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Gesundheitscheck in der Baumkrone

Forschung zum Eschentriebsterben im Auwald

Wälder tragen weniger zum Klimaschutz bei als vermutet
Foto: Maciej Jaros (commons: Nux, wiki-pl: Nux), Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

 

(28.5.2019) Wer im zeitigen Frühjahr im Auwald bei Neuburg einen Spaziergang unternahm, konnte Wissenschaft hautnah erleben: Anna Eisen, Doktorandin an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU), hatte Pollenfallen und Windmesser aufgestellt und mit einer mobilen Arbeitsbühne im Kronendach von Eschen deren Blüten und Pollen gesammelt.

 

Arbeitsbühne
In Höhen von bis zu 20 Meter entnimmt Anna Eisen von einer mobilen Arbeitsbühne aus Proben im Neuburger Auwald. Foto: Anna Eisen/upd

Dieser Baum gilt aufgrund seiner Wärme- und Trockenre-

sistenz eigentlich als vielversprechende Sorte für den Wald-

umbau vor dem Hintergrund des Klimawandels. Jedoch ist die Esche aufgrund einer Pilzkrankheit akut in ihrer Existenz gefährdet: Das Falsche Weiße Stängelbecherchen führt zum Eschentriebsterben. Die rasante Ausbreitung der Krankheit setzt nun Forschung und Waldwirtschaft unter Druck. Gefördert von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft forscht Anna Eisen unter der Leitung von Prof. Dr. Susanne Jochner-Oette (Professur für Physische Geographie/Landschaftsökologie und nachhaltige Ökosys-

tementwicklung) deshalb zur Generhaltung der Esche. Dabei kooperiert sie eng mit dem Wittelsbacher Ausgleichsfond und dem Bayerischen Amt für Waldgenetik.

 

Bislang gibt es keine wirkungsvollen Maßnahmen gegen das Eschentriebsterben. Eine Perspektive bietet jedoch die Tat-

sache, dass etwa ein Prozent der Eschen eine natürliche Resi-

stenz gegen die Krankheit aufweist. Eine Möglichkeit zur Ein-

dämmung des Eschensterbens besteht in der gezielten Ver-

mehrung resistenter Bäume bzw. die Förderung einer natürlichen Resistenzbildung. Doch warum einige Bäume resistent sind und wie sich eine Resistenz sicher erkennen lässt, ist bislang noch nicht bekannt.

 

Pollenfalle
Im Auwald hat die Wissenschaftlerin auch elf Pollenfallen installiert, um den Pollenflug zu dokumentieren. Täglich müssen die Objektträger gewechselt werden, an denen die Pollen haften bleiben.
Foto: Anna Eisen/upd

Anna Eisen untersucht, inwieweit der Gesund-

heitszustand der Eschen die Entwicklung der Pollen beeinflusst. Dazu sammelt die Wissen-

schaftlerin in schwindelerregenden Höhen von bis zu 20 Metern mit Hilfe einer mobilen Hubar-

beitsbühne Pollenproben der Esche und un-

tersucht deren Lebensfähigkeit, welche unter anderem Aufschluss auf die Chance einer Fortpflanzung gibt. Um den Pollenflug im Au-

wald zu untersuchen, installierte sie zudem elf Pollenfallen. Seit Mitte März war Anna Eisen täglich vor Ort und wechselte die Objektträger, an denen die Pollen haften bleiben. Zudem nutzte sie die Arbeitsbühne auch für vertikale Pollenmessungen in fünf unterschiedlichen Höhen. „Durch den stündlichen Wechsel der Objektträger lassen sich Rückschlüsse auf die Änderung der Pollenkonzentration im Tages-

verlauf ziehen“, erläutert Anna Eisen. „Dies sind wichtige Informationen, um die Fortpflanzungserfolg in fragmentierten Beständen abzuschätzen.“

Bis Mitte Mai war die Wissenschaftlerin im Auwald unterwegs. Anschließend beginnt die Auswertung der Proben unter dem Mikroskop im Labor der Universität, bis im nächsten Frühjahr wieder neue Daten aufgenommen werden können.
(KU/kes)



 

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Probenentnahme mittels mobiler Arbeitsbühne 11 Pollenfallen hat die Wissenschaftlerin im Auwald aufgestellt