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Rund 100 Jahre alte Stieleiche erhielt Pflegekur

25 Meter hohe Stieleiche im Elmshorner Stadtpark vor dem Auseinanderbrechen bewahrt

 

Rund 100 Jahre alte Stieleiche erhielt Pflegekur
Foto: M. Meisberger, Stadt Elmshorn

 

(28.4.2020) Aufgrund eines Risses zwischen den beiden Hauptstämmen drohte der Oldtimer im Elmshor-

ner Stadtpark auseinanderzubrechen. Bereits vor rund zwanzig Jahren wurde seine Krone wegen des gleichen Problems mit Gurtbändern gesichert.


Axel Heitmann und Besnik Jusufi, Baumpflege Thomsen
Axel Heitmann und Besnik Jusufi übernehmen die Spezialpflege des angeschlagenen Oldtimers.
Foto: M. Meisberger, Stadt Elmshorn
Kroneneinkürzung
In luftiger Höhe kürzt Axel Heitmann die Krone um drei Meter ein, um Gewicht und Windangriffsfläche zu reduzieren.
Foto: M. Meisberger, Stadt Elmshorn
Spanngurte
Seit rund 20 Jahren hielten Spanngurte den Baum zusammen.
Foto: M. Meisberger, Stadt Elmshorn

Um das Auseinanderbrechen des Baumes zu verhin-

dern, mussten die Fachleute tief in die Pflegekiste greifen. Denn normalerweise bedeutet so ein Riss der beiden Hauptstämme das Todesurteil für einen Baum. Dieses Schicksal wollten die Stadt und die Fachleute von der Firma Baumpflege Thomsen der cirka 100 Jahre alten und 25 Meter hohen Stieleiche mit ihrem Stammdurchmesser von fast einem Meter ersparen.


Am 23. und 24. April dieses Jahres wurde die Krone um drei Meter eingekürzt und zusätzliche Gewinde-

stangen aus Stahl zur Kronensicherung eingebaut. Diese Maßnahmen sollen dafür sorgen, dass die Stieleiche noch einmal mehrere Jahrzehnte weiter-

leben kann. „Das kann 30 Jahre und länger halten", sagt Sebastian Schaar vom Flächenmanagement der Stadt, über das „Sorgenkind“. Aufgeben wollten er und die Baumpfleger Axel Heitmann sowie Besnik Jusufi von der Firma Thomsen die Stieleiche nicht. ,,Das ist ein sehr prägender, großer Baum", sagt Schaar. ,,Er ist sehr vital, auch wenn er viel Totholz drin hat - aber das ist in dem Alter normal."


Ohne die Spezialpflege würde der Riese früher oder später einfach auseinanderbrechen. ,,100 Jahre hat er bestimmt", schätzt Fachagrarwirt Heitmann. „Das ist ein Typ Baum, der sehr breit wächst." In diesem Fall sei das gefährlich, da sich mit der ausufernden Krone auch das Gewicht erhöht, das an den beiden Haupt-

stämmen zerrt. Um sie zu entlasten, sägte Heitmann in luftiger Höhe drei Meter Geäst ab. ,,Das bedeutet weniger Gewicht und Windangriffsfläche", erklärt er. Der vermeintliche Abfall wurde geschreddert und als Heizmaterial an ein Kraftwerk geliefert.

 

Als zusätzliche Sicherung trieben Heitmann und Jusufi mehrere 18 Millimeter starke Gewindestanden auf Höhe des Risses durch die beiden Hauptstämme und fixierten sie mit Unterlegscheiben und Muttern. Außerdem wurde eine neue, dynamische Kronensicherung eingebaut.
In Elmshorn ist die Stieleiche im Rosengarten dem Kenntnisstand nach der erste Baum, der auf diese Weise behandelt wird. Es gebe aber bereits Vorbilder aus anderen Städten aus den 1980er-Jahren, so Schaar. ,,Und die stehen heute noch."
(Stadt Elmshorn, red)


 

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