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17. Kommunales Baumpflegeseminar in Waiblingen

Rückblick auf eine gelungene Veranstaltung

 

17. Kommunales Baumpflegeseminar in Waiblingen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(22.4.2014) Am Dienstag, den 1. April 2014 war es wieder soweit: das 17. Kommunale Baumpflegeseminar fand am bewährten Standort im Bürgerzentrum Waiblingen statt. Über 120 Teilnehmer/-innen – Vertreter und Vertreterinnen der Grünflächen-, Tiefbau- und Straßenämter von Kommunen, Landkreis- und Bauverwaltungen
über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus – folgten dem Ruf von Hartmut Neidlein, Sachverständigenbüro Baum.Erfahrung und Dennis Zauser, Neidlein Baumerhaltung & Baumüberprüfung. Wohlwissend, dass die beiden Veranstalter wieder hochkarätige Referenten mit Interessantem und Wissenwertem rund um das Thema Baumpflege zu bieten haben:

 

•. Luis Ramos, Fachgutachter für Fledermäuse:
Berücksichtigung von Fledermausvorkommen bei Baumpflegearbeiten
– Beispiele aus der Praxis

 

•..Dr. Karlheinz Weber, Diplom-Biologe am Karlsruher Institut für Technologie (KIT):
Röhrenschichtanalyse – Altersbestimmung und Körpersprache mehrjähriger Pilzfruchtkörper
.

sowie:

Wenn die Veredelung das Stammbruchrisiko erhöht.

•.Johannes Prügl, Diplom-Ingenieur agr. Gartenbau, Bodensachverständiger:

Problemzone Baumstandort: Gedeihen Bäume in jedem Boden, auch ohne Regelwerke?

 

•. Manfred Brehm, Geschäftsführer Vogt Baugeräte GmbH:
Die gute Hilfe für Bäume und Sträucher – Beseitigung von Staunässe – Bodenlockerung
und Injektionstechnik an Bäumen und Sträuchern.

 


 Luis Ramos, Fachgutachter für Fledermäuse: Berücksichtigung von Hartmut Neidlein begrüßt den Referenten Luis Ramos Der Seminartag startete mit dem Beitrag von Luis Ramos, Fachgutachter für Fledermäuse, der engagiert über die richtige Vorgehensweise bei Baumpflege-, Kappungs- und Fällungsmaßnahmen bei höhlenbesetzten Bäumen referierte. Diese ökologisch wertvollen, sogenannten Habitatbäume, sind mit ihren Fäulnishöhlen oder Rindenspalten wichtige Quartiere für verschiedene, streng geschützte Fledermausarten. Gleichzeitig sind die verantwortlichen Baumpfleger/-innen in Gemeinden und Städten für die Verkehrssicherung solcher (meist) Altbäume verantwortlich. Neben Informationen über die Fledermausarten und den Artenschutz wurden hier wichtige Informationen transportiert, wie man mit solchen Konfl iktsituationen verantwortungsvoll umgeht und mögliche Verbotstatbestände vermeidet.


Nach einer kurzweiligen Kaffeepause berichtete Dr. Karlheinz Weber, Diplom-Biologe am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) über die Möglichkeit der Röhrenschichtanalyse – Altersbestimmung und Körpersprache mehrjähriger Pilzfruchtkörper.
Diese ist ein wichtiges Hilfsmittel für jede Baumpflegerin und jeden Baumpfleger, wenn es darum geht, den Holzabbau im Inneren eines Stammes und somit die Verkehrssicherheit des Baumes zu beurteilen. Denn mehrjährige Pilzfruchtkörper signalisieren durch große Zuwachswülste am Fruchtkörper während der Wachsstumsphase noch viel Restholz im Stamminneren, was den Baum allerdings nicht automatisch „sicher“ macht. Abnehmendes Restholz führt dagegen zu einer Unterversorgung des Pilzmycels während der Wachstums-Saison, der Fruchtkörper bildet daher nur kleine Zuwächse aus – bis hin zur sogenannten Armuts-Runzel-Knolle. Letzteres ist ein klares Signal, 17. Kommunales Baumpflegeseminar in Waiblingen Blick in den gut gefüllten Saal dass der Stamminnenraum hohl ist und das Restholz stark zersetzt. Sehr anschaulich und kompetent stellte Dr. Karlheinz Weber verschiedene Pilzarten vor, bei denen eine Altersabschätzung möglich ist und somit bei deren Vorkommen an Altbäumen Rückschlüsse auf die jeweilige Baumbeschaffenheit gezogen werden kann.


