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Pflegeschnitt endete mit Kahlschlag

Stadt ließ gesunde Bäume fällen und erstattete Selbstanzeige

Das Astloch des Monats - Pflegeschnitt endete mit Kahlschlag

Foto: Pixabay / Pixabay Lizenz

 

(12.2.2019) Eine schwere Kommunikationspanne innerhalb der Stadtverwaltung Neumünster hatte die Rodung eines größeren Gehölzbestandes mit mehreren ortsbildprägenden alten Eichen zur Folge.

 

Neumünsters Technisches Betriebszentrum hatte den Auftrag, im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht einen Rückschnitt von Brombeeren, einigen Sträuchern und großen Weidegebüschen durchzuführen. Bei der Gelegenheit wurden jedoch auch elf ortsbildprägende gesunde große Bäume gefällt.

„Das war ein eindeutiger Fehler und ein schwerer Eingriff in die Natur, der nicht ungeschehen gemacht werden kann. Die interne Kommunikation war mangelhaft. Eine Aufarbeitung des Geschehens durch die beteiligten Dienststellen ist jetzt unbedingt notwendig. Im Rahmen der eingeleiteten Ermittlungen wird die Untere Naturschutzbehörde wie bei vergleichbaren Fällen von Privatpersonen oder Unternehmen in vollem Umfang Ausgleichs- und Ersatzpflanzungen anordnen“, so Stadtsprecher Stephan Beitz. Ein entsprechendes Vorgehen stimmten die Fachdienstleiterinnen Ute Obel (Fachdienst Umwelt und Bauaufsicht) und Ute Spieler (Fachdienst Stadtplanung und -entwicklung) in einem umgehend anberaumten Gespräch mit dem Vorsitzenden des NABU Neumünster, Dr. Björn-Henning Rickert, und dem Vorsitzenden des Naturschutzbeirates, Klaus Langmaack, ab.

Hierbei wird nach Ermittlung des Sachverhalts im nächsten Schritt der Umfang der erforderlichen Kompensationsmaßnahmen festgestellt. Dabei ist nicht nur der Verlust der Bäume selbst, sondern auch der des Lebensraumes insgesamt zu berücksichtigen.

 

Umweltschützer sind entrüstet

 

Der Vorsitzende von NABU Neumünster, Dr. Björn-Henning Rickert, zeigt sich entrüstet: „Dass der Auftrag in der Beseitigung eines großen und bisher das Ortsbild prägenden Gehölzbestandes mit mehreren stärkeren Alteichen endet, ist ein nicht nachvollziehbares Desaster. Wir fordern, dass die Stadt bei der Aufklärung des Vorganges und bezüglich des zwingend aus dem Eingriff entstehenden Ausgleichserfordernisses genauso konsequent vorgeht wie bei den vergleichbaren Vorgängen in der jüngsten Vergangenheit. Der Ausgleich sollte in diesem Fall nicht nur als Ersatzpflanzung am ursprünglichen Standort, sondern darüber hinaus auf zusätzlichen weiteren Flächen erfolgen.“
Der Vorsitzende des Naturschutzbeirates, Klaus Langmaack: „Es stellt sich die Frage, wie aus einem Rückschnitt bei Brombeeren und einer Verkehrssicherungsmaßnahme ein Kahlschlag werden konnte. Dass Aufträge zwischen zwei Fachdiensten so unpräzise vergeben worden sein sollen, wirft neue Fragen auf. Eine lückenlose Aufklärung ist dringend erforderlich!“


Aufgrund der Baumfällungen hat sich die Abteilung Natur und Umwelt der Stadt Neumünster als Untere Naturschutzbehörde eingeschaltet, um die Vorgänge aufzuklären und die notwendigen Schritte einzuleiten.
„Die Untere Naturschutzbehörde arbeitet das Verfahren jetzt umgehend und ordnungsgemäß ab“, versichert Stadtsprecher Stephan Beitz abschließend.



 

Das erste Astloch des Monats für das Jahr 2019 gebührt den Verantwortlichen
für diesen - mit einem Kahlschlag endenden - Pflegeschnitt ...


...meint Ihr

Balduin Baumweh



 

 

 

Quelle:
Stadt Neumünster

 

 

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