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Xylella fastidiosa gefährdet nicht nur den Olivenanbau

Das Bakterium stellt auch für unsere heimischen Eichen eine große Gefahr dar

Xylella fastidiosa gefährdet nicht nur den Olivenanbau
Foto: Nancy Gregory, University of Delaware, Bugwood.org / CC BY 3.0 US


(25.1.2017) Im Herbst 2013 wurde in der Region Apulien in Italien das großflächige Absterben tausender Olivenbäume beobachtet. Bei Tests konnte das Bakterium Xylella fastidiosa, auch als Feuerbakterium bekannt, nachgewiesen werden. Das Bakterium stammt ursprünglich aus Amerika und wurde vermutlich mit infizierten Kaffeepflanzen in die EU eingeschleppt. Aufgrund der schnellen Ausbreitung und der zahlreichen Wirtspflanzen, stellt das Bakterium eine große Gefahr, nicht nur für den Olivenanbau, dar.


Im Sommer 2015 gab es die ersten positiven Funde auf Korsika und entlang der französischen Küste. Das Bakterium ist seit November 2016 auch auf Mallorca an einzelnen Bäumen festgestellt worden. Nach spanischen Medienberichten gibt es jedoch Anzeichen dafür, dass der Krankheitserreger seit mindestens 2013 auf den Balearen präsent ist. Dies hat das spanische Landwirtschaftsministerium vor wenigen Tagen eingeräumt.

Blutzikade
Pflanzensaftsaugende Zikaden wie die Dornzikade (Centrotus cornutus) kann beim Saugen von Pflanzensäften das Bakterium in das Xylem der Pflanze übertragen.
Foto: gbohne / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.0
Zikade

Im Sommer 2016 wurde in Deutschland ein Fall der Einschleppung von Xylella fastidiosa an einer Zierpflanze in Sachsen bestätigt. Bei einer amtlichen Routinekontrolle in einer Gärtnerei im Vogtland wurde an einer untergestellten, privaten, Oleanderpflanze Befall mit dem Bakterium Xylella fastidiosa festgestellt.

 

Schaden und Symptome

 

Zikade Zikade

Das Bakterium besiedelt die Leitungsbahnen der Wirtspflanzen und sorgt so für eine Unterbrechung des Wasser-und Nährstofftransports. Die Folge sind eher unspezifische Symptome, die in ähnlicher Form auch bei Nährstoff- oder Wassermangel beobachtet werden können. Es kommt zunächst zu Verfärbungen, die meist am Blattrand oder der Blattspitze beginnen. Anschließend werden die Blätter braun und sterben ab. In einigen Fällen zeigt sich ein schmaler, aber deutlich abgegrenzter gelber Rand zwischen dem befallenen und dem noch gesunden Blattteil. In der Regel sind alle Blätter eines Zweiges befallen. Übertragen wird Xylella fastidiosa durch pflanzensaftsaugende Zikaden, die das Bakterium aufnehmen und direkt im Anschluss an andere Pflanzen weitergeben können. Die Bakterien vermehren sich im Darm der Zikade, so dass eine Zikade den Erreger ihr ganzes Leben lang übertragen kann.

Zikade

 

Gegenmaßnahmen und Bekämpfung

 

Diverse Maßnahmen, um eine Einschleppung und Ausbreitung des Feuerbakteriums zu vermeiden, wurden deutschlandweit getroffen. In den Bundesländern werden Monitoringprogramme bei Firmen welche Wirtspflanzen importieren durchgeführt, um einen möglichen Befall frühzeitig erkennen und bekämpfen zu können. Im Falle von verdächtigen Symptomen werden genauere Untersuchungen durchgeführt, um einen Befall zu bestätigen oder auszuschließen. Sollte sich ein Befallsverdacht bestätigen, werden Schritte zur Tilgung des Bakteriums ergriffen, wie Vernichtung befallener Pflanzen und die intensive Kontrolle von weiteren möglichen Wirtspflanzen.

 

Gefahr für den Wald

 

Auch unsere heimische Eiche, Bergahorn und Vogelkirsche stehen auf der Liste der Wirtspflanzen von Xylella fastidiosa. Zwar wurde zunächst angenommen, dass das Bakterium vorzugsweise in wärmeren Regionen mit milden Wintern vorkommt, dennoch wurde inzwischen auch ein Befall an Eichen in Kanada, und somit einer mit Deutschland vergleichbaren Klimaregion festgestellt. Aus diesem Grund ist davon auszugehen, dass sich das Feuerbakterium nach einer Einschleppung auch in Deutschland ausbreiten kann. Sollten sich Befallspunkte in der Nähe von Waldflächen ergeben, wird ein waldspezifisches Monitoringprogramm aktiviert und Maßnahmen eingeleitet werden, um diesem Schaderreger keine Möglichkeit zur Ansiedlung und Ausbreitung zu geben.
(red / Quelle: Wald + Holz NRW)

 

 

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