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Stuttgart: Bäume fällen für bessere Luft

Auslichtung des Baumbestandes im Schlossgarten vorgeschlagen - um Grenzwerte zu senken


Das Astloch des Monats - Bäume fällen für bessere Luft

Symbolfoto: pixabay CC0 1.0 / Grafik: kes

 


(30.5.2018) Im Gerangel um strittige Messwerte einer ebenso strittigen Messanlage an Deutschlands angeblich schmutzigster Stelle, am Neckartor in Stuttgart, wurde Anfang Mai ein bemerkenswerter Vorschlag publik. Bei einem Workshop des Verkehrsministerium Baden-Württembergs, schlug der parlamentarische Berater der CDU-Landtagsfraktion Manuel Zipperer, im Sinne des Gesundheitsschutzes die „Auslichtung des Baumbestandes im Stuttgarter Schlossgarten“ vor.


Laut einem Bericht der Stuttgarter Zeitung erläuterten Vertreter des Ministeriums und Eva Bell, Präsidentin der mit der Messung beauftragten Landesanstalt für Umwelt und Messungen (LUBW), bei dem Workshop die Standortwahl der Messstelle am Neckartor. Es gebe „ein Bürgerrecht auf reine Luft“, so Bell. Die Messstelle könne nicht nur, sie müsse sogar an dieser Stelle stehen, nur dann genüge sie den gesetzlichen Vorgaben.

 

Behördenleiterin: Bäume wirken wie Wand

 

Nach Aussage der LUBW-Präsidentin Bell würden die Bäume im Schlossgarten auf die Luftsituation „wie eine Wand“ wirkten. Ob das Abholzen der Bäume eine Maßnahme zur Luftreinhaltung sein könne „wissen wir nicht“, so Bell. Ihre Behörde habe aber keine Entscheidungsgewalt über den Schlossgarten.

 

Wie die Stuttgarter Nachrichten berichteten, ermittelten zwei Mitarbeiter der Prüfgesellschaft DEKRA wie viel Feinstaub an unterschiedlichen Stellen in der Luft schwebt. Überraschendes Ergebnis: Es ist besser die U- und S-Bahnhöfe Stuttgarts zu meiden, denn dort ist die Feinstaubbelastung um vieles höher als am Neckartor.

Der Bericht hält noch eine weiteres überraschendes Ergebnis bereit: Der DEKRA-Mitarbeiter misst an der Kreuzung am berüchtigten Neckartor nicht – wie zu erwarten – Spitzenwerte, sondern einen Feinstaubgehalt, der um rund 20 Prozent niedriger liegt als an der staatlichen Messstelle der LUBW.
Der Technische Direktor und Chef der Autosparte von DEKRA, Clemens Klinke erklärt dazu: „Die LUBW-Station steht zwar nicht direkt an der Kreuzung, dafür aber vor einer großen Hausfront und hier wiederum in der Nähe eines Vorsprungs. Das könnte die Messwerte entscheidend beeinflussen. Offensichtlich hat der Luftstau an der Gebäudefassade einen stärkeren Einfluss auf die Messwerte als die Staus auf der Kreuzung.“

 

Merke: Entscheidend bei einer Messung ist eben die Stelle, an der gemessen wird. Aber Bäume in dem 600 Jahre alten Schlosspark fällen, um dubiose Grenzwerte zu senken...?

 

 

Das Astloch des Monats Mai 2018 an den
Berater der CDU-Landtagsfraktion Manuel Zipperer...


...meint Ihr

 

Balduin Baumweh

 

 

 

Quellen:
Stuttgarter Zeitung

Stuttgarter Nachrichten

 

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