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Bayern: Kampf gegen den Asiatischen Moschusbockkäfer

Bevölkerung zur Mithilfe im Kampf gegen den Quarantäneschädling aufgerufen


Asiatischer Moschusbockkäer (Aromia bungii). Foto: LfL
Asiatischer Moschusbockkäer (Aromia bungii). Foto: LfL

 

(8.2.2021) Der Asiatische Moschusbockkäfer ist ein in Asien beheimatetes Schadinsekt und vermutlich über Verpackungsholz oder Pflanzen zu uns gelangt. Seit einigen Jahren versucht er in der Region Rosenheim Fuß zu fassen. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) wurde nach Funden des Käfers im Jahr 2016 in Rosenheim und Kolbermoor als zuständige Pflanzenschutzbehörde aktiv. Die LfL erinnert an die Maßnahmen, mit denen die Bürgerinnen und Bürger zu der Bekämpfung des Asiatischen Moschusbockkäfers entscheidend beitragen können. Konkret geht es darum, Steinobstschnittgut korrekt über die Sammelstellen zu entsorgen und die Wirtspflanzen regelmäßig zu kontrollieren.

 

Gartenbesitzer müssen regelmäßig alle zwei Monate ihre Steinobstgehölze, das sind Gehölze der Gattung Prunus wie Kirsche, Zwetschge, Pflaume, Aprikose, Pfirsich, Mirabelle und deren Zierformen auf Befallsmerkmale und geschlüpfte Käfer kontrollieren. Befallssymptome sind insbesondere Bohrspäne der Larven in Astgabeln oder am Stammfuß und 1 cm bis 2 cm große Ausbohrlöcher.


Der Käfer kann mit Schnittgut von befallenen Gehölzen leicht verbreitet werden. Die LfL hat an den Grenzen der Quarantänezone Schilder errichtet, die die Bürger sowie Gartenbau- und Baumpflegefirmen erinnern sollen, kein Schnittgut aus der Zone zu transportieren. Nur so kann eine weitere Verbreitung des Käfers verhindert werden. In der Quarantänezone ist es wichtig, Schnittgut korrekt über die Sammelstellen zu entsorgen und eine weitere Verbreitung des Käfers zu verhindern.

 

Befallsmerkmale
Befallsmerkmal am Stammfuß: Durch Larvenfraß ausgeworfene Bohrspäne (Genagsel) sammeln sich häufig am Boden an. Foto: LfL Befallsmerkmale nach Entfernung der Rinde. Flächiger Befall an Stamm und Ästen. Foto: LfL


Dazu sind in der Quarantänezone vier Sammelstellen errichtet, in denen Privatleute und Gewerbetreibende Schnittgut von Steinobstgehölzen kostenlos abgeben können. Das dort abgegebene Schnittgut wird gehäckselt und verbrannt, um eventuell im Holz vorhandene Larvenstadien abzutöten.

 

Die vier Sammelstellen befinden sich in Kolbermoor, Bad Aibling, Rosenheim und Stephanskirchen. An diesen Adressen können Sie ihr Schnittgut fachgerecht entsorgen:
• Sammelstelle Kolbermoor: Wertstoffhof Kolbermoor, Geigelsteinstraße 8
• Sammelstelle Bad Aibling: Wertstoffhof Bad Aibling, Thürnhammerstraße 21
• Sammelstelle Rosenheim: Wertstoffhof Rosenheim, Innlände 25
• Sammelstelle Stephanskirchen: Wertstoffhof Stephanskirchen, Spielnstraße 17

 

Zusätzlich ist eine Lagerung des hauseigenen Schnittgutes auf dem Grundstück zulässig. Das Schnittgut darf allerdings das Grundstück nicht verlassen, das heißt es muss im eigenen Kamin verheizt oder das Häckselgut auf den Beeten verteilt werden.

 

Die LfL hat gemäß den Vorgaben des Bundes und der EU eine Allgemeinverfügung erlassen, in der die Maßnahmen zur Bekämpfung des gefährlichen Schädlings festgelegt sind. Diese rechtliche Vorgabe beinhaltet auch die Ausweisung einer Quarantänezone. Das Hauptbefallsgebiet ist nach wie vor Kolbermoor. Dort wurden seit dem Erstfund im Jahr 2016 über 200 Gehölze gefällt. Die Tendenz ist rückläufig: Während im Jahr 2018 ca. 80 Gehölze gefällt wurden, waren es 2020 nur noch ca. 30.

 

Wenn Sie Befallssymptome an Ihren Gehölzen entdeckt oder einen Käfer gefunden haben, melden Sie sich bitte bei der ↗LfL. Die Käfer sind bis zu 4 cm groß, haben einen schwarzen, lackartig glänzenden Körper mit glatten Flügeldecken und einen auffallend roten, bedornten Halsschild. Bis in den Herbst hinein können insbesondere bei warmer Witterung noch Käfer gefunden werden. Die Käfer sind träge, wärmeliebend und leicht zu fangen (zum Beispiel in einem Marmeladenglas mit Löchern im Deckel).
(LfL)

 

Link
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)



 

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