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20. Kommunales Baumpflegeseminar in Plüderhausen

Das Kommunale Baumpflegeseminar bleibt in Bewegung

 

20. Kommunales Baumpflegeseminar
Foto: Neidlein Baumerhaltung

 

(12.5.2017) Das Kommunale Baumpflegeseminar bleibt in Bewegung. Die 20ste Veranstaltung lockte am 3. Mai 2017. über 110 Vertreterinnen und Vertreter der Grünflächen-, Tiefbau- und Straßenämter von Kommunen, Landkreis- und Bauverwaltungen über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus nach Plüderhausen in die Staufenhalle.

 

Ulf Lütticke und Johannes Klein vom veranstaltenden Unternehmen „Neidlein Baumerhaltung und Baumüber-prüfung” konnten spannende Referenten rundum das Thema Baumpflege gewinnen:


  Artenschutz in der Baumpflege
Herr Ingo Lembcke, Dipl.-Forstingenieur (FH),
Sachverständiger für Baum- und Artenschutz Berlin-Brandenburg
  Baumpflanzungen zur Baumsicherung unter Verwendung der Pfahlwurzel aus Eisen
Herr Holger Pullwitt, Gartenbautechniker,
Große Kreisstadt Leonberg, Tiefbauamt / Gartenbau
  Von der Holzanatomie zur Biomechanik, Baumstatik und Verkehrssicherheit
Herr Frank Rinn, Dipl. Physiker,
Sachverständiger für Baum- und Holz-/Bauwerksuntersuchung Heidelberg

  Rechtsprechung im Baumrecht
Herr Daniel Sorić,
Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht Schorndorf


Ingo Lembcke, Dipl.-Forstingenieur (FH), Sachverständiger für Baum- und Artenschutz aus Berlin-Brandenburg, stellte gleich zu Beginn seines Vortrags klar: „Baumpfleger/-innen sind Artenschützer.”
Hierfür existieren drei Gründe:
   • Das Überleben der Menschheit hängt von der Artenvielfalt ab.
   • Bei Zuwiderhandlung drohen Bußgelder bis zu 50.000 Euro
   • und Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren.
Besonderen Artenschutz bei der Baumpflege genießen dabei Fledermäuse, Vögel, Hornissen und Bienen, für den Forst ungefährliche Bockkäfer, Pracht-und Mulmkäfer sowie Flechten. Hier muss mit der notwendigen Sorgfalt vorgegangen werden. Anhand vieler Spezialfälle konnten die Teilnehmenden Ihr Wissen um den Artenschutz und die richtige Vorgehensweise vertiefen. Je nach Bundesland sind die Bestimmungen jedoch sehr unterschiedlich, daher gilt: Bei unklarer Sachlage zuerst mit der Naturschutzbehörde vor Ort in Kontakt treten.

 

LogoNach einer Kaffeepause im Foyer berichtete Gartenbautechniker Holger Pullwitt über seine fundierten Erfahrungen der Baumsicherung bei Baumpflanzungen unter Verwendung der Pfahlwurzel aus Eisen.
Wichtig für das Baumwohl, vorallem bei kleinen Pflanzgruben, ist dabei die richtige Beschaffenheit des Pflanzsubtrats, eine ausreichende Wasser­versorgung sowie die Zugabe des baumspezifisch richtigen Mykorrhiza. Der Referent kann auf die Ergebnisse von beinahe 1.000 Baumpflanzungen mit der Pfahlwurzel-Technik zurückgreifen. Anschaulich erläuterte er die Vorteile und richtige Anwendungsweise dieser Verfahrenstechnik auch im Vergleich zu anderen Baumverankerungstechniken. Eine tolle Gelegenheit für alle Seminarteilnehmer/-innen von diesem fundierten Wissen zu profitieren.

 

Nach der Mittagspause mit gemeinschaftlichem Essen und fachlichem Austausch referierte Frank Rinn, Dipl. Physiker und Sachverständiger für Baum- und Holz-/Bauwerksuntersuchung aus Heidelberg über Holzanatomie, Biomechanik, Baumstatik und Verkehrssicherheit. Wie hohl darf ein alter Baum sein, Neidlein Baumpflegeseminarbevor seine Standsicherheit gefährdet ist? Wie kann man die Biege-Belastbarkeit eines Baumstammes abhängig von der Windlast berechnen? Ab wann ist ein Flaschenhals am Stammfuß eines Baumes gefährlich? Auf all diese Fragen lieferte Referent Rinn eine kompetente Antwort.

 

Nach der zweiten Kaffeepause sprach dann Daniel Sorić, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht aus Schorndorf über die Rechtssprechung im Baumrecht. Der Beruf des/der Baumpflegers/-in bringt neben dem eigentlichen Handwerk auch viele Anforderungen an die sachgerechte Pflichterfüllung mit sich. Umso wichtiger, aus erster Hand Informationen über die aktuelle Rechtslage in Sachen tote Äste, fallende Früchte, Verkehrssicherheit oder Grenzbäume zu erhalten. Mit vielen Fallbeispielen im Gepäck konnte der Referent bleibende Informationen in Sachen Baumrecht vermitteln.


Fazit: Viele kompetent verpackte Informationen ließen den Seminartag wie im Flug vergehen. Nach intensiven Fachgesprächen gab es von den Teilnehmer/-innen am Ende des Tages für uns als Veranstalter das wichtige Feedback: „Wir haben wieder Neues erfahren und nehmen nützliche Informationen mit in unseren Berufsalltag.“ Die gute Aufbereitung der Seminarthemen zum Nachlesen ist uns wichtig.

Bleibt uns nur noch ein großes Dankeschön an alle Referenten und Teilnehmer/-innen und wir freuen uns schon auf nächstes Jahr!

(Text/Fotos: Ulf Luetticke Neidlein Baumerhaltung)

 



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