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Schneiden und Fällen auf engstem Raum

Von Baum zu Baum im Großstadtdschungel

Einen Baum fällen zu müssen, versuchen Baumpfleger zu vermeiden. Ist es unumgänglich, schaffen sie es aber auch auf beengtem Raum. Mithilfe der seilunterstützten Klettertechnik arbeiten sie direkt am und im Baum
Foto: GMH/Fachverband geprüfter Baumpfleger


(22.5.2019) Ein Traum! Eine Oase! Ein kleines Refugium, wo man es am wenigsten vermutet hätte! Man-

che Stadt mag auf den ersten Blick wenig grün erscheinen, aber hinter den Häuserfronten eröffnet sich oft eine ganz andere Welt: Kleine, aber feine Gärten und lauschige Hinterhöfe schaffen eine ganz beson-

dere Atmosphäre, zu der nicht zuletzt eine erstaunlich hohe Zahl an Bäumen beiträgt. Zierkirschen, Bir-

ken, Fichten und sogar mancher Walnussbaum bilden über Mauern und Zäune hinweg ein atmendes grünes Mosaik.

 

Arbeitserleichterung
Arbeitserleichterung: Wo die Zufahrt möglich ist, muss aus Gründen des Arbeitsschutzes eine Hubarbeitsbühne zum Einsatz kommen. Foto: GMH/Fachverband geprüfter Baumpfleger
Gut gerüstet
Gut gerüstet: Je nach Pflegemaßnahme und Beschaffenheit des Baums können Hubarbeitsbühne und Seilklettertechnik auch parallel zum Einsatz kommen.
Foto: GMH/Fachverband geprüfter Baumpfleger
Naturdenkmal
Naturdenkmal: Die alte Eiche stirbt langsam ab. Da sie zahlreichen – teils geschützten – Tierarten als Lebensraum dient, wird sie nicht gefällt, sondern als sogenannter Habitatbaum so lange wie möglich erhalten.
Foto: GMH/Fachverband geprüfter Baumpfleger

Zu den Glücklichen, denen sich diese „geheimen Gär-

ten“ regelmäßig öffnen, gehört Jörg Cremer vom Fachverband geprüfter Baumpfleger. Der Ver-

bandsvorsitzende ist selbst Fachagrarwirt für Baum-

pflege und Baumsanierung und betreut seit 30 Jahren unzählige Hinterhofhelden. „Bäume im Wohngebiet steigern die Lebensqualität und den Grundstückswert. Damit sie lange erhalten bleiben, müssen sie aber fachgerecht gepflegt werden. Im eng besiedelten Raum ist das umso wichtiger, denn falsch geschnittene oder wild gewachsene Bäume werden schnell zum Sicherheitsrisiko“, fasst Cremer zusammen.


Früher Rat kommt günstiger


Wie aber pflegen, wenn das Fachwissen fehlt, und die Krone der Sphäre der Haushaltsleiter längst entwach-

sen ist? An dem Punkt kommen häufig die professio-

nellen Baumpfleger ins Spiel – im besten Fall schon deutlich früher, im schlechtesten erst beim Wunsch nach einer Fällung. „Im Idealfall begleiten wir einen Baum schon in seiner Jugendphase: Wer die ersten 15 Jahre am Ball bleibt und alle zwei, drei Jahre den Profi ranlässt, muss später nur noch selten eingreifen. Man spart Geld und gewinnt einen attraktiven, langle-

bigen Baum“, erläutert der Baumsachverständige.

Für Schnittmaßnahmen wie auch für Fällungen greifen die Baumpfleger je nach Ortslage auf unterschiedliche Methoden zurück: „Am häufigsten sind wir per Seilklettertechnik oder per Hubarbeitsbühne unterwegs.

Mithilfe der Klettertechnik kommen wir auch auf den kleinsten Grundstücken zurecht und in die höchsten Bäume. Bei einer Fällung zerlegen wir den Baum vom Leittrieb beginnend Stück für Stück und seilen die Teile kontrolliert ab. Den Stumpf zerkleinern wir mithilfe einer Stubbenfräse zu Holzspänen. Es muss also auch niemand Verwüstungen im Garten