Arboristik - Recht

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Wurzeln aus Nachbars Garten -
Wer kommt für den Schaden auf?

Der "genetische Fingerabdruck" gilt als Goldstandard und schafft Klarheit

Während das oberirdische Wachstum von Bäumen gut kontrollierbar ist, kann der unterirdische Wurzelbereich nicht kontrolliert werden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(6.2.2014) Bäume sorgen in unseren Städten für Wohlbefinden, spenden Schatten und sind oft ein Ort der Ruhe und Erholung. Während bei den Ästen die Wuchsrichtung gut zu erkennen ist, wachsen die unterirdischen Wurzeln unbemerkt in alle Richtungen und können auf ihrem Weg in Rohre einwachsen, Mauern, Garagen und andere Bauten anheben und schädigen. Wer übernimmt hierfür die Kosten?


Auf der Suche nach Wasser können Wurzeln in die unterirdische Infrastruktur einwachsen und dort Schäden verursachen, deren Kosten am Ende nicht unerheblich sind. Urbanisierung und Nachverdichtung sowie undichte Rohrverbindungen und Hohlräume können dazu führen dass Wurzeln in Kanäle und Leitungen einwachsen. Gerade in älteren Leitungen genügt ein Haarriss, um den zunächst feinen Wurzelhärchen Eintritt zu verschaffen. Die Verknappung der Ressource Wasser verschärft das Problem, insbesondere in den Städten.

 

Wie schnell und in welche Richtung Wurzeln wachsen hängt  von verschiedenen Faktoren ab. Hierzu gehören die Bodenverhältnisse, sowie Nährstoffe, Wasser, Porengröße, dem Standort, ob sie allein oder in Gruppen stehen und dem Wurzelsystem des Baumes ab.


Ist das Kanalrohr erst einmal erobert kann es soweit kommen, dass das Rohr völlig mit Wurzeln zugewachsen ist. Spätestens dann kann es zu einem Rückstau des Wassers zum Haus kommen. Die Sanierungskosten sind dann in aller Regel recht hoch. Das Rohr muss befreit, die Wurzeln herausgefräst und der Kanalabschnitt saniert werden. Hat eine Wurzel einmal Eintritt in ein Kanalrohr gefunden hat, dann nimmt die Sache ihren Lauf. Mancherorts haben Wurzeln schon Mauern durchbohrt, Wände und Garagen angehoben. Bekommen Mauerwerke und Wände Risse muss gegebenenfalls ein Architekt oder Gutachter die Statik prüfen. All das kann zu hohen Kosten führen.


Infografik Infografik Ein Kanal mit einwachsenden Wurzeln ist im Sinne von DIN 1986-100 undicht und muss saniert werden, unabhängig davon ob es einen tatsächlichen Rückstau gibt oder nicht. Daraus ergibt sich häufig ein hoher technischer und finanzieller Aufwand. Für die Kosten, die durch die Wurzelschäden entstehen, haftet in der Regel der Eigentümer des Baums. Um nicht auf den Kosten der Sanierung sitzen zu bleiben, ist es hilfreich herauszufinden von welcher Baumart oder Gattung die Wurzeln stammen. Das lässt sich mit Hilfe eines genetischen Fingerabdrucks herausfinden. Der genetische Fingerabdruck ist der Goldstandard bei Gerichten und Versicherungen. In einem mehrschrittigen Prozess wird das genetische Material, also die DNA der Wurzel verglichen mit der jeweiligen DNA der möglichen Bäume, die im Umkreis von ca. 20 Meter um die Schadstelle stehen.

Ist durch die Untersuchung der Wurzeln der Eigentümer ausgemacht, so sollte man mit dem Eigentümer des Baumes sprechen. Kommt es hier zu keiner Einigung ist juristischer Rat gefragt, um nicht auf den hohen Sanierungskosten sitzen zu bleiben. Im Sinne der nachbarschaftlichen Beziehung empfiehlt sich aber immer zunächst das Gespräch mit dem Nachbarn zu suchen.
Zu den Auftraggebern des Instituts Dr. Ziemer gehören Städte, Gemeinden, Gutachter, Hausbesitzer, WEGs, Hausverwaltungen…

Institut Dr. Ziemer
Dr. Petra Ziemer
Ottobrunner Str. 6
81737 München


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