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Invasive Zistrose bedroht Korkeichen in Portugal

Korkeichen ändern ihre Wassernutzung unter der Konkurrenz durch Zistrosen

 

Korkeichen zwischen Zistrosen in Portugal. Foto: Simon Haberstroh
Korkeichen zwischen Zistrosen in Portugal. Foto: Simon Haberstroh


(20.7.2022) Welche Strategien und Anpassungsmaßnahmen wendet die Korkeiche (Quercus suber) in savannenartigen Ökosystemen im Südosten Portugals an, um zur Sommer- und Winterzeit ihren Wasser-

bedarf zu decken? Und wie verhält sie sich, wenn dieser Baum mit der invasiven Zistrose (Cistus ladanifer) um Wasser konkurriert?


Ein Team um Dr. Simon Haberstroh und Prof. Dr. Christiane Werner vom Institut für Geo- und Umweltnaturwis-

senschaften der Universität Freiburg schildern ihre Ergebnisse zu diesen Forschungsfragen in der Zeitschrift Functional Ecology. Das Team um Simon Haberstroh weist nach, dass Korkeichen unter Zistrosen-Invasion bei Trockenheit ihre Wassernutzungsstrategie ändern und weniger Wasser verbrauchen. Durch die modifizierte Strategie nimmt die Korkeiche weniger Kohlenstoff auf, was zu einem verringerten Wachstum führt.

Korkeichen verändern ihre Wassernutzungsstrategie

 

Laut den Wissenschaftler*innen schränken im Winter oder Frühjahr weder Korkeichen noch Zistrosen ihre Wasserflüsse stark ein. Dies ändert sich jedoch während der Sommertrockenheit, in der Korkeichen ihre Wasserverluste begrenzen, um der Trockenheit zu trotzen. Die Zistrose, ein invasiver Strauch, nutzt dagegen das verfügbare Bodenwasser. „Diese wettbewerbsintensive Strategie der Sträucher führte zu einem veränderten Verhalten der Korkeichen. Bisher war wenig darüber bekannt, dass die Konkurrenz um Wasser zwischen Pflanzen zu solch einer veränderten Wassernutzungsstrategie führen kann“, erklärt Haberstroh. „Infolgedessen nahmen die Korkeichen weniger Kohlenstoff auf, was sich in einem eingeschränkten Wasserfluss der Bäume, einer geringeren Blattfläche und einem geringeren Stammwachstum äußerte. Bei anhaltendem und wiederkehrendem Trockenstress wird sich dieses Verhalten höchstwahrscheinlich langfristig negativ auswirken und könnte zu dem bereits beobachteten Rückgang der Korkeichen beitragen.“

 

Das Team untersuchte die Pflanzen zwischen Oktober 2017 und März 2020 in Portugal. Vor Ort dokumentierten die Forschenden unter anderem Daten zum Wetter, dem Bodenwassergehalt, der Blattflächen sowie des Saftflusses.
(Bastian Strauch / Uni Freiburg)

 

Originalpublikation:
Haberstroh, S., Lobo-do-Vale, R., Caldeira, M. C., Dubbert, M., Cuntz, M., Werner, C. (2022): Plant invasion modifies isohydricity in Mediterranean tree species. In: Functional Ecology. DOI: 10.1111/1365-2435.14126




 

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