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Kettensägenmassaker im Landschaftsschutzgebiet

Fatale Folgen für Natur und Landschaft

 

Das Astloch des Monats - Kettensägenmassaker im Landschaftsschutzgebiet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Astloch des Monats(2.4.2014) Zum Schluss war klar: insgesamt 76 Bäume fielen der Aktion eines Landwirtes zum Opfer, der Anfang März im Bereich des Berliner Landschaftsschutzgebiets Erpetal eigentlich die Beweidung der Flächen übernehmen sollte. Doch von Landschaftsschutz kann hier nicht gesprochen werden, sondern von einem der größten Naturfrevel der letzten Jahre. Und dies geschah, obwohl die Schutzgebietsverordnung solche Maßnahmen verbietet. Doch die Behörden vor Ort scheinen überfordert, während die Naturschützer des NABU Berlin sich Platzverweise einhandelten, weil sie die Fällungen verhindern wollten.

Dass Landschaftsschutzgebiete beweidet werden, um den Charakter einer halboffenen Landschaft zu erhalten, ist durchaus im Sinne des Naturschutzes, da auf diesem Wege eine artenreiche Flora und Fauna gefördert wird. Im LSG Erpetal wurde allerdings dem Landwirt anscheinend eine „Carte Blanche“ erteilt, denn er nahm es sich heraus, Weidengebüsch und starke, alte Weiden und Erlen zu fällen. Der Verdacht der Gewinnmaximierung auf Kosten der Natur liegt nahe, denn er erhält somit nicht nur mehr Weidefläche, sondern auch noch Brennholz für den Verkauf. Die Natur ist ihm dabei herzlich egal.

 

Seltene Arten in Gefahr

Der NABU Berlin und die Anwohner, die auf die Vorgänge aufmerksam gemacht haben, sind entsetzt, denn Sinn und Zweck des Schutzgebietes ist es seit seiner Ausweisung 1995, die Erlen- und Weidengehölze, die Feuchtwiesen und die faunistische Artenvielfalt und Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes zu erhalten. „Wir fanden frische Biberspuren“, berichtet Antje Stavorinus von der NABU-Bezirksgruppe Treptow-Köpenick. „Außerdem leben Pirol und verschiedene Tagfalterarten auf diesen Flächen. Es ist äußerst fraglich, ob durch diesen massiven Eingriff das Schutzgebiet nicht weitestgehend entwertet wurde.“
Nach Informationen der Naturschützerin will der Landwirt das Holz kurzfristig aus der Fläche abtransportieren, doch dabei sind die nächsten schweren Schäden zu befürchten, die auch die Bestände von Schwarzkopfsegge und Rotem Wasserehrenpreis – beides Pflanzen der Roten Liste – bedrohen. Da es sich um Feuchtwiesen handelt, hinterlassen Traktor samt Hänger mit Holz tiefe Spuren im nassen Wiesengrund. Weitere Bodenverdichtung und Entwertung des Schutzgebietes droht.

 

NABU Berlin droht mit Klage

Der NABU Berlin stellt sich angesichts dieser massiven Schäden die Frage, wie es unter den Augen der zuständigen Umweltbehörde zu solch einer Fehlleistung bei der Aufsicht eines Auftragnehmers hat kommen können.
„Warum wurde dem Landwirt die Beweidung erlaubt ohne klare Spielregeln gemäß der Schutzverordnung aufzustellen? Warum wurde die Umsetzung vor Ort nicht kontrolliert? Und wenn doch jemand vom Bezirksamt vor Ort gewesen ist, warum wurde dieses widerrechtliche Handeln nicht umgehend gestoppt?“ fragt Anja Sorges, Geschäftsführerin vom NABU Landesverband Berlin. „Wir sehen in dem Vorgang eine eindeutige Verletzung der Schutzgebietsverordnung. Aus diesem Grund prüfen wir gerade die rechtlichen Schritte und behalten uns eine Klage gegen den Landwirt bzw. gegen das Bezirksamt Treptow-Köpenick vor.“

 

...und ich zeichne den Agrarier und die Verantwortlichen des Bezirksamtes mit dem
Astloch des Monats März 2014 aus.

 

Herzlichst Ihr

Balduin Baumweh

 

 

 

 

Quelle → NABU Berlin

 

 

 

Creative Commons Lizenzvertrag

Das Astloch des Monats

ist unter
CC BY-NC-SA 4.0 lizenziert
Namensnennung: kes/arboristik.de

 

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