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Baumschutz auf Baustellen - oben hui, unten pfui

Tiefbauarbeiten im Wurzelbereich lassen nichts Gutes erahnen

Symbolfoto: pixabay.com / CC0 1.0

 

(5.9.2017) Die innerstädtische Breite Straße in Pirna wird beiderseits gesäumt von 40 Winterlinden, de-

ren deren dichtes Blattwerk im Sommer wohltuenden Schatten spendet. Nach Bauarbeiten im Gehweg-

bereich ist zu befürchten, dass einige der Bäume den nächsten Sommer nicht überleben werden.

 

Im Zuge von Kanal- und Leitungsbauarbeiten an der Straße wurde ein neuer Abwasserkanal im Gehwegbereich gelegt. Zwar wurden obererdig für den Schutz der Bäume gemäß DIN 18920 (Schutz von Bäumen, Pflanzenbe-

ständen und Vegetationsflächen bei Baumaßnahmen) Sorge getragen, in der Tiefe hingegen wurde recht sorg-

los agiert. Nach einem Bericht der Sächsischen Zeitung wurde von Umweltschützern beobachtet, dass mit schwe-

rer Technik kräftig im Wurzelbereich der Gehölze zu Werke gegangen wurde. Hierbei kam es zu massiven Abris-

sen und Schädigungen von Wurzeln.

 

Breite Straße Pirna
Die Breite Straße in Pirna. Foto: Stadt Pirna

 

Im Vorfeld des Bauvorhabens hatte Gespräche zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer gegeben. Die oberste Prämisse nach Auskunft der Stadt Pirna war dabei, dass die Eingriffe in den Untergrund möglichst minimiert werden sollten. Etliche Ausbauvarianten wurden geprüft, um auch die Bäume im Wurzelbereich so weit wie möglich zu schonen. Nach eigenen Angaben wies die Stadt die ausführende Firma mehrfach darauf hin, dass sämtliche Regeln der Baumschutzsatzung einzuhalten seien, um Schäden an den Bäumen zu vermeiden.

Wie die Sächsische Zeitung weiter schreibt, hat sich die Baufirma offenbar nicht immer an die Absprachen gehalten. Nach Kenntnis der Stadtverwaltung sei eine andere Technik eingesetzt worden, als ursprünglich geplant.

 

Seitens der Umweltschützer wird beklagt, dass die Stadt nicht energisch genug mit der Angelegenheit umgehe. Je mehr Zeit verstreiche, desto stärker würden die Bäume leiden, Spätfolgen seien noch nicht absehbar, wobei möglicherweise schon etliche irreparabel beschädigt seien. Doch die Stadt weist die Vorwürfe zurück: Alle Schäden seien von Anfang an dokumentiert. Und sofort, nachdem diese bekannt wurden, habe man eine Fachfirma beauftragt, sich um die in Mitleidenschaft gezogenen Gehölze zu kümmern.

 

Im Rathaus geht man unterdessen davon aus, dass sich die Bäume retten lassen. Für den Fall, dass doch ein Baum eingehe, gebe es eine Lösung: Laut Stadt muss die Baufirma für Ersatz sorgen – ein schwacher Trost – denn es dauert bekanntlich seine Zeit, ehe die neuen Bäume so groß sind wie die bisherigen.

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Das Astloch des Monats an die ausführende Baufirma
für unprofessionelles Arbeiten im Wurzelbereich
von Bäumen...
...meint Ihr

 

Balduin Baumweh

 

 

 

Quellen:
Sächsische Zeitung

 

 

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Horst Schunk, Über den Tag hinaus Horst Schunk, ein engagierter Baumschützer berichtet über praktizierten Baumschutz...über Erfolge, aber auch über Niederlagen.
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