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Baumfrevel in nobler Wohngegend

Bäume sollen Tiefgarage weichen


Das Astloch des Monats Oktober 2017

Screenshot: red

 

(31.10.2017) Im Hamburger Stadtteil Uhlenhorst, stehen zwei Ahornbäume dem Bau eines Stadtpalais mit elf Wohneinheiten und einer zweigeschossigen Tiefgarage im Wege. Auf frevelhafter Weise wurde ver-sucht, die "Hindernisse" zu beseitigen. Im Schutz der Dunkelheit wurde mit Sägen und Äxten den Bäumen schwere Schäden zugefügt. Eine Überwachungskamera hat festgehalten, mit welcher Brutalität die Täter vorgingen.

 

Wie die → Hamburger Morgenpost und das → Hamburger Abendblatt berichteten, streiten sich schon seit Jahresbeginn eine Grundstückseigentümerin und eine Sylter Grundstücksgesellschaft um den Erhalt bzw. die Fällung der beiden Bäume. Die Baumeigentümerin denkt jedoch nicht daran zwei große, Sauerstoff spendende Bäume zu opfern. Eine Ausgleichszahlung für die beiden Bäume lehnte die Baumeigentümerin ebenso ab, wie das Angebot einer Ersatzpflanzung.
In der Folge ließen beide Seiten Gutachten und entsprechende Gegengutachten über den Zustand der Bäume erstellen. "Nicht verkehrssicher", so ein Gutachten der Grundstücksgesellschaft. . "Die Standsicherheit scheint augenscheinlich gegeben zu sein", heißt es in dem von der Eigentümerin eingereichten Gegengutachten.
Im Februar untersagte das Hamburger Landgerichts der Grundstücksgesellschaft, die Bäume zu fällen. Für die Eigentümerin der Bäume schien der Fall damit erledigt zu sein.

Doch weit gefehlt: Bei nächtlichen Attacken setzten Unbekannte den Bäumen mit Äxten und Sägen zu, die Baumbesitzerin konterte mit Videoüberwachung.

 

Quelle: Hamburger Morgenpost

 

Der Streit landetet vor dem Zivilgericht. Der Anwalt des Bauherrn argumentierte, dass die Wurzeln der angesägten Bäume derzeit den Bau der Tiefgarage für die acht Apartments verhindern, ohne Stellplatz bekomme man aber keine Wohnung verkauft. Kurz: Die Bäume vermiesen das Geschäft.


Bisher sah es nicht gut aus für den Investor. Der Bezirk hat den Antrag auf Baumfällung zwei Mal abgelehnt, das Landgericht stoppte die Baggerarbeiten an der Grundstücksgrenze per einstweiliger Verfügung, die Kripo ermittelt. Im Gütetermin jedoch zeichnete sich die Chance einer Streitbeilegung ab. Der Investor bot mehrere neue Bäume an, jeder zehn Meter hoch. Indes, der Zorn über das illegale Vorgehen gegen ihre Bäume sitzt bei der Baumeigentümerin zu tief. Das Angebot wird rundweg abgelehnt. Gleichwohl dämpft der Richter ihre Hoffnung, die alten Bäume zu retten: „Es handelt sich um ein Grundstück in der Großstadt, da gibt es keinen Anspruch darauf, jeden Grenzbaum zu erhalten.“

 

Das Astloch des Monats für die moralische Verwahrlosung sogenannter "Leistungsträger",
die meinen, sich dank eines gefüllten Bankkontos über Gesetz und Recht hinweg setzen zu können...

...meint Ihr

 

Balduin Baumweh

 

 

 

Quelle:
Hamburger Morgenpost

Hamburger Abendblatt
Video

 

 

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Horst Schunk, Über den Tag hinaus Horst Schunk, ein engagierter Baumschützer berichtet über praktizierten Baumschutz...über Erfolge, aber auch über Niederlagen.
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