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19. Kommunales Baumpflegeseminar in Lorch

Rückblick auf eine wiederum gelungene Veranstaltung

 

19. Kommunales Baumpflegeseminar in Lorch

 

(17.4.2016) „Nichts ist so beständig, wie der Wandel” – frei nach Heraklit von Ephesus hatte das Kommunale Baumpflegeseminar in seinem 19. Veranstaltungsjahr auch einige Neuerungen zu bieten: Der Veranstaltungsort hat sich von Waiblingen das Remstal hoch bewegt. Das Kloster Lorch bot mit seinem historischen Boden eine schöne Kulisse für das diesjährige Seminar. So trafen sich über 80 Vertreter und Vertreterinnen der Grünflächen-, Tiefbau- und Straßenämter von Kommunen, Landkreis- und Bauverwaltungen über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus, um Neues und Wissenswertes rund um die Baumpflege zu erfahren.

 


LogoEbenfalls neu in diesem Jahr: Dennis Zauser, Inhaber der Firma Neidlein Baumerhaltung & Baumüberprüfung hat die inhaltliche Planung und Leitung des Seminars vertrauensvoll in die Hände seiner langjährigen Mitarbeitern Ulf Lütticke und Johannes Klein gegeben. Wohlwissend, dass diese hochkaräti­ge Referenten mit relevanten Themen zu Wort kommen lassen – das frühere Schweigegelübte der Mönche im Refektorium des Klosters, dem aktuellen Veranstaltungsraum des Seminars, hat Ulf Lütticke, Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung, in seiner Einführungsansprache vorsorglich hierfür aufgehoben.

  Ein Trend hat sich etabliert: Baumbestattungen als Teil der Friedhofskultur
Herr Thorge Semder, Dipl.-Ing. (FH) Landespflege
  Baumkontrolle mit Geoinformationssystemen
Herr Dr. Burkhard Walter, Dipl.-Agraringenieur, ö.b.v.
Sachverständigenbüro Fischer, Dr. Scherer und Partner, Gütersloh
  Pflegemanagement einer denkmalgeschützten Parkanlage am Beispiel des historischen Schlossgartens in Donzdorf
Herr Georg Krause, Dipl.-Biologe, Stadt Donzdorf
  Wichtige Schaderreger an Gehölzen – Bewertung und Bekämpfungsstrategien
Herr Jochen Veser, Dipl.-Gartenbauingenieur, Gartenberatung Veser, Korntal­Münchingen


Thorge Semder, Dipl.-Ing. (FH) Landespflege, startete den Tag mit seinem informativen Vortrag „Ein Trend hat sich etabliert: Baumbestattungen als Teil der Friedhofskultur.”
Anschaulich mit viel Bildmaterial erläuterte er sein Konzept der BaumGrab-Urnenanlage, eine für Kommunen interessante und pflegeleichte Alternative zur Beisetzung in ästhetisch fragwürdigen Urnennischenwänden.
Bei diesem neuen Konzept wird ein einzelner Baum zum wachsenden Grabstein, umgeben von einem in konzentrischen Kreisen angeordneten Urnengrabfeld- und Wegenetz. Der Baum wird im Zentrum der Anlage zum gestalterischen und emotionalen Bezugspunkt.
Interessant auch die ausführlich dargelegten Kostenrechnungen der Anlage von den Baukosten über Erhaltungs- und Pflegeaufwendungen bis hin zu den zu erwartenden Einnahmen, auch im Vergleich im Spannungsumfeld Friedhof/Bestattungswald. Insgesamt eine schöne und finanziell attraktive Möglichkeit, die Bestattungsvielfalt auf Friedhöfen zu erweitern und deren Wirtschaftlichkeit zu erhalten.

