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Der Pilz Cytospora

Rindenkrebs bei Hainbuchen


Eine mit CpGV infizierte Larve des Apfelwicklers in einem geschädigten Apfel. Foto: Johannes Jehle/JKI
Foto: Peter Klug

 

(3.5.2021) Bereits im Jahr 2014 wurden in Deutschland vereinzelt Rindenschäden an Hainbuchen beobachtet, deren Ursache dem Pilz Cytospora decipiens zugeschrieben werden konnten (KEHR et al. 2017).

 

Diese Rindenkrankheiten sind bisher eher in Südeuropa unter dem Schlagwort Hainbuchensterben oder Rindenkrebs der Hainbuche bekannt. Ein erster Nachweis in Deutschland gab es 2016. Hinweise auf die Schädigung sind Stammschäden und absterbende Rindenteile bzw. Rindennekrosen.

Typische Stammschäden
Typische Stammschäden und absterbende Rindenteile. Fotos: Peter Klug
Schleimfluss
Rötliche Schleimabsonderungen. Fotos: Peter Klug

 

Im weiteren Krankheitsverlauf erscheinen rötliche Schleimabsonderungen bzw. Tropfen von Sporenschleim. Die befallenen Hainbuchen sterben ab. Nach bisheriger Beobachtung wird das Holz relativ schnell zersetzt. Die Schäden scheinen vor allem nach heißtrockenen Sommern auf urbanen Standorten aufzutreten.

 

Holz zersetzt
Das Holz scheint relativ schnell zersetzt zu werden. Foto: Peter Klug


Vor allem im Sommer 2019 waren zahlreiche absterbende oder geschädigte Hainbuchen zu beobachten. Die Krankheit ist wahrscheinlich eine Folge des sehr trockenen Sommers im Jahr 2018. Hainbuchen sollten weiterhin gepflanzt werden, aber nicht an zu trockenen Standorten wie z. B. in Fußgängerzonen.

 

Literatur:
KEHR R., HECHT M., SCHÖNEMANN H. (2017): Rindenkrebs der Hainbuche durch zwei „neue" Schadpilze - Symptomatik und Verbreitung in Deutschland. In Dujesiefken, D. (Hrsg.), 2017: Jahrbuch der Baumpflege 2017, S. 319-326.

 

Peter Klug
Diplom-Forstwirt,
v. RP FR ö.b.v. Sachverständiger für Baumpflege - Verkehrssicherheit von Bäumen - Gehölzwertermittlung

 

Weiterführende Informationen:
www.arbus.de
www.baumpflege-lexikon.de
www.baumpilze.info


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