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Zum Tag des Baumes: Baumkappungen...

...gesehen in Brandenburg von Andreas Adam/Berlin (Aktualisiert am 13.11.2013)


Kappungen in Zühlen, nahe Rheinsberg Baumkappungen

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(23.4.2013) In den kleinen Ortschaften im Land Brandenburg sieht man relativ häufig solche Baumkappungen wie hier in Zühlen (nahe Rheinsberg). Im "frisch" gekappten Zustand und im belaubten Zustand.

 

Kappungen Kappungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was aus solchen Stummeln mal wird, sieht man im nächsten Bild.

 

Das Ergebnis von Kappungen Gekappte Bäume

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alt-Ruppin, Kopfbaumschnitte sehen meines Erachtens nach noch etwas anders aus. Und dass hier mal ein Sturm mit einer Riesensense durchgegangen ist, würde ich für unwahrscheinlich halten.
Um so mit Bäumen umzugehen, gehört schon eine gewisse Mentalität dazu – sehr bedenklich wie ich finde!

Pinselallee Nach Kappungen bleibt eine Pinselallee

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und so ein Bild bietet eine solche "Pinselallee" im belaubten Zustand - Straße zwischen Alt- und Neuruppin

Gekappt Das Ergebnis einer Kappung im belaubten Zustand

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier noch eine "Experimentalkunst" (die hat sogar eine Baumkontrollnummer).

Gesehen in Rheinsberg, nahe dem Schlosspark-Seiteneingang

 

Alle Fotos: Andreas Adam/Berlin

 

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Kappen ist kappes
Grafik: ks

Entwipfeln = Kopfbaumschnitt heißt Bäume bis zum Stamm oder auf die Leitäste (=Hauptäste, Astgerüst) zurückschneiden.

Einige Bäume schneidet man auf diese Art auch öfter, um z.B. durch dann häufig erscheinende extrem große Blätter ein tropisches Erscheinungsbild zu erhalten (z.B. Trompetenbaum), um starken Schattenwurf zu vermeiden, etwa in kleinen Dorfstraßen (z.B. Linde) oder als Gartenstil/Gartenkunst (z.B. Platane, gekappte Platanen in Alleen sieht man häufig vor allem im Mittelmeerraum).

Ob das schön ist oder nicht, dürfte wohl Geschmacksache sein, und nicht alle Bäume bzw. Gehölze vertragen einen Schnitt in altes Holz. Etliche sind zwar schnittverträglich, aber nur in sehr langen Zeitabständen, (z.B. Eiche) und außerdem durch gesetzlichen Baumschutz (Baumschutzverordnung etc.) vor Verunstaltung geschützt, insbesondere da sie überaus wertvoll für das Ökosystem sind.

 

Kappung oder Kappen bei Bäumen dagegen bezeichnet den Vorgang, eine gesamte Krone, einzelne Kronenteile oder einzelne Äste ohne Erfordernisse stark einzukürzen.
Der Definition entsprechend verbleiben dabei Stummel, deren Versorgung nicht gesichert ist.
Ein Wundschutz durch Überwallung ist nur selten möglich. Hierbei handelt es sich nach ZTV-Baumpflege um baum-zerstörende Maßnahmen.
Nimmt man einem Baum einen Großteil seiner Krone, dann nimmt man ihm auch die Möglichkeit, sich ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen.
Man zerstört das bestehende und not-wendige Gleichgewicht zwischen Wurzel und Krone und fügt dem Baum außerdem große Wunden zu. Als Folge entstehen an den Kappstellen Versorgungsschatt-en. Dies sind Stellen, die nach Astbruch, Starkastschnitt oder Kappung aus dem Versorgungssystem des Baumes aus-scheiden. Die betreffende Stelle kann vom Baum nicht mehr versorgt werden. Das Wachstum in diesem Bereich hört auf, die Rinde stirbt ab, Fäule kann in den Baum eindringen

Nach geltenden Regelwerken dürfen Kappungen nicht durchgeführt werden und können nicht als Baumpflegemaß-

nahme bezeichnet werden.
Werden sie trotzdem durchgeführt, muss die ausführende Firma mit Schadenser-satzforderungen rechnen.
Kappungen machen den Baum nicht sicherer, sondern erhöhen bereits nach wenigen Jahren die Bruchgefahr.

Quelle:
P. Klug, J. Engels, R. Kastner: Arbolex - Das Fachwörterbuch der Baumpflege. Arbus Verlag, 2000, ISBN 393494700X
ZTV-Baumpflege 2006

 

 


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