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Widerstand gegen lascheren Baumschutz

Geplante Regelung bisher einmalig in Brandenburg

 

Astloch des Monats

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(11.9.2014) Wie in vielen anderen Kommunen kommt es auch in Potsdam bei Fällungen von Bäumen oft zu Protesten. Demnächst werden sich die Fällungen und damit auch die Proteste wohl häufen. Der Grund zu dieser Befürchtung liegt in dem Vorhaben der Potsdamer Stadtverwaltung die seit 2003 geltende Baumschutzverordnung zu "entschärfen", sie laxer zu handhaben.


So soll das Fällen von Bäumen mit einem Umfang von bis zu 60 Zentimetern nicht mehr einer Genehmigung bedürfen. In der aktuell noch gültigen Baumschutzverordnung ist eine Grenze von 30 Zentimeter Umfang festge-

schrieben. Bäume in öffentlichen Parks, auf Friedhöfen oder im Umkreis von vier Metern um Wohngebäude haben nach dem Entwurf der neuen Baumschutzverordnung ebenfalls schlechte Karten, denn diese dürfen ohne jegliche Genehmigung umgelegt werden. Grundstückseigentümer sind nach dem Entwurf ganz fein raus, denn die bisherige Verpflichtung ihre Bäume zu pflegen, um so Schäden vorzubeugen, soll in die neue Baumschutz-

verordnung nicht mehr mit aufgenommen werden.
Dass dieses Vorhaben auf breite Kritik bei Naturschutzverbänden stößt ist Daumenmehr als verständlich, zumal seit bekanntwerden des Vorhabens im März dieses Jahres sich bis dato an den Kernaussagen nichts Wesentliches geändert hat.
Die Potsdamer Stadtverwaltung hält trotz aller Kritik tapfer an dem Plan fest und verteidigt ihr Vorgehen mit den Argumenten, dass mit den neuen Regeln die Eigenverantwortlichkeit der Bürger gestärkt und Bearbeitungszeiten in der Verwaltung reduziert würde. Auch sei die besagte Fällgenehmigungsgrenze von 30 cm Stammumfang für einen Baum laut einer Entscheidung des Verwalt-

ungsgerichts Potsdam aus dem Jahr 2010 (wonach sich der Schutz von Land-

schaftsbestandteilen auf das „Erforderliche“ zu beschränken habe1), hinsichtlich der Rechte von Grundstücks-

eigentümern „unverhältnismäßig".


Das Astloch des Monats August 2014 gebührt der Potsdamer Stadtverwaltung, für das Bemühen um flottere Bearbeitungzeiten, der Entlastung geplagter Bürger von der Pflege ihres privaten Baumbestandes und der weisen Vorausschau auf die nahende Heizperiode...


...meint Ihr

Balduin Baumweh

 

 

 

 

( 1Dieser Auffassung liege der Gedanke zugrunde, dass Bäume erst ab einer gewissen Größe nennenswerte ökologische Vorteile für ihre Umgebung ausstrahlen würden...)

 

Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten

Ilustrationen: kes

 

 

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→ Eine "salzige" Geschichte...
(Grafik: red, unter Verwendung
eines Fotos von Cornelia Kopp CC BY 2.0 )
 
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