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Schwarzes Jahr für den Baumschutz

Die Stadt Duisburg hat ihre Baumschutzsatzung abgeschafft


Die Stadt Duisburg hat ihre Baumschutzsatzung abgeschafft
Symbolfoto: kes/pixabay.com / CC0 1.0

 

 

(30.12.2015) In der Ratssitzung am 24. November dieses Jahres wurde auf Antrag der SPD- und CDU-Fraktion die Baumschutzsatzung in Duisburg abgeschafft. Wer einen Baum im eigenen Garten oder Kleingarten fällt, benötigt dafür keine Genehmigung mehr. Auch für Bauvorhaben der Kommune sind Bäume nun kein Hindernis mehr.


Die Abschaffung, so die Begründung der Befürworter, beende die Bevormundung von Bürgern und baue Bürokratie ab. Um Rechtsunsicherheiten auszuschließen, begrenzten beide Fraktionen zudem die Ausnahme vom Fällverbot nicht auf Privat- und Kleingärten, sondern schafften die Satzung vollständig ab.
Die Fällung eines Baumes muss nun nicht mehr beantragt werden. Demzufolge entfällt auch die Pflicht einer Ersatzpflanzung oder alternativ einer zu zahlenden Gebühr.
Die zuständigen Stellen in Duisburg hatten laut lokalem Pressebericht bislang über 95 Prozent der jährlich knapp 1700 Fällanträge positiv beschieden. Bei einer Gebühr von 91 €/Baum erzielte die Stadt Einnahmen von rund 300 000 €, mit denen bis zu 7000 Ersatzpflanzungen realisiert werden konnten.


Die umweltpolitische Sprecherin der grünen Ratsfraktion Anna von Spiczak-Brzezinski: „Dies ist ein schwarzes Jahr für den Baumschutz in Duisburg. Eine Baumschutzsatzung garantiert Ersatzpflanzungen für zu fällende Bäume und sorgt dafür, das Niveau der Bäume in Duisburg konstant zu halten. Denn jeder Baum leistet einen unersetzlichen Beitrag für das Mikroklima und hilft immissionsbedingte Belastungen zu reduzieren. Er bietet zahlreichen Tieren einen Lebensraum und verschönert das Stadtbild. Um das Ausmaß der Fällungen klein und die Lebensqualität in der Stadt zu erhalten, ist eine umfängliche Baumschutzsatzung, wie wir sie bisher hatten, unverzichtbar."
Nach Meinung der Sprecherin gäbe es natürlich viele Menschen in der Stadt, die verantwortungsvoll mit den Bäumen umgehen und ihren Wert zu schätzen wissen. Die Baumschutzsatzung sei daher für diejenigen gemacht, die es nicht tun. Denn nicht immer handelt der Eigentümer mit der Kettensäge vernunftgesteuert. So seien im letzten Jahr nach dem Pfingststurm Ela aus lauter Angst 200 Fällungen von gesunden Bäumen beantragt worden. Die Baumschutzsatzung habe sie letztlich davor bewahrt. Nicht auszudenken, was passiert wäre, hätte die Satzung hier nicht gegriffen. Die grüne Ratsfrau resümiert: „Nun ist die Baumschutzsatzung abgeschafft und in Duisburg ist kein Baum mehr sicher!“

 


Das Astloch des Monats November an die Duisburger Ratsmehrheit

für eine kurzsichtige Entscheidung, die sich auf lange Sicht

negativ auf das innerstädtische Klima auswirken kann

...meint Ihr

Balduin Baumweh

 

 

 

Quellen:
→ gruene-duisburg.de

→ derwesten.de


 

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