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Habitatbaum statt Fällung

Grünflächenamt rettet kranke Bäume als Lebensraum für viele Tiere

 

Habitatbaum Trauerweide
Ralf Schomberg (v.l., Baumsäulenleiter Grünflächenamt), Bau- und Infrastrukturdezernent Arnulf Rybicki, Jonas Merker (Baumkontrolleur Grünflächenamt, Bereich Innenstadt Ost) und Lars Terme (Grünflächenamt, Bezirksleiter Ost) möchten der Trauerweide im Stadewäldchen eine möglichst lange Zeit als Habitatbaum sichern. Foto: Dortmund-Agentur / Torsten Tullius


 

(5.9.2021) Wenn ein Baum krank ist, muss es nicht immer sofort die Fällung sein, um der Pflanze eine weitere Nutzung zu geben. Dafür ist aktuell eine Trauerweide im Dortmunder Stadewäldchen ein gutes Beispiel.


Der circa 125 Zentimeter starke Baum im Eingangsbereich des Stadewäldchens an der Eintrachtstraße wurde bereits vor rund 15 Jahren schon einmal gekappt, um die enorme Kronenlast und die damit einhergehend eine mögliche Bruchgefahr von Starkästen zu vermeiden.


Baum nicht mehr verkehrssicher

 

Im Zuge der regelmäßigen Kontrollen wurden die Vitalitätsverluste, verursacht durch den seit Jahren beobachteten "Wulstigen Lackporling" (Ganoderma adspersum), nun eingehender untersucht. Mittels eines Resistographen wurden die Restwandstärke und die fortschreitende Holzzersetzung ermittelt.

 

Wulstiger Lackporling
Fünf bis sechs Jahre kann der Pilz sein zerstörerisches Werk im Inneren des Baumes vollbringen, ehe der Fruchtkörper zu sehen ist. Für Laien macht der Baum in dieser Zeit einen gesunden Eindruck.
Foto: Dortmund-Agentur / Torsten Tullius

 

Bei der Untersuchung wurde festgestellt, dass der Baum mit seinem derzeitigen Habitus als nicht mehr als "verkehrssicher" eingestuft werden kann. Allerdings bietet der Baum seit Jahren Insekten und Vögeln ein entsprechendes Habitat. Besonders Spechte haben sich in der Trauerweide niedergelassen, was deutlich an ihren Löchern im Baum zu erkennen ist.

 

Baumkontrolleur Jonas Merker (r.) erläutert dem Dezernenten für Bauen und Infrastruktur, Arnulf Rybicki, das Ergebnis einer Bohrung mit dem Resistographen. Foto: Dortmund-Agentur / Torsten Tullius
Baumkontrolleur Jonas Merker (r.) erläutert dem Dezernenten für Bauen und Infrastruktur, Arnulf Rybicki, das Ergebnis einer Bohrung mit dem Resistographen. Foto: Dortmund-Agentur / Torsten Tullius

 

Krone wird erneut entlastet

 

In Abwägung der beschriebenen Gegebenheiten hat sich daher das Grünflächenamt in gemeinsamer Abstimmung mit dem Umweltamt dazu entschlossen, den Baum nicht zu fällen, sondern eine erneute Kronenentlastung durchzuführen.
Ralf Schomberg, Baumsäulenleiter beim Grünflächenamt der Stadt Dortmund, erläutert, dass der Pilz fünf bis sechs Jahre lang sein zerstörerisches Werk im Inneren des Baumes vollbringen kann, ehe der Fruchtkörper zu sehen ist. Für Laien macht der Baum in dieser Zeit einen gesunden Eindruck.
So kann der Baum noch für weitere Jahre als Lebensraum für viele Tiere einen ökologisch wertvollen Beitrag leisten – gerade im dicht besiedelten Innenstadtbereich sind solche ökologischen Nischen extrem wichtig.


Zustand der Trauerweide wird regelmäßig kontrolliert


In den kommenden Jahren werden voraussichtlich weitere Nachbehandlungen durch die zuständigen Ämter anstehen, die eine möglichst lange Standzeit der Trauerweide im Stadewäldchen gewährleisten sollen. Dieser Aufwand steht in einem sinnvollen Verhältnis zum ökologischen Nutzen.
Für jede Fällung eines erkrankten Baumes leistet das Grünflächenamt Ersatz und pflanzt einen neuen Baum. Obwohl gesetzlich nicht verpflichtend, gilt das auch bei einer Kappung oder Schädigung zum Beispiel durch ein Starkwetterereignis. So bei der geschädigten Trauerweide, deren "Ersatzbaum" nach der ersten Kappung in rund zehn Meter Entfernung gesetzt wurde.
(Quelle: Stadt Dortmund↗)

 

 

 

 



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