 

Kloster LorchNach einer Kaffeepause im Kreuzgang des Klosters berichtete Dr. Burkhard Walter, Dipl.-Agraringenieur, ö.b.v. vom Gütersloher Sachverständigenbüro Fischer, Dr. Scherer und Partner, über die Baumkontrolle mit Geoinformationssystemen. Der Referent nahm die Seminarteilnehmer/-innen mit auf eine kurzweilige Zeitreise durch 20 Jahre Firmenerfahrung mit digitalen Baumkatastern.Von der historischen Entwicklung der Erfassung und Verwaltung von Baumdaten kam er schnell zu den konkreten Kernthemen: Dem hohen zeitlichen Aufwand der Datenverwaltung, die vielen Individuallösungen bei den Datenbanksystemen sowie die Problematik der Archivierung des großen Datenaufkommens. Lösungen hatte Dr. Burkhard Walter auch zur Hand: Dem hohen Datenaufkommen kann man ein Stück weit durch den Einsatz von Vektorgrafiken bei den Kartengrundlagen begegnen. Diese sind qualitativ hochwertiger und benötigen nicht soviel Speichervolumen wie Rastergrafiken. Ebenso spannend auch die Erläuterungen zum Thema „Baumkataster oder Fachschalenlösung?“
Alles in allem gelungene Ausführungen und viele Entscheidungshilfen wenn es um die Frage geht: Was sollte ein Baumkataster leisten, für welche Soft- und Hardware sollte man sich entscheiden?

 

Nach der Mittagspause mit gemeinschaftlichem Essen referierte der Dipl.­Biologe Georg Krause über das „Pflegemanagement einer denkmalgeschützten Parkanlage am Beispiel des historischen Schlossgartens in Donzdorf ”. Es gab vielfältige Informationen: Historisches und Botanisches, Geophythen und Skulpturen und vor allem – ein Pflegekonzept eigenverantwortlich durchgeführt vom engagierten und fachlich kompetenten Personal. Besonders interessant dabei: Das Abenteuer einer Parkrestaurierung unter dem Aspekt des Wurzelschutzes für den sehr alten, erhaltenswerten Baumbestand! Brillant bebildert und somit leicht nachvollziehbar war die Freistellung von Sichtachsen im Park sowie die Umstellung von prächtigen, aber kostenintensiven Wechselflor-Rabatten auf ausdauernde Staudenbepflanzung.
Für alle spannend: Die Pflege der Baumveteranen im Park – vom Erhalt der Verkehrssicherheit über den Pilzbefall bis hin zur Hallimasch-Bekämpfung.

 

Nach der zweiten Kaffeepause sprach dann Jochen Veser, Dipl.-Gartenbauingenieur bei Gartenberatung Veser aus Korntal-Münchingen über „Wichtige Schaderreger an Gehölzen – Bewertung und Bekämpfungs-

strategien”. Hier gab es kompetente Auskunft über die rechtlichen Regelungen für die Ausbringung von Pflanzenschutzmittel (PSM) im öffentlichen und privatem Raum und zusätzliche Anwendungsbestimmungen.
Wichtig für die Bestimmung der Bekämpfungsstrategie: die umfassende Diagnose unter ganzheitlichen Betrachtungen der verschiedenen Schadpotentiale und mit den richtigen Hilfsmitteln. Immer mit dem Bewusstsein, dass die Toleranzgrenze des Gärtners eine ebenso wichtige Rolle wie die der Kulturpflanze spielt . Wichtig und gut war also an dieser Stelle der umfassende Überblick über die vielfältigen Bewertungskriterien der Schaderreger und die passenden Bekämpfungsmaßnahmen.


Fazit: Bei so vielen wichtigen und kompetent verpackten Informationen ging der Seminartag wie im Flug vorbei. Nach intensiven Diskussionen und guten Gesprächen gab es von den Teilnehmer/-innen am Ende des Tages für uns als Veranstalter ein wichtiges Feedback: „Wir haben wieder viel Neues gehört und nehmen nützliche Informationen mit in unseren Berufsalltag. Schön auch die gute Aufbereitung der Seminarthemen zum Nachlesen.”


Bleibt uns nur noch ein großes Dankeschön an alle Referenten und Teilnehmer/-innen und die Vorfreude auf nächstes Jahr!


(Text/Fotos: Neidlein Baumerhaltung)

 



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