Arboristik - Nachrichten

Baumpflege  |  Nachrichten  |  Produkte  |  Schadorganismen  |  Wissen  |  Recht

 

 

Weltweit erstes automatisches Pollennetz am Start

Zukünftig exakte Daten über Menge und Flugintensität von Pollen in Bayern

 

Weltweit erstes automatisches Pollennetz am Start
Foto: pixabay.com / CC0 1.0

 

(3.10.2016) Das bisherige Pollenmessnetz in Bayern spiegelte die tatsächliche Pollenflugsituation nicht zufriedenstellend wider. Das wird sich nun grundlegend ändern: Bayern bekommt weltweit erstmalig ein umfassend messendes, elektronisches Polleninformationsnetzwerk, ePIN genannt. Dieses liefert zukünftig exakte Daten über Menge und Flugintensität der in der Luft befindlichen Pollen. So können Allergiker gezielt präventive Maßnahmen ergreifen und zudem die Effekte des Klimawandels dokumentiert werden.

 

Etwa 30 Prozent der bayerischen Bevölkerung leiden an Allergien, die Mehrheit davon reagiert auf Pollen. „Wenn die Pollenflugzahlen am selben Tag bekannt sind, hilft das bei der Allergiediagnose, der Kontrolle der vorhandenen Erkrankung und für vorbeugende Maßnahmen“, sagt Prof. Dr. Carsten Schmidt-Weber, Leiter des Zentrums für Allergie und Umwelt (ZAUM). „Allergiker und Asthmatiker, die die aktuellen Pollenbelastungen kennen, können rechtzeitig reagieren um starke allergische Reaktionen zu verhindern.“

 

Exakte Pollenflugvorhersage für jeden bayerischen Ort

 

„ePIN ist das weltweit dichteste und erste automatische Pollenmessnetz - obwohl nur acht Messstationen benötigt werden, um Bayern ausreichend abzudecken“, so Prof. Dr. Jeroen Buters, Wissenschaftler am Zentrum für Allergie und Umwelt (ZAUM). Das ist ein großer Fortschritt für die Allergieprävention und die Erfassung von Daten zum Klimawandel. „Die Daten, die wir erhalten, werden eine exakte Pollenangabe für jeden Ort in Bayern ermöglichen“, sagt Buters. „In einem weiteren Schritt wird dann die Qualität der Pollenvorhersage substantiell verbessert. Dies ermöglicht den Allergikern eine auf die zu erwartende Exposition abgestimmte Planung ihrer beruflichen bzw. privaten Aktivitäten im Freien“.

 

Das Projekt ePIN führt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zusammen mit dem Bayerischen Landesamt für Umweltschutz (LfU) durch. Federführender wissenschaftlicher Projektpartner ist das Zentrum Allergie und Umwelt (ZAUM), eine Kooperation des Helmholtz Zentrums München und der Technischen Universität München. Ferner sind die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID), das Leibniz Rechenzentrum (LRZ), der Deutsche Wetterdienst (DWD) und die Umweltforschungsstation Schneefernerhaus (UFS) sowie mehrere nationale und internationale Forschungseinrichtungen am Projekt beteiligt. Das Netz wird ab 2017 gebaut, in 2018 gestartet und getestet. Der Regelbetrieb soll 2019 beginnen.
(Sonja Opitz / Helmholtz Zentrum München)

 


 

zurück zur Übersicht oder zurück zur Startseite

2003 - 2020 - arboristik.de - All rights reserved