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Laubkehren hätte ausgereicht

Massive Kappungen an 40-jährigen Platanen

 

Das Astloch des Monats - Kronenkappung an Platanen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(1.2.2014) An Frankfurt solle sich das südhessische →Karben ein Beispiel bei der Baumpflege nehmen, so der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) Karben.
Aufgrund von Bürgerbeschwerden über den jährlich auftretenden massiven herbstlich Laubfall und aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht ließ die Stadt Karben (Wetteraukreis) die Kronen von sechs ca. 40-jährige Platanen radikal beschneiden.
In „einem längeren Gespräch vor Ort unter Zeugen“ habe der von der Stadt beauftragte Baumpflege-Fachagrarwirt die Rückschnittaktion „als fachlich grenzwertig“ beschrieben, so die Vorsitzende → BUND-Karben Ulrike Loos. Er habe den Zustand der Bäume „als total stabil und gesund beschrieben“, was ein Kappen des Astwerkes „eigentlich nicht erforderlich macht“. Nach dem massiven Einschnitt müsse jetzt regelmäßig nachgeschnitten werden, um die Bäume zu erhalten. Um eine andere Kronenbildung zu erreichen, hätte ein Schnitt zwischen den dritten und fünften Standjahr erfolgen müssen.
Die Platanen sind allerdings, wie die anderen Bäume in Karben auch, über Jahrzehnte gar nicht geschnitten worden. Es sei lediglich „die Masse an Laub, durch die sich die Anlieger überfordert fühlten und mit der sie sich von der Stadt allein gelassen sahen“, moniert die Umweltschützerin.


Originalton Ulrike Loos:
„Eine Verkehrssicherungspflicht, die das Kappen gesunder Bäume fordert, gibt es nicht“. Diese gelte nur „insbesondere dann, wenn gravierende Schäden an den Pressebericht Kronenkappung Bäumen eine Gefahr darstellen, zum Beispiel Fäulnis“. Dass Baumpflege und Sicherheit kein Widerspruch sein müssen, sei an vielen Orten in →Frankfurt zu sehen. Dort würden in regelmäßigen Schnittaktionen uralte, große Bäume in ihrer Baumstruktur gestärkt, auf Erhalt gepflegt und selbst an stark frequentierten Straßen erhalten. Selbst die Oberleitungen der Straßenbahn führten „nicht zu einer solch radikalen Kappung von gesunden Ästen, wie dies im Karbener Weg zu verzeichnen ist“.
Die Vorsitzende des BUND-Karben Ulrike Loos gibt weiter zu bedenken: "Eine auf die Herbstzeit begrenzte, erhöhte, regelmäßige Kehrmaßnahme seitens der Stadt hätte sicherlich ausgereicht, die entnervten Anlieger zu entlasten.“ Diese Schnittorgie wäre mithin nicht notwendig gewesen.


Das massiver Laubfall Anwohner nervt ist verständlich, aber es muss auch bedacht werden, wie wichtig die Wohlfahrtswirkungen großer alter Bäume gerade im innerstädtischen Bereich sind.
Nun haben die Anwohner nur noch minimale Belästigung durch Laubfall, mehr Sonne, aber auch keinen wohltuend kühlenden Schatten an heißen Sommertagen, solche Tage sollen im Großraum Frankfurt nicht gerade angenehm sein.


Das Astloch des Monats Januar 2014 gebührt der → Stadtverwaltung Karben, mit dem Hinweis,
dass das Kappen Kappes ist, meint Ihr

Balduin Baumweh

 

 

 

 

 

Creative Commons Lizenzvertrag

Das Astloch des Monats

ist unter
CC BY-NC-SA 4.0 lizenziert
Namensnennung: kes/arboristik.de

 

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