Nach der Mittagspause kam der Seminarbeitrag von Johannes Prügl, Diplom-Ingenieur agr. Gartenbau, Bodensachverständiger: Problemzone Baumstandort: Gedeihen Bäume in jedem Boden, auch ohne Regelwerke? zum Vortrag. Problemflächen, DIN-Normen, ZTVen, FLL-Baumpflanzrichtlinien und sogar
Baumpflanzanleitungen von Substratherstellern machen den Stadtgärtnern die Neupflanzung von Jungbäumen nicht einfacher. Das fach- und normgerechte Baumpflanzen mit der richtigen Vegetationstechnik bis hin zur korrekten überbauten oder unüberbauten Pflanzgrubenbauweise brachte Johannes Prügl den Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmern und reich bebildert mit Beispielen aus der Praxis näher. Er stellte einfache und wirksame Möglichkeiten der Bodenverbesserung vor. Über Sinn und Unsinn des Einsatzes von Bodenhilfsstoffen und Baumsubstraten wurde rege diskutiert.


Gleich im Anschluss zeigte ein Kurzfilm von Manfred Brehm, Geschäfsführer Vogt Baugeräte GmbH, die Ursachen für Staunässe und deren Beseitigung und die Zuhörer/-innen waren direkt im nächsten Thema: Die gute Hilfe für Bäume und Sträucher – Beseitigung von Staunässe – Bodenlockerung und Injektionstechnik an Bäumen und Sträuchern.
Wie führt man eine fachgerechte Bodenlockerung in einem verdichteten Wurzelraum durch und iniziiert zukünftig die Flächendruckentlastung am Baumstandort? Wie wendet man in verschiedenen Bodentiefen die richtige Injektionstechnik an? Welche Injektionsmengen sind an welchen Stellen bei Bäumen und Sträuchern von Nöten? Wie dosiert man die Injektionsgaben von gemischten Produkten wie Wasserspeicher, Luftkapazitätsbildern, Dünger oder Streusalzbeseitigern? Auf all diese Fragen wusste Manfred Brehm fachliche Tipps und Ratschläge.


Zuletzt folgte nach der zweiten Kaffeepause auch das zweite Thema von Dr. Karlheinz Weber: Wenn die Veredelung das Stammbruchrisiko erhöht. Häufig sind Bäume entlang von Straßen oder in Parkanlagen veredelt. Durch unvollständige Pfropfverbindungen bzw. Verschweißungen von Edelreis und Unterlage entstehen bei der Veredelung von Bäumen oft Einschlüsse oder Faserverwirbelungen, die von außen nicht sichtbar sind. Bei entsprechender Windlast bilden diese mechanische Schwachstellen im Baum oft eine Sollbruchstelle. Um dieses Risiko richtig deklarieren zu können, präsentierte Dr. Weber die Stanztechnik, mit der die eingehende Untersuchung von Veredelungsstellen möglich ist.

 

Bei so viel wichtiger und spannend verpackter Information geht ein Seminartag schnell vorüber. Einig waren sich alle Referenten in einem Punkt: Ganz gleich ob es um den Artenschutz im Lebensraum Baum, das gute Gedeihen oder die Verkehrssicherheit eines Baumes geht – die alleinige Verantwortung trägt immer der Baumbesitzer. Damit man dieser Verantwortung auch gerecht wird, stehen diesem die unterschiedlichsten Experten gerne zur Seite. Die vielseitige Schulung der mit den baumpflegerischen Aufgaben betrauten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist hierfür jedoch ebenso wichtig.

 

Nach angeregten Diskussionen und Gesprächen gingen die Teilnehmer/-innen wieder in alle Himmelsrichtungen auseinander. Zu unserer Veranstalterfreude hörten wir viele Stimmen: „Auch das 17. Kommunale Baumpflegeseminar mit seinen abwechslungsreichen Themen war ein gelunger Baustein der Weiterbildung. Nächstes Jahr kommen wir gerne wieder!”

(Text/Fotos: Neidlein Baumerhaltung)



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