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Warum Stadtbäume unverzichtbar sind

Mit dem Baumprüfer unterwegs

 

Baumprüfer

Foto: Stadt Lauda-Königshofen

 

(15.1.2021) Diplom-Forstingenieur Johannes Klein führt Baumkontrollen in Lauda-Königshofen durch. Mit professioneller Ausrüstung ist er schon seit einigen Wochen im ganzen Stadtgebiet unterwegs, um den 2009 erstmals erfassten Baumbestand auf den neuesten Stand zu bringen und die Stadtbäume auf ihre Verkehrssicherheit zu überprüfen.

 

Johannes Kleins Arbeitsplatz ist nicht der Schreibtisch, sondern es sind Straßen, Spielplätze, Sportstätten, Friedhöfe, Kindergärten, Parkanlagen oder Schulhöfe. Generell ist er überall dort unterwegs, wo Bäume stehen. Sein Augenmerk gilt der Überprüfung der Verkehrssicherheit, aber auch die Bewertung der Bäume hinsichtlich ihrer Standfestigkeit und Zukunftsfähigkeit wird von ihm sorgfältig erfasst. An den Radwegen führt der Experte zudem Flächenkontrollen zur Überprüfung der Verkehrssicherheit durch und markiert schadhafte Bäume mit Sprühfarbe. Schließlich gilt es, dass die Bäume auch weiterhin zukunftsfähig und gesund bleiben. Über 1700 Bäume hat der Objektleiter für Baumkontrollen in den vergangenen Wochen bereits im Stadtteil Lauda überprüft. Als nächstes ist Königshofen an der Reihe, dann folgen weitere Stadtteile.

 

"Stadtbäume sind unverzichtbar", ist Johannes Klein überzeugt. Auch wenn er verstehen könne, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger am herbstlichen Laubaufkommen störten, so seien Bäume wichtige Sauerstoffproduzenten und Schattenspender, verbesserten das Klima und verschönerten das Erscheinungsbild einer Stadt. Zur professionellen Ausrüstung des Mitarbeiters der Firma Neidlein Baumerhaltung aus Lorch-Waldhausen gehört ein Tablet, das Johannes Klein stets um die Schulter trägt. Es ist speziell für den Einsatz im Außenbereich vorgesehen und dient zur Erfassung sämtlicher Werte und Prüfzahlen, die er Baum für Baum mit digitalen und analogen Messwerkzeugen abgleicht. Auch die visuellen Merkmale eines Baumes werden so digital festgehalten.

 

Tablet
Foto: Stadt Lauda-Königshofen

 

Sind Nachbesserungen fällig, müssen entweder die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs anrücken oder die auf Seilklettertechnik spezialisierten Kollegen von Johannes Klein sind gefragt. Denn die externen Firmen verfügen über die notwendige Ausrüstung für Stellen, an die man mit herkömmlicher Technik nicht hinkommt. "Selbst mit einer Hebebühne ist nicht jede Stelle gut erreichbar, daher geht vieles nur mit der Klettertechnik", weiß der Baumexperte. Neben der Firma Neidlein ist auch die Firma Claus Henne aus Künzelsau für die Stadt Lauda-Königshofen tätig und führte zuletzt beispielsweise Baumpflegemaßnahmen am Jüdischen Friedhof in Unterbalbach durch.

 

Tausende Bäume werden regelmäßig geprüft

 

Im Kataster der Stadt Lauda-Königshofen sind über 3000 Bäume erfasst. Die regelmäßige Aktualisierung der Datenbank ist erforderlich, damit die Einhaltung der Verkehrssicherheit stets gewährleistet bleibt. Dabei geht es nicht nur um die Standsicherheit. Auch hohle Stämme, das Umfeld des Baumes, die Bodenversiegelung sowie Sturm- oder Trockenheitsschäden werden überprüft. Straßenlampen und Stromleitungen dürfen ebenfalls nicht eingewachsen sein. Auch Totholz wird betrachtet, denn im schlimmsten Fall könnten abgestorbene Äste von der Baumkrone nach unten fallen und Passanten, Rad- oder Autofahrer treffen. Hierzu hat der technische Ausschuss des Gemeinderats 2011 beschlossen, dass Bäume nicht wegen Laubfall, Schatten oder mangelnder Aussicht gefällt werden, sondern nur dann, wenn Beschädigungen nachgewiesen werden können.

 

"Bei etwa einem Viertel aller überprüfen Bäume sind Pflegemaßnahmen erforderlich", berichtet Johannes Klein, und fügt hinzu: "In den letzten Jahren ist im Bereich der Baumpflege viel liegengeblieben. Derzeit wird der Rückstand von der Bauhofleitung in Zusammenarbeit mit Fachfirmen nun Stück für Stück aufgearbeitet und auf einen aktuellen Stand gebracht." Regenschauer und niedrige Temperaturen erschwerten zwar die Arbeit des Baumprüfers, doch erst bei einer geschlossenen Schneedecke gehe dann nichts mehr. Nach Abschluss der Arbeiten wird er über 3000 Bäume kontrolliert haben.

 

Aufgrund der Vielzahl der Stadtbäume sind vier städtische Mitarbeiter von Mitte Oktober bis Mitte Dezember durchgehend der Beseitigung von Laub beschäftigt. Es gibt also beständig etwas zu tun, damit die Bäume in den Stadtteilen von Lauda-Königshofen weiterhin als Schattenspender und Sauerstoffproduzent dienen können. Für Johannes Klein und seine Kollegen geht die Arbeit wohl so schnell nicht aus!
(Stadt Lauda-Königshofen)




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