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Deutschlands Alleenbestand erfasst

Nur jede zehnte Straße hat noch Alleen

Allee in der Uckermark. Foto: Jürgen Peters
Allee in der Uckermark. Foto: Jürgen Peters

 


(16.7,2022) Die bisher fehlenden Daten zu Alleenbeständen im Bundesgebiet wurden in einem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) finanzierten Forschungsprojekt der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) erstmals auf der Basis von Geodaten mit dem Ziel erfasst, diese langfristig zu schützen.

 

Die Bedeutung der Alleen in Deutschland ist unbestritten. Sie bereichern das Landschaftsbild und sind ein wichtiges Element der Biotop-Vernetzung. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung, da sie den Gehölzanteil in der offenen Landschaft erhöhen und die Winderosion mindern.

 

Naturschutzverbände beklagen seit Jahrzehnten den schleichenden Rückgang der Alleen, die in Deutschland dem Straßenausbau zum Opfer fallen oder aufgrund von Verkehrssicherungsmaßnahmen kontinuierlich zurückgehen. Die Ergebnisse der HNEE-Studie bestätigen das. Der Alleenbestand an deutschen Straßen und Wegen hat sich in den vergangenen 17 Jahren um 30 Prozent auf etwa 20.000 km verringert. Schätzungen aus dem Jahre 2005 gingen noch von 27.500 km Alleen aus. Damit weist nur noch jede zehnte Straße in Deutschland eine Allee auf. Auffällig ist das deutliche Nord-Süd-Gefälle: Die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg haben flächenbezogen einen etwa zehnmal so hohen Alleenbestand wie Baden-Württemberg und Bayern.

 

Projektleiter Prof. Dr. Jürgen Peters empfiehlt: „Für die Neuanlage von Alleen müssen bestehende Hemmnisse reduziert werden. Technische Regelwerke im Straßenbau, die seit 2006 eigentlich der Verkehrssicherheit dienen sollten, haben sich als ernsthaftes Problem für die Nachpflanzungen erwiesen. Seitdem werden kaum noch Alleebäume an den Bundes- und Landesstraßen nachgepflanzt. Ein regelmäßiges Alleen-Monitoring könnte helfen, die Bestandsentwicklung langfristig zu verfolgen.“

 

Die erhobenen Daten sollen jetzt den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung übergeben werden. Auch die Naturschutzverbände können auf den Datenfundus zurückgreifen.Gleichzeitig hat die HNEE einen Leitfaden zur Bestandskartierung, zur Pflege und zur Neupflanzung von Alleen entwickelt. Dieser soll Anregungen geben, auch an kommunalen Straßen wieder vermehrt Alleebäume zu pflanzen und so einen Beitrag für den Klimaschutz und für das Landschaftsbild zu leisten.


Der Leitfaden kann auf den Projektseiten der HNEE unter https://www.hnee.de/alleen ↗ heruntergeladen werden.
(HNEE)




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