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Hoch hinaus

Zugangstechniken bei Baumschnitt

 

Arborist, Baumkletterer

Foto: Capella Tree, Arborist, CC BY-SA 4.0

 

(25.2.2021) Ob klein, groß, breit oder schmal – Bäume gibt es in den unterschiedlichsten Formen und Arten. Um ihre Vitalität zu fördern, Sicherheitsrisiken zu minimieren und viele weitere wichtige Aspekte zu erfüllen, ist ein fachgerechter Baumschnitt notwendig. Je stärker und gepflegter der Baum ist, desto besser ist seine langfristige Entwicklung. Während der Überbegriff „Baumschnitt“ viel mehr als alltagssprachliche Formulierung für verschiedene Maßnahmen zu verstehen ist, kommt es nicht nur auf deren korrekte Anwendung, sondern auch auf den passenden Höhenzugang an.

 

Gerade bei Arbeiten in großen Höhen muss sichergestellt werden, dass die Arbeiter sicher und flexibel agieren können. Im Baumschnitt – ebenso wie in vielen weiteren baumpflegerischen Bereichen – haben sich die Seilklettertechnik und der Einsatz von Hebebühnen als bewährte Standards durchgesetzt. Während die Seilklettertechnik es den Baumpflegern ermöglicht, an praktisch jede Stelle zu gelangen, zeichnet sich der Zugang mittels Hebebühne durch seine höhere Sicherheit aus. Welche Höhenzugangstechnik jedoch die richtige ist, hängt von einer Vielzahl an Faktoren ab.

 

Baumschnitt und Höhenzugang gehen Hand in Hand

 

Unabhängig davon, ob es sich um einen Baumschnitt, eine Baumfällung oder andere Maßnahmen handelt, müssen zunächst die örtlichen Gegebenheiten untersucht werden. Darunter die Untergrundverhältnisse, angrenzende Bäume und Immobilien, der verfügbare Platz am Boden, die Anfahrbarkeit des Grundstücks und mehr. Weiterhin spielen auch die Baumeigenschaften bei der Wahl der passenden Zugangstechnik eine entscheidende Rolle. Hier fallen unter anderem der Gesundheitszustand und die Baumstabilität, die Kronenhöhe und –breite, die Verästelung sowie die Baumart selbst ins Gewicht. Nicht zuletzt müssen auch die geplanten Baumarbeiten und die zu erreichenden Baumstellen berücksichtigt werden.

 

Hebebühnen und Seilklettertechnik im Vergleich

 

Zunächst ist festzuhalten, dass es verschiedene Arten von Hebebühnen mit den unterschiedlichen technischen Ausstattungsmerkmalen gibt. Generell benötigen sie einen sicheren Stand, weshalb schlammiger Untergrund und zu steiles Gelände ein Hindernis darstellen können. Sofern der Standort gut anfahrbar ist, genügend Platz für die Hebebühne bietet und der Bewegungsradius sowie die Reichweite ausreichend sind, sind die grundlegenden Anforderungen erfüllt. Besonders an dieser Zugangstechnik ist, dass sie vergleichsweise schnell und körperlich weniger fordernd ist. Sie bietet den Baumpflegern festen Stand und ermöglicht ein sicheres Arbeiten in allen Höhen. Darüber hinaus ist sie unabhängig von der Stabilität des Baumes einsetzbar.

 

Wenn Arbeiten im Inneren der Baumkrone oder an einem Problemstandort zu erledigen sind, stoßen Hebebühnen an ihre Grenzen. Hier kommt die Seilklettertechnik ins Spiel. Um ein sicheres Begehen der Äste zu garantieren, verwenden die Baumkletterer spezielle Schutz- und Seilsysteme, die regelmäßig überprüft werden müssen. Nach der Baumsicherheits- und Gefährdungsbeurteilung vor Ort können die Kletterer in den Baum aufsteigen und mit der eigentlichen Arbeit beginnen. Die Seilklettertechnik benötigt wenig Platz, ist standortunabhängig und ermöglicht dreidimensionale Bewegungsabläufe. Neben der umfassenden Flexibilität liegt ein weiterer Vorzug der Seilklettertechnik darin, dass Bodenverdichtungen durch schweres Gerät vermieden werden.

 

Da jeder Baum und jede Umgebung ganz individuelle Eigenschaften aufweist, ist Anpassungsfähigkeit gefragt. In einigen Fällen ist daher sinnvoll, den Einsatz von Hebebühnen mit der Seilklettertechnik zu kombinieren. So verstehen sich Fachbetriebe beim Baumschnitt darauf die Vorteile beider Zugangstechniken zu vereinen. Stets mit dem Ziel vor Augen, das Optimum für den Baumbestand zu erreichen.

(Baumpflege Kasper)



Link
www.baumpflege-kasper.de



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