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Backhaus: Erhalt von Alleen ist auch Klimaschutz

Als erstes Bundesland regelte Mecklenburg-Vorpommern 1992 den Schutz von Alleen


Erhalt von Alleen ist auch Klimaschutz
Foto: Erich Westendarp, Pixabay


(14.10.2021) Anlässlich des 16. Alleentages, der am 6. Oktober in Güstrow stattfand und vom BUND in Kooperation mit dem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) organisiert wurde, weist Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus erneut auf die Bedeutung von Alleen für unsere Kulturlandschaft und den Klimaschutz hin.

 

„Mit mindestens 4.375 km Alleen und einseitiger Baumreihen an Straßen und ländlichen Wegen verfügen wir nach Brandenburg über den größten deutschen Bestand. Damit verbindet sich die Verantwortung dieses kulturelle und einzigartige Erbe auch für zukünftige Generationen zu erhalten. Das ist auch aus Klimaschutzsicht immens wichtig, da der hiesige Gesamtbestand ca. 83,7 Tonnen Luftschadstoffe pro Jahr aufnimmt“, betonte Backhaus. Die zunehmende Luftverschmutzung und hohe Ozonwerte setzen den Alleen aber auch zu, sagte er weiter. Künftig komme es daher vor allem darauf an, die Stressresistenz der Bäume zu verbessern.

Als erstes deutsches Bundesland regelte MV seit dem 10. Januar 1992 den Schutz von Alleen, später auch von einseitigen Baumreihen, im Landesnaturschutzgesetz und kurze Zeit danach deren Schutz und Pflege in der Landesverfassung, und zwar unabhängig von ihrer Länge, ihres Stammumfangs und ihrer Baumart.

 

Eine Bestandssicherung wird in Mecklenburg-Vorpommern außerdem über den Alleenfonds ermöglicht. Die Pflege von alten und jungen Alleen kommunaler und privater Eigentümer sei sehr kostenintensiv, sagte Backhaus. Allein in 2018 und 2019 seien dafür sowie für einige Anpflanzungen rund 883.000 Euro aufgewendet worden. Neu- und Nachanpflanzungen sind u.a. in den Gemeinden Ummanz und Parchtitz (Insel Rügen), bei Neu Bartelshagen (Amt Niepars) sowie in der Allee zwischen Torgelow am See und Rügeband (im FFH-Gebiet „Wald- und Kleingewässerlandschaft nördlich von Waren“) und an einer Gemeindestraße in Testorf-Steinfort erfolgt.

Im Jahr 2020 erfolgten Auszahlungen ausschließlich für Pflege- und Artenschutzmaßnahmen in Höhe von 225.000 Euro. In den Jahren 2021 und 2022 werden mindestens vier größere Neuanpflanzungsprojekte umgesetzt, die insgesamt einen Umfang von 303 Bäumen umfassen und für die etwa 181.000 Euro aus dem „Alleenfonds“ eingeplant sind. Verwendet werden hierbei je Alleenbestand zwei bis drei Baumgattungen einschließlich historischer Apfel- und Birnensorten sowie seltene einheimische Baumarten wie der Speierling und die Elsbeere.

 

„Um die Ausfälle durch unterschiedliche Faktoren im Klimawandel zu reduzieren, ist es wichtig, dass mehrere Baumarten je Bestand gepflanzt werden, aber auch neue oder bisher sehr seltene Alleebaumarten getestet werden. Dazu zählen zum Beispiel Gingko, Liquidambar und die Schwarznuss. Gleichzeitig erprobt mein Ministerium zur Vitalitätsverbesserung Düngungen von Alleebäumen mit den Elementen Phosphor, Kalium und Stickstoff. Dies muss im Einzelfall nach einer Nährstoffanalyse erfolgen und setzt ebenso voraus, dass die Belastung der betreffenden Bäume durch Natrium und Chlorid im Winter gering ist“, so Backhaus.

Derzeit sind im „Alleenfonds“ rund 6,6 Millionen Euro enthalten. Davon sind 470.000 Euro für Projekte an kommunalen Straßen festgelegt und ca. 400.000 Euro für kommunale und private Bestände noch frei verfügbar. „Um die verbleibenden Mittel auch für Neuanpflanzungen an Bundes- und Landesstraßen einsetzen zu können, werde ich mich dafür einsetzen, landeseigene Grundstücke aus dem Ressortvermögen meines Hauses für den Alleenschutz bereitzustellen“, sagte der Minister. Die Notwendigkeit von Neuanpflanzungen und die Bereitstellung landeseigener Flächen zu deren Umsetzung ergebe sich bereits aus den jährlich steigenden Baumfällungen: Im Jahr 2018 wurden 2.836 Straßenbäume an Bundes- und Landesstraßen gefällt, im Jahr 2019 insgesamt 3.371 und im Jahr 2020 3.588. Ein Grund dafür sei das hohe Alter vieler Straßenbäume, verbunden mit einer mangelhaften Stand- und Bruchsicherheit und rückläufiger Vitalität durch den Klimawandel, steigender Luftschadstoffbelastungen, Streusalzeinsatz.
(LM)


 

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