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Natur in der Stadt leidet unter Hitze und Trockenheit

Basler Stadtgärtnerei „erzieht“ Bäume zu besserem Wasserhaushalt

 

Bewässern von Straßenbäumen. Symbolfoto:  TeWeBs, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Symbolfoto: TeWeBs, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

 

(10.8.2020) Der Sommer 2020 ist heiß und die bisher anhaltende Trockenheit setzt den Grünflächen und dem Baumbestand außerordentlich zu. Die seltenen Niederschläge sind zu gering, um die Situation zu entschärfen. Die Stadtgärtnerei Basel unternimmt zum Wohl der Bevölkerung alles, die Grünflächen und den Baumbestand mit den ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen so zu pflegen, dass möglichst keine nachhaltigen Schäden entstehen. Um dies zu bewältigen, setzt sie beim Wässern Prioritäten, schult die Mitarbeitenden für fachlich optimales Gießen und orientiert sich stets an neusten Entwicklungen für den Einsatz bestmöglicher Ausrüstung. Den Bäumen lässt sie besondere Aufmerksamkeit zukommen.

 

Die Klimaentwicklung führt dazu, dass vermehrt heiße Sommer und Trockenperioden auftreten. Umso wichtiger sind wohltuende Grünflächen und schattenspendende Bäume. Dies stellt die Stadtgärtnerei vor große Herausforderungen, denn die ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen sind begrenzt. Um die Basler Grünanlagen und den Baumbestand dennoch optimal zu pflegen, muss sie Prioritäten setzen, zum Beispiel beim Wässern: Jungbäume, Blumenbeete und intensiv genutzte Parkrasen werden regelmäßig gewässert. Hingegen werden Blumenwiesen, Gehölzsäume und extensive Rasen während der Sommerhitze ihrem natürlichen Prozess überlassen. Die Pflanzen verdorren oberflächlich und werden gelb. Nach der nächsten Regenperiode treiben vorhandene Wurzeln und Samen wieder aus und die Flächen begrünen sich wieder.

 

Um Pflanzen richtig mit Wasser zu versorgen ist entscheidend, in welcher Bodentiefe sie ihre Wurzeln haben. Gestützt auf die biologischen Kenntnisse zum Wasserhaushalt im Boden und in den Pflanzen setzt die Stadtgärtnerei für jede Pflanzung die beste Praxis ein. Ziel ist, die Pflanzen zu animieren, ihre Wurzeln immer weiter in die Tiefe wachsen zu lassen. Dies macht sie weniger trockenheitsempfindlich. Die besten Resultate erzielt die Stadtgärtnerei, wenn sie nicht zu häufig, dann jedoch tiefgründig wässert. Dabei stimmt sie das Gießen spezifisch auf die jeweiligen Pflanzenarten und Standorte ab und erreicht so mit möglichst wenig Aufwand den besten Nutzen.

 

Die Stadtgärtnerei ist im öffentlichen Raum für über 26000 Bäume zuständig, denen sie besondere Aufmerksamkeit zukommen lässt. Bei Neupflanzungen achtet sie darauf, die Wachstumsbedingungen für die Stadtbäume stets nach neusten Erkenntnissen zu optimieren und Baumarten einzusetzen, die mit zukünftigen Klimabedingungen zurechtkommen.

 

Bewässerungssack
Unabhängig vom Baumalter kommen situativ auch Wassersäcke zum Einsatz. Foto: Jeyaratnam Caniceus, Pixabay

 

Jungbäume sind in ihren ersten fünf Jahren auch bei normaler Witterung auf künstliche Bewässerung angewiesen. Bei grosser Trockenheit bewässert die Stadtgärtnerei sogar Bäume mit bis zu 8 Standjahren regelmäßig. Sie versorgt die Bäume alle ein bis zwei Wochen mit jeweils hundert bis zweihundert Litern je Baum. Durch diese tiefgründige Bewässerung werden die Bäume dazu angeregt, ihre Wurzeln in die Tiefe zu treiben. So reagieren sie weniger empfindlich, wenn die Bodenoberfläche austrocknet, und überstehen kürzere Trockenzeiten schadlos. Unabhängig vom Baumalter kommen situativ auch Wassersäcke zum Einsatz – vor allem dort, wo das Wasser nicht so schnell einsickern kann. Durch ihren perforierten Boden dringt das eingefüllte Wasser über Stunden langsam in die Erde ein.

 

Bei älteren Bäumen ist es auch bei außerordentlicher Trockenheit kaum möglich, sie mit Wasser zu versorgen. Selbst mit technischer Unterstützung wie Schwemmwagen und Feuerwehrschläuchen dringt das Wasser höchstens ein paar wenige Dezimeter in den Boden ein und gelangt so nicht bis zu den mehrere Meter tief liegenden Wurzeln. Großkronige Bäume verdunsten über die Blätter täglich rund 300 Liter Wasser. Ihre tief reichenden Wurzeln nehmen diese Wassermengen vor allem aus dem Grundwasser auf.

 

Um die Verdunstung durch die Blätter zu reduzieren, reagieren Bäume auf Trockenheit oft mit Laubabwurf und dürren Ästen. Mit der Folge, dass selbst bei völlig gesunden Bäumen ganze Äste oder Kronenteile abbrechen können. Man nennt dies Trocken- oder Sommerbrüche. Darum ruft die Stadtgärtnerei auch in diesem Sommer Parkbesuchende auf, sich nicht unter großen Baumkronen mit ausladenden Ästen aufzuhalten und weist mit Warnschildern in den Parkanlagen auf das Risiko von herunterfallenden Ästen hin.
(Quelle: Stadt Basel)

 

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Kanton Basel-Stadt



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