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Hainberg-Hutewald erwacht aus Dornröschenschlaf

Bergwaldprojekt und DBU Naturerbe kooperieren am Hainberg

 

Hainberg-Hutewald
Foto: Simon Koopmann / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 DE

 

(14.3.2016) Im Mittelalter trieben Bauern ihre Nutztiere zur winterlichen Mast auf sogenannte „Waldweiden“. In diesen lichtdurchfluteten Hutewäldern wuchsen vorzugsweise großkronige Eichen, die im Herbst ihre nährstoffreichen Früchte zu Boden warfen – ein ideales Futter beispielsweise für Schweine. Heute sind Waldweiden sehr selten geworden.


40 freiwillige Helfer aus ganz Deutschland nutzten ihre Freizeit, um sich im praktischen Naturschutz zu engagieren: Vom 7. bis zum 20. Februar war der Verein Bergwaldprojekt zum zweiten Mal zu Gast auf der DBU-Naturerbefläche Hainberg in der Nähe von Fürth. Zwei Wochen lang leisteten die Teilnehmer einen persönlichen Beitrag, um dort unter anderem alten Waldweiden zu neuem Glanz zu verhelfen. Die rund 195 Hektar große, ehemals militärisch genutzte Fläche gehört zum Nationalen Naturerbe und ist 2010 vom Bund ins Eigentum der gemeinnützigen Tochter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), der DBU Naturerbe GmbH, übergegangen.

 

Hainberg-Hutewald
Namensgeber für den Hainberg: Dieses parkähnliche Landschaftsbild des ehemaligen Hutewaldes soll dem Hainberg seinen Namen gegeben haben. Foto: DBU

Hutewald interessiert Bergwaldprojekt-Teilnehmer

„Durch die Jahrzehntelange militärische Nutzung haben sich hier wertvolle Lebensräume entwickelt. Wir freuen uns, dass uns die Teilnehmer des Bergwaldprojektes einmal im Jahr helfen, diesen wertvollen Naturraum zu schützen“, weiß Revierleiter Jens-Eckhard Meyer vom Bundesforstbetrieb Reußenberg. Dieses Mal stehen die alten Hainberger Hutewälder im Fokus. Im Januar hatten Waldarbeiter bereits begonnen, rund 20 Lastwagen Laub- und Nadelholz aus den zugewucherten „Waldweiden“ zu entnehmen. In diesen lichtdurchfluteten Hutewäldern wuchsen im Mittelalter vorzugsweise großkronige Eichen, die im Herbst ihre nährstoffreichen Früchte zu Boden warfen – ein ideales Futter beispielsweise für Schweine. Heute sind Waldweiden sehr selten geworden. Die DBU-Tochter möchte in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde des Landkreises Fürth dieses prägende Landschaftsbild auf der DBU-Naturerbefläche Hainberg wieder zum Leben erwecken.

 

Bergwald-projekt
Teilnehmer des Bergwaldprojektes auf der DBU-Naturerbefläche Hainberg.
Foto: Bergwaldprojekt e.V.

Lebensräume wieder verbunden

Die Bergwaldprojekt-Teilnehmer aus ganz Deutschland gingen nun einen Schritt weiter und öffneten in Handarbeit alte Wanderkorridore seltener Arten, die durch die Amerikanische Traubenkirsche schrittweise verschlossen wurden.
„Die alten Waldweiden und die naturschutzfachlich wertvollen Offenlandbereiche finden so wieder ihre wichtige Verbindung. Die Bergwaldprojektteilnehmer leisteten hier harte Arbeit“, so der Revierleiter.
Arbeit, die sich lohnte: So sind zwei wichtige Lebensräume für seltene, lichtbedürftige Tier- und Pflanzenarten wieder verbunden. Unter fachkundiger Leitung der Projektförster Sebastian Hiekisch und Christoph Wehner vom Bergwaldprojekt war neben der praktischen Arbeit auch ein Exkursionsnachmittag vorgesehen, um die vielfältigen Aspekte des Projektgebietes und dessen Bedeutung für den Menschen näher zu beleuchten.

 

Verein bringt jährlich über 2.000 Menschen in Natur

Das Bergwaldprojekt bringt mit seinen Einsatzwochen allein in Deutschland jedes Jahr über 2.000 Menschen in die Natur. 2016 finden 95 Projektwochen an 47 verschiedenen Standorten in ganz Deutschland statt, Insgesamt sieben Projektwochen finden in diesem Jahr auf DBU-Naturerbeflächen statt. Ziel der Arbeitseinsätze ist es, die vielfältigen Funktionen der Ökosysteme zu erhalten, den Teilnehmern die Bedeutung und die Gefährdung unserer natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen und eine breite Öffentlichkeit zu einem naturverträglichen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu bewegen.

 

Hainberg-Hutewald
Die DBU-Naturerbefläche Hainberg ist mit rund 195 Hektar eine von 47 Liegenschaften der Stiftungstochter. Insgesamt hat die Osnabrücker Gesellschaft 60.000 Hektar vor allem ehemals militärisch genutzte Flächen vom Bund übernommen. Sie versteht sich als Treuhänderin dieses Nationalen Naturerbes und will es für nachfolgende Generationen erhalten und fördern. Auf den Flächen sollen offene Lebensräume mit seltenen Arten durch Pflege bewahrt, Wälder möglichst ihrer natürlichen Entwicklung überlassen, artenarme Forste zu naturnahen Wäldern umgewandelt und Feuchtgebiete sowie Gewässer ökologisch aufgewertet oder erhalten werden.
(DBU)

 

Weiterführende Informationen:

Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)
BERGWALDPROJEKT



 

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