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Baumfrevel in Oberbalm/Schweiz

Ast behinderte Postauto und Bäume störten TV-Empfang


Baumfrevel in Oberbalm/Schweiz

 

(29.6.15) Im schweizerischen Oberbalm, einer Gemeinde im Kanton Bern, wurden Bäume geschnitten. Die einen fachgerecht, die andern derart radikal, dass es einige wohl nicht überleben werden, so auch die Dorflinde.
Sie sieht mitgenommen aus, die Dorflinde im Zentrum von Oberbalm. Sämtliche Starkäste sind gestutzt und zudem ist die Krone gekappt worden. Von einer ehemals stattlichen Linde ist nur noch ein formloses Gehölz vorhanden.
Baumfrevel in Oberbalm/Schweiz oberbalmer baumfrevel Fast den Schlag getroffen hätte es die ehemalige Gemeinderätin Ursula Henzi beim Anblick der "Schnittmaßnahmen". Bei sämtlichen Bäumen am Rand des Sportplatzes fehlt die Krone, bei einigen zusätzlich die größeren Äste. Von einem Ahorn blieb fast nur noch der Stamm übrig.
In einem Schreiben, betitelt mit: "Baumfrevel in Oberbalm", an den Gemeinderat führt die ehemalige Gemeinderätin aus: "Die Bäume wurden auf eine Art geschnitten, die jedem normalen Menschen den Atem raubt und sie auf entwürdigende Art verunstaltet.
Dass die Bäume nicht optimal geschnitten wurden, sei ihm bewusst, so Gemeindepräsident Rudolf Anken. Allerdings habe man den untersten Ast der Dorflinde entfernen müssen, weil er das Postauto beim Wenden behindert habe und damit der Baum wieder eine harmonische Form aufweist, nahm man dann auch noch den oberen Ast weg. Dass die Kronen der Bäume beim Sportplatz gekappt wurden, habe einen triftigen Grund, denn Anwohner reklamierten, dass die Bäume den Satellitenempfang störten. Gleichwohl räumte der Gemeindepräsident ein, dass den Bäumen etwas zu heftig zugesetzt worden sei, aber deren Verstümmelung habe eine Landschaftsgärtnerin verursacht.
Die so des Baumfrevels verdächtigte Baumfachfrau verwahrte sich allerdings ob der Vorwürfe. Sie habe zwar ein paar Bäume im Dorf geschnitten, aber mit der Linde und den Bäumen beim Sportplatz habe sie nichts zu tun. Es sei das Werk des Holzerteams der Gemeinde gewesen so die Landschaftsgärtnerin und fügt hinzu: "Ich würde wegziehen, wenn ich so verstümmelte Bäume vor dem Haus hätte."
Der Baumspezialist Hanspeter Schwarz aus Münsingen hat die verstümmelten Bäume begutachtet und zeigt sich erschüttert über deren unsachgemässe Behandlung. "Wenn wir unsere Fingernägel schneiden wollen, amputieren wir ja auch nicht gleich den Arm", so der Fachmann. Für ihn sei klar, dass sich durch die vertikalen Schnittstellen Fäule ins Innere der Bäume fressen wird und damit wird sich die Lebensdauer der Bäume deutlich verkürzen.
Da ist etwas schiefgelaufen, so der einsichtige Gemeindepräsident. Falls die Bäume ersetzt werden müssten, würden die für den unsachgemäßen Baumschnitt Verantwortlichen zur Verantwortung gezogen.

Das Astloch des Monats Mai gebührt dem Holzerteam der Gemeinde Oberbalm im schönen Kanton Bern...

...meint Ihr

Balduin Baumweh

 

 

 

 

Quelle: BERNER ZEITUNG
Titelgrafik und Screenshot: kes/red.

 

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