht in der Lage waren, zwischen der Art und dem Ausmaß des Kontaktes mit Naturräumen in städtischen und ländlichen Gegenden zu unterschieden.

 

Zusätzlich seien wichtige Faktoren wie die Luftverschmutzung oder der Zugang zur medizinischen Versorgung nicht berücksichtigt worden. Sollte sich der Zusammenhang zwischen Naturräumen und der Verringerung der Ungleichheit bei der Gesundheit jedoch als richtig erweisen, könnte die öffentliche Gesundheit mit diesem Tool die großen Ungleichheiten verringern, die bei benachteiligten Bevölkerungsgruppen, indigenen Menschen und anderen ethnischen Minderheiten bestehen.
(pte)




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