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Fachfirma fällt irrtümlich eine rund 200 Jahre alte Buche

Verursacher gibt sich zerknirscht und spricht von einem Missgeschick


Astloch des Monatsl
Abb.: kes/pixabay.com

 

 

(14.10.2016) „Auf diesem traumhaften Grundstück [...] mit Blick in den wunderschönen Park mit seinem alten Baumbestand und in Richtung Alt-Remscheid...“, so heißt es in dem Exposé für ein Bauvorhaben auf dem Gelände des Moll'schen Parks im Remscheider Ortsteil Lennep. Dort sollen drei exklusive Stadtvillen mit insgesamt 15 Eigentumswohnungen entstehen.

 

Nach Aussage des Bauträgers, einem Wuppertaler Unternehmen, lag eine Fällgenehmigung für das Baufeld vor und so hörten Anwohner eines schönen Tages um den Monatswechsel September/Oktober herum, wie die Kettensägen im Park ihre Arbeit verrichteten. Die Befürchtungen der Anwohner, auch wertvolle alte Bäume könnten fallen, wurden schon bald zur Realität. Von einer stolzen alten Buche blieb nur noch ein Stumpf. Auch andere Bäume und diverses Gehölz mussten weichen.
Von seitens der Stadt gab es für die Buche keine Fällgenehmigung und auch die Gehölze sollten erhalten bleiben. Dies sei ein eindeutiger Verstoß gegen die Baumsatzung und der Schaden für die Allgemeinheit ist immens, ließ die Stadt Remscheid verlauten. Die Stadt prüfe nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren.

 

Die Buche war sehr groß und deutlich älter als andere Bäume

 

Wie die Stadt Remscheid bekannt gab, handelte es sich um einen der wertvollsten Bäume Remscheids. Nach Angaben der Unteren Landschaftsbehörde war der Baum mit 5,90 Metern Stammumfang sehr groß. Mit rund 200 Jahren war sie zudem deutlich älter als andere Bäume in diesem Bereich.

 

Der Bauträger weist alle Schuld von sich, verweist auf seine Fällgenehmigung und sieht durch die Fällung eher einen Nachteil für sein Projekt. Nach Auskunft des Investors gab es vorab eine Begehung mit dem privaten Forstunternehmen und dem Architekten. Diese ergab, dass der Baum nicht gefällt werden dürfe. Auch stand dem Forstunternehmen ein genauer Plan zur Verfügung, an den sich offensichtlich nicht gehalten wurde.


Dass der Investor eine Fällgenehmigung für sein Baufeld hatte, wurde seitens der Unteren Landschaftsbehörde bestätigt. Die Buche stand aber auf einem anderen Grundstück. Im Zuge der Vorbereitung für das Bauvorhaben hat das Fachunternehmen aber nicht nur die Buche, sondern auch viele Gehölze wie Fichten und Gebüsche entfernt, die ebenso hätten erhalten bleiben sollen. Die Planung der Stadt sah einen abgrenzenden „Grünpuffer“ zwischen Neu- und Altbebauung vor.

 

Die Fachfirma, die schon viele Aufträge dieser Art in Remscheid und im Bergischen Land durchgeführt hat, spricht von einem "Missgeschick". Eigentlich sei alles abgesprochen gewesen, man sei selbst sehr entsetzt . „Wir nehmen das auf unsere Kappe“, heißt es von dem Fachbetrieb. Die Grundstücksgrenze sei schlecht zu erkennen gewesen räumt der Seniorchef ein und ergänzt, dass es zwar bitter sei, aber wo gearbeitet wird, passieren eben auch Fehler.

 

Ein teures Missgeschick, denn eine nicht zu knappe Geldstrafe inklusive umfangreicher Nachpflanzungen drohen. Der Besitzer des Baumes wird eventuell zivilrechtlich tätig und die Stadt sieht neben der Natur vor allem die direkten Nachbarn geschädigt, für die sich viel verändert hat. Dies fördere das Misstrauen gegenüber der Politik. Deshalb müsse ein Zeichen gesetzt werden, auch in Richtung anderer Investoren, dass diese nicht einfach die Kettensäge schwingen können.

 

 

 

Das Astloch des Monats September an die Wuppertaler Fachfirma
für eine völlig misslungene Auftragsausführung

 

...meint Ihr

Balduin Baumweh

 

 

 

Quelle: Remscheider Generalanzeiger

 

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