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Baumschutz auf Baustellen offenbar unbekannt

Schluderei hatte Fällung ortsbildprägender Bäume zur Folge


Baumschutz auf Baustellen offenbar unbekannt
(Foto: pixabay / kes)

 

 

.(8.6.2016) Zwei mächtige Kastanien und ein Spitzahorn galten als Wahrzeichen eines Straßenzugs im Augsburger Stadtteil Göggingen. Die drei Bäume, Rest des Baumbestandes eines ehemaligen Biergartens, standen als ortsbildprägende Bäume im Zentrum von Göggingen unter Schutz.

 

Im Zuge der Errichtung eines neuen Wohnkomplexes auf dem Gelände des früheren Biergartens wurden die Wurzeln der Bäume offenbar so massiv geschädigt, dass das Umweltamt einer Fällung der geschützten Bäume zustimmte, welches wiederum in der Bevölkerung einen Sturm der Entrüstung auslöste.

 

Laut Augsburgs Umweltreferenten: „ ... wurden im Vorfeld die Planungen darauf abgestimmt, die Bäume zu erhalten und in die nachfolgende Außengestaltung des Neubaus zu integrieren. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens wurde seitens der Unteren Naturschutzbehörde sowohl eine artenschutzrechtliche Prüfung als auch ein Baustelleneinrichtungsplan mit den notwendigen Baumschutzmaßnahmen gemäß DIN 18920 eingefordert.“


Indes, eine Leitungsverlegung und die Errichtung eines Sickerschachtes durch die Augsburger Stadtwerke gingen offenbar einher mit extremen Wurzelabgrabungen, welche eine erneute Prüfung des Baumerhalts erforderte. Der Umweltreferent: „Die beiden Baumaßnahmen waren nicht vereinbar mit den Schutzvorschriften für den Baumerhalt nach DIN 18920 und waren auch nicht mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt.“


Die Stadtwerke wiesen diesen Vorwurf umgehend zurück. Bestätigten aber, dass bei Leitungsverlegungen kleinere Wurzeln eines Baumes durchtrennt worden sind, dies sei von der beauftragten Baufirma „so nicht in Ordnung gewesen“. Es habe sich jedoch nicht um einen großen Schaden gehandelt. Und keinesfalls seien alle drei Bäume betroffen gewesen.


Da mehrere Firmen an der Baumaßnahme beteiligt waren, wird die Suche nach dem „wahren Schuldigen“ wohl ein Weilchen dauern. Für den Umweltreferent steht fest, dass unsachgemäße Grabungen für den neuen Hausanschluss eine Ursache der Misere waren. Hierzu beruft er sich auf ein Gutachten durch ein Sachverständigenbüro, das im Auftrag des Bauträgers erstellt wurde.
Das Gutachten kommt zu dem Schluss: „ ... dass ein Baumerhalt in der bestehenden Ausprägung nicht mehr möglich ist. Alle Bäume können nur als Torso mit stark verkürzter Lebenserwartung verkehrssicher erhalten werden, erfüllen dann aber ihre optische Funktion nicht mehr.“


Als Ersatz für die 3 gefällten Bäume wurde eine Ersatzpflanzung von insgesamt 8 Bäumen (4 rotblühende Kastanien, 3 Säulenhainbuchen und 1 Zierkirsche) festgesetzt, die das verloren gegangene Erscheinungsbild der Altbäume aber auf viele Jahre hinaus nicht ersetzen kann.

(Quelle: Augsburger Allgemeine / goeggingen-online)


Das Astloch des Monats Mai 2016 an die Augsburger Wurzelabgraber,
denen offenbar ein fachgerechter Baumschutz auf Baustellen unbekannt ist.



...meint Ihr

Balduin Baumweh

 

 

 


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