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Alles, nur keine Bäume!

Ein Kommentar zum abhandengekommenen Baumbewusstsein


Alles, nur keine Bäume
Foto: Horst Schunk

 

(5.4.2018) Dieses Motto hat sich in unserem Land festgesetzt. Und es gilt seit Jahren, es verstärkt sich immer weiter. Alles darf in moderne Vorgärten und Gärten Einzug halten, bunter Plastikkitsch, Metallvögel, Steinbrocken, Tonnen von Kies, Millionen von Kugel-Buchs im Töpfchen, rechts und links vor der Haustüre, auf versiegeltem Boden. Eigentlich eine Beleidigung des Buchsbaumes an sich. Nur keine Bäume mehr. Längst gibt es den Kugelbuchs auch in Plastikausführung. Als gäbe es weltweit nichts anderes, als habe man vergessen, welche Vielfalt von Gehölzen, in allen Größen, zu bekommen und zu pflanzen ist.


Verschnitten
Trotz ZTV Baumpflege und Baumpfleger, die ihr Handwerk verstehen, lässt man sich die Gehölze lieber von billigen Pfuschern versauen.
Foto: Horst Schunk

Alles, nur keine Bäume! Kein Wunder, es wird ja meist nur dann über sie geschrieben, wenn diese im Orkan umgefallen sind oder wenn jemand im PS-Rausch an diese gerast ist. Städte und Gemeinden, Straßen- und Wasserwirtschaftsämter, die Landwirtschaft, sie alle machen es seit Jahren vor, das Fällen, Verstümmeln, dVersiegeln und Verbauen. Kein Platz für wilde Bäume? Die machen Dreck, Schatten, sie nehmen nur Platz weg und hindern die Sicht zum Nachbarn.

 

Fazit: Alles nur keine Bäume!


In den Baumärkten und Gartencentern wir kaum noch für richtige Bäume geworben. Wer sich nicht auskennt, weiß gar nicht mehr, wo es welche zu kaufen gibt und wie die einzelnen Sorten aussehen.
Die Menschen benötigen immer mehr Platz, die Autos werden stetig größer. Nur Bäume müssen, falls sie doch stehen bleiben dürfen, immer kleiner werden. Kaum ein Grundstück, wo man keine total zurückgeschnittenen Gehölze bestaunen darf. Sie alles bleiben Baumpatienten bei so vielen Schnittwunden. Die für die Arten typischen Formen gehen verloren. Obwohl es fachliche Richtlinien gibt (ZTV Baumpflege) und entsprechende Baumpfleger, die ihr Handwerk verstehen, lässt man sich die Gehölze lieber von billigen Pfuschern versauen.


Kahlschlag
Es wird Jahre dauern, bis alles wieder so weit nachgewachsen ist, um ökologische Funktionen zu erfüllen.
Foto: Horst Schunk

In freier Natur werden die Waldränder vom Gehölzsaum „befreit!“. Häufig sieht man Waldränder, da wurden auf mehrere Hundert Meter alle Hecken und Sträucher beseitigt. Mit speziellen Maschinen, die alles zerstören. Gerne Schlehenhecken, die doch so wichtig als Lebensräume sind. Es dauert Jahre, bis das wieder so weit nachgewachsen ist, um Funktionen zu erfüllen. Wenn man sie denn wachsen und stehen lassen würde.
Feldgehölze werden weggeräumt, den großen Landmaschinen geopfert. An Gewässern wurden in den vergangenen Jahren fast alle Großbäume beseitigt, damit kein Laub mehr ins Wasser fällt.
Beim Verkehrssicherungsschnitt wird weit mehr gefällt, als unbedingt nötig. Dann heißt es lapidar, ja, das war etwas zu viel. Trotzdem jeden Winter die gleichen Vorkommnisse. Die Landschaften sehen immer ausgeräumter aus. Und wenn man nach öffentlichen Gründen sucht, um das Fällen im Nachhinein zu begründen, heißt es dann, die waren krank, überaltert, gefährlich. Das können aber nur ausgebildete Fachleute feststellen. Doch die spart man sich gerne und häufig.


Alles, nur keine Bäume? Doch! Und jetzt erst recht!


Wenn auch viele Menschen nichts mehr vom Wert der Gehölze wissen, wenn es niemanden mehr interessiert oder völlig egal ist. Wir brauchen die Bäume trotzdem, für heute und vor allem für Morgen. Klimabäume, Futterbäume, Wohlfühlbäume, Zukunftsbäume! Die Auswahl, die Möglichkeiten sind enorm. Für jede Gartengröße gibt es passende Gehölze, natürliche Stauden und Blumen. Damit auch in den Gärten die Natur wieder eine Chance erhält. Gärten, auch Vorgärten, können mehr sein als der Präsentierteller für die neuesten Gartendekos und Supergrillanlagen. Gärten können Lebensräume sein, für Mensch und Tier gleichermaßen.
Angesichts des „Tag des Baumes“ am 25. April, der zumindest in einigen Kommunen noch begangen wird, darf daran erinnert werden.
Alles, nur keine Bäume? - Doch alles, aber mit Bäumen, denn „Bäume sind Freunde!“

(Horst Schunk)


Auf facebook: → BÄUME sind Freunde

 

Horst Schunk, Autor des Baumschutzbuches: „Über den Tag hinaus – Leben mit Bäumen“, ISBN: 978-3-925431-32-6. Erschienen im „Veste-Verlag-Roßteutscher“, war als Stadtrat in den 1980er Jahren Initiator der Coburger Baumschutzverordnung.



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