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Baumfällarbeiten sorgten für Empörung

Deutsche Bahn AG fällt illegal Bäume


Symbolfoto.: kes/pixabay.com

 

(30.11.2016) Nicht wenige Bürger von Halberstadt (Sachsen-Anhalt) sind erbost über Baumfällarbeiten, welche die Deutsche Bahn AG (DB) ohne Vorankündigung veranlasst hat und trotz eines Sofortverbots durch den Bereitschaftsdienst der Stadtverwaltung Halberstadt fortsetzte.


Als am Samstagnachmittag des letzten Oktoberwochenendes der Halberstädter Roland B. in sein Haus zurückkehrte, traute er seinen Augen nicht, wo am Morgen noch Büsche und Bäume den direkten Blick auf eine Bahntrasse verhinderten, hatte er nun freien Blick auf die unmittelbar an seinem Grundstück vorbeirauschenden Züge. Am Vormittag sind, von der Deutschen Bahn AG beauftragt, entlang der Bahntrasse nicht nur Büsche, sondern auch große Bäume gerodet worden. In kurzer Zeit wurde so ein natürlicher Klimaverbesserer, Lärm- und Staubwall zerstört.


VollendeteTatsachen

 

Während Roland B. aufgrund seiner mehrstündigen Abwesenheit sich vor vollendete Tatsachen gestellt sah, konnten Anwohner auf der anderen Seite der Bahntrasse irgendwann die „Notbremse“ ziehen.
Als die Mitarbeiter der mit der Fällung beauftragten Firma von Anwohnern zur Rede gestellt wurden, sich aber nicht in ihrem Tun stören ließen, wurde die Behörden in Kenntnis gesetzt. Polizei und Bereitschaftsdienst der Stadtverwaltung rückten an und bereiteten dem Treiben mit der Motorsäge per Sofortverbot ein Ende.

 

Stadt wusste von nichts

 

Wie die Stadtverwaltung erklärte, befanden sich unter den bereits gefällten Bäumen mehrere, deren Fällung laut Baumschutzsatzung genehmigungspflichtig waren. Und eine solche Fällgenehmigung lag für diese Arbeiten nicht vor. „Als Stadt wussten wir nichts von diesen Arbeiten,“ so der Teamleiter Ordnung und Sicherheit der Stadtverwaltung von Halberstadt.

Die für Stadtgrün zuständige Teamchefin beim Stadt-und Landschaftspflegebetrieb Stala, Roswitha Hutfilz: „Eine traurige Geschichte, für die Anwohner ist das wirklich dramatisch.“ und weist nochmals darauf hin, dass schutzwürdige Bäume ohne Erlaubnis gefällt wurden.

 

Deutsche Bahn AG sieht sich im Recht

 

Auf Anfragen der Lokalzeitung „Volksstimme“ hüllte man sich seitens der Deutschen Bahn AG in Stillschweigen, gleichwohl wurden laut Berichten von Anwohnern trotz des Verbots die Fällarbeiten fortgesetzt. Dies wurde auch von der Teamchefin Roswitha Hutfilz bestätigt: "Offenbar haben die Arbeiter dort weitergearbeitet, während ich gerade mit ihrem Vorarbeiter zusammensaß, um das weitere Verfahren abzusprechen."

 

Die Deutsche Bahn AG sieht sich dagegen im Recht: Das Freischneiden entlang der Bahntrasse Halberstadt-Blankenburg sei von DB Netz in Auftrag gegeben worden, so eine Bahnsprecherin in Leipzig. Basis seien Auflagen und Anforderungen des Eisenbahngesetzes hinsichtlich Sicherheit und Betrieb von Bahnstrecken.

Wenig später jedoch vollzog die Bahn AG nach massiver Kritik eine formvollendete Rolle rückwärts: Mit Blick auf gefällte Bäume an ihrer Bahntrasse in Halberstadt räumte die Deutsche Bahn AG Fehler ein.

 

Teamleiterin Roswitha Hutfilz bringt es auf den Punkt: Zwar habe die Bahn mit Blick auf ihre Betriebsvorschriften die Auflage, für die nötige Sicherheit und die erforderliche Sicht entlang ihrer Trassen zu sorgen. Das entbinde sie aber nicht von der Beteiligung der zuständigen Behörden. Zugleich kündigte sie ein Bußgeldverfahren gegen die Bahn an – das unberechtigte Fällen bleibe ebenso wie bei Privatleuten nicht folgenlos.

 

 

 

 

Das Astloch des Monats November gebührt der Deutschen Bahn AG,
für eine formvollendete Rolle rückwärts nach dem Schaffen vollendeter Tatsachen...

 

...meint Ihr

Balduin Baumweh

 

 

 

Quelle: → volksstimme.de

 

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