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Champion Tree wächst an neuer Stelle weiter

Anwachssicherheit bei dem durchgeführten Verfahren liegt bei mehr als 95 Prozent

Baumverpflanzung
Wie die Baumkrone wird auch das Wurzelwerk mit der Zeit immer größer und dichter. Für eine erfolgreiche Verpflanzung müssen daher auch etwa 10 Tonnen Erdballen an den neuen Standort gebracht werden. Foto: LWG Veitshöchheim

 

 

(19.2.2022) Mit schwerem Gerät und viel Fingerspitzengefühl haben Experten am 7. Februar 2022, einen Baum sowie einen Strauch der besonderen Art an ihre neuen Standorte versetzt – nach dem Motto: „Auf die Wurzel, fertig, los!“.

 

Auf dem Gelände der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim hat eine Rundspatenmaschine einen sogenannten Champion Tree eine Gleditsia (Lederhülsenbaum, Nord-Amerika) und

einen Poncirus-Strauch (Bitterorange, Asien) komplett mit Wurzeln ausgehoben. Die Gleditsia ist rund sieben Meter hoch – allein der Erdballen wiegt etwa 10 Tonnen und hat ein Volumen von ca. 6 Kubikmetern. Es handelt sich dabei um die sehr seltene Sorte 'Elegantissima'. Das hier verpflanzte Exemplar dieser Sorte ist das größte in ganz Deutschland. Sie wächst genauso wie der Strauch künftig in Thüngersheim weiter und zwar auf dem Gelände des LWG-Versuchsbetriebs „Stutel“.

 

Gute Chancen für die Gleditsia


Die Gleditsia ist 20 Jahre alt, selten und hat noch drei Viertel ihres Lebens vor sich. In den kommenden fünf Jahren wird der Champion Tree besonders gepflegt, vor allem die regelmäßige Wasserversorgung steht dabei im Fokus. Insgesamt liegt die sogenannte Anwachssicherheit bei dem durchgeführten Verfahren bei mehr als 95 Prozent, die Chancen stehen also sehr gut. Die Gleditsia gilt als vielversprechender „Klimabaum“, der gut gewappnet ist gegen die steigenden Temperaturen und immer längere Trockenphasen.
Beim Forschungsprojekt „Stadtgrün 2022“ geht es unter anderem darum, die künftigen Stadtbäume zu finden –

Für den Transport wird der Baum gekippt. Foto: LWG Veitshöchheim
Foto: LWG Veitshöchheim

auch die Gleditsia und ihre Eigenschaften werden dabei unter die Lupe genommen und haben sich gut bewährt.

 

Baum und Strauch weichen dem künftigen Bieneninstitut

 

Die Versetzung war nötig, weil der Platz für den Neubau des Instituts für Bienenkunde und Imkerei gebraucht wird. Er kostet rund 19 Millionen Euro. Das Institut ist eine Forschungseinrichtung und ein Kompetenzzentrum für die bayerischen Imker. Mit der Verpflanzaktion beginnt jetzt die Rodung für die Bauarbeiten. Die seltene Versetzung war auch eine einmalige Gelegenheit für die Studierenden der Staatlichen Meister- und Technikerschule für Weinbau und Gartenbau, sich das Prozedere live anzusehen.

 

Hintergrund

Champion Trees

Die Deutsche Dendrologische Gesellschaft, kurz DDG, zeichnet in ganz Deutschland Bäume aus, die in Sachen Größe und Umfang einzigartig sind. 34 der sogenannten Champion Trees gibt es allein auf dem Grünen Campus der LWG in Veitshöchheim. In ganz Bayern sind aktuell mehr als 620 solcher Champion Trees gelistet.
Weitere Informationen

 

Forschungsprojekt „Stadtgrün 2022“
Das Klimawandel-Projekt beschäftigt sich mit dem Problem, dass einige der gängigen Stadtbaumarten immer stärker unter den zunehmend wärmeren und trockeneren Sommern und unter neu eingewanderten Schädlingen und Erkrankungen leiden. Das führt dazu, dass sie in vielen Fällen den ästhetischen Ansprüchen an einen Straßenbaum nicht mehr genügen, zu einer Gefahr werden oder absterben. Ziel des Forschungsprojektes ist unter anderem, vielversprechende Arten aus dem (süd-)osteuropäischen, aber auch nordamerikanischen und asiatischen Raum zu sichten und zu testen.
Mehr zum Forschungsprojekt „Stadtgrün 2022“

(LWG)



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