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Schluss mit Streusalz auf Gehwegen!

Unkontrolliertes Streuen mit Salz führt zu hohen Belastungen

 

Schluss mit Streusalz auf Gehwegen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

(2.1. 2015) Obwohl bundesweit das Aufbringen von Streusalz auf Gehwegen untersagt bzw. starken Einschränkungen unterworfen ist, kommt es immer wieder in den Wintermonaten zu wahren Streusalzorgien. Ob aus Unwissenheit oder reiner Bequemlichkeit sei dahingestellt. Schon seit Jahren kämpfen die Kommunen mit den Folgeschäden durch unsachgemäßen Einsatz von Streusalz. Denn Streusalz kann am Straßenrand wachsende Pflanzen schädigen. Gelangt das Salz mit verspritztem Schnee oder Wasser direkt auf die Pflanzen, kommt es zu Kontaktschäden (zum Beispiel Verätzungen der Pflanze).


Die Schäden sind umso gravierender, je näher die Pflanzen an den Straßen stehen
Das mit dem Schmelzwasser versickerte Streusalz kann sich in Straßenrandböden über viele Jahre anreichern. Schäden an der Vegetation zeigen sich daher erst oft zeitverzögert. Bei einem überhöhten Salzgehalt im Boden werden wichtige Nährstoffe verstärkt ausgewaschen und die Aufnahme von Nährstoffen und Wasser durch die Pflanzen erschwert. Feinwurzeln von Bäumen sterben ab, so dass die lebenswichtige Symbiose mit Bodenpilzen (Mykorrhiza) leidet. Es kommt zu mangelnder Wasserversorgung und zu Nährstoffungleichgewichten.

Bei Laubbäumen sind daher viele Blätter bereits im August abgestorben oder weisen Gelbfärbungen – so genannte Chlorosen auf – die vornehmlich bei Nährstoffungleichgewichten entstehen. Das Resultat der unzureichenden Wasser und Nährstoffaufnahme ist die typische Dreifarbenfolge Braun-Gelb-Grün an den Blättern, die auf Salzschädigungen hinweisen. Langfristig führt eine solche Mangelversorgung zu einer verstärkten Anfälligkeit der Pflanzen gegenüber Krankheiten und zu ihrem vorzeitigen Absterben.
arbolito - kein Streusalz an meinen Stamm!Die Schäden sind im Allgemeinen umso gravierender, je näher die Pflanzen an den Straßen und Wegen stehen. Besonders betroffen sind daher zum Beispiel Pflanzen an Fußwegen oder in Alleen. Da Alleenbaumarten, wie Ahorn, Linde und Rosskastanie, zudem salzempfindlich sind, sind sie besonders gefährdet.

 

Unkontrolliertes Streuen mit Salz führt zu hohen Belastungen

Nach Untersuchungen in 2012 traten in Osnabrück die stärksten Vitalitätsverluste der Bäume nicht abschnittweise auf, sondern meist nur an einzelnen Bäumen. Durch den flächendeckenden Streumitteleinsatz in harten Wintern tritt zwar eine hohe Grundbelastung mit Salz in den Bäumen und Böden ein, aber erst weiteres unkontrolliertes Streuen mit Salz der meist privaten oder gewerblichen Gehwegreinigung führt zu akut toxischen Belastungen. Weil die Baumscheiben in einer Ebene mit dem zu räumenden Fußweg liegen und für die Luft- und Wasserversorgung der Wurzeln meist offen gehalten werden, kann gerade auf der Seite des Fußwegs das Streusalz gut in den Wurzelraum eindringen. Hier zeigt sich allergrößter Handlungsbedarf. Angesichts der nachgewiesenen negativen Einflüsse des Salzeinsatzes sind Bestrebungen zur Lockerung der gesetzlichen Regelungen des Salzverbots auf Gehwegen klar zu verneinen.

 

Was kann der Bürger tun?

Verzicht auf Streusalz

Die Straßenreinigungssatzungen vieler Kommunen untersagen grundsätzlich den Einsatz von Streusalz auf Gehwegen im Rahmen der Anliegerpflichten Nur in Ausnahmefällen darf Salz eingesetzt werden.
Das umfangreiche Salzangebot in Baumärkten und Einkaufszentren ändert an diesem Streusalzverbot nichts. Abstumpfende Streumittel, die ebenfalls in ausreichender Menge in den Märkten vorgehalten werden, reichen bei sorgsamer Verwendung in der Regel aus, um die Verkehrssicherheit auf Gehwegen zu gewährleisten.

 

Wässern von Gehölzen
Durch ausreichende Bewässerung kann den Straßenbäumen sowohl in Trockenheitsphasen als auch nach verstärkten Salzeinsätzen geholfen werden. Daher kann jeder Bürger etwas zur Vitalität der Straßenbäume beitragen, indem er „seinen Straßenbaum“ wässert.

 

Angepasste Fahrweise und Rücksicht
Trotz widriger Straßenverhältnisse kann mit einer angepassten Fahrweise der Einsatz von Streusalz entbehrlich sein bzw. auf ein Minimum reduziert werden. In Gebieten mit regelmäßigen Schneelagen funktioniert diese den jeweiligen Straßenverhältnissen angepasste Fahrweise gut.

 

(Quellen: Stadt Osnabrück und Bundesumweltamt)

 

Weiterführende Links

Streusalz: Sicherheit für den Verkehr – Belastung für die Umwelt

Tausalz - Baumschäden durch Winterdienst



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Die Schäden an den Pflanzen werden zumeist im Spätsommer sichtbar. Betroffen sind vorwiegend Bäume im unmittelbaren Straßenrandbereich Aufkleber Streusalz