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10.500 Euro Bußgeld für Baumfrevel

Ohne Genehmigung Bäume für Windräder gefällt


Astloch des Monats, Foto: Dieter Schütz / pixelio.de
Symbolfoto: Dieter Schütz / pixelio.de

 

(17.9.2015) Die Firma Norderland GmbH hatte, um Platz für Windräder zu schaffen, auf dem Gebiet der ostfriesischen Stadt Norden im März 2014 ohne viel Federlesen mehrere hundert Jahre alte Bäume fällen lassen. Dumm nur, dass die Bäume Schlafplätze und Winterquartier bedrohter Fledermausarten (Abendsegler und Rauhäute) waren.

 

Obwohl durch ein Gutachten belegt wurde, dass die Bäume seit Jahrzehnten Aufzuchtplätze für streng geschützte Fledermausarten sind, hat die Norderland GmbH die Rodung durchgezogen und so Fakten geschaffen. Laut dem Nationalparkranger und Grünen-Ratsherr in Norden, Onno K. Gent, sind hunderte Tiere durch die Fällungen getötet worden.

Laut der Staatsanwaltschaft in Aurich liegt ein Straftatbestand vor, weil die betroffenen Fledermäuse unter der höchstmöglichen Artenschutzstufe stehen. Die Quittung in Form eines Bußgeldes in Höhe von 10.500 Euro hält der Nationalparkranger Onno K. Gent allerdings für zu gering.

 

Bußgeld wird als zu gering angesehen
Nach Informationen der "Ostfriesen-Zeitung" merkte Onno K. Gent an, dass Bußgeld oder Strafgeld eine unterschiedliche Sache ist und es nun entscheidend sei, ob aus dem Urteilsspruch der Landkreis die Wiederherstellung des früheren Zustandes anordnen könne, beziehungsweise aber der Schaden, der an der Biodiversität entstanden sei, vom Verursacher zu regulieren ist. Schließlich seien durch die Abholzung hunderte Tiere im Schlaf getötet worden.
Fraglich ist obendrein noch, ob mit dem Baumfrevel die Zulassungshindernisse für die Erstellung der Windenergieanlagen aus dem Weg geräumt sind und die Sache sich unterm Strich doch noch für den Verursacher gelohnt hat, so Gent in einer weiteren Stellungnahme. Nach Auskunft des Landkreises Aurich sollen Biologen der Unteren Naturschutzbehörde bewerten, was der Natur genommen wurde und wie das angemessen ersetzt werden kann.

 

Vorwurf der Tötung von Fledermäusen zurückgewiesen
Seitens der Norderland GmbH wehrt man sich gegen den Vorwurf der Fledermaustötung. Der Geschäftsführer der Gesellschaft Heinz Böttcher verweist darauf, dass in der Begründung des Bußgeldbescheids nur von zwei möglichen Balzplätzen die zerstört wurden die Rede gewesen sei. Die Tötung von Tieren sei nicht erwähnt worden. Er lasse zudem prüfen, ob er eine Unterlassungsklage gegen den Ratsherrn Gent erwirken kann. Für diesen ist die Sache jedoch klar, zum Zeitpunkt der Abholzung hätten die Bäume den Fledermäusen als Schlafplätze gedient.


Wenn man bedenkt, dass das Bundesnaturschutzgesetz nach → §69 in Verb. mit §71 BNatschG für eine solche Straftat gegen streng geschützte Fledermäuse bei Vorsatz eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren vorsieht, dann ist ein Bußgeld in Höhe von 10.500 Euro in der Tat eine überaus milde Buße.
(red/OZ)

 

Das Astloch des Monats August gebührt den Verantwortlichen der Rodungsaktion,
die wieder einmal offenbart: Wo die Gier regiert, hat die Natur keine Chanc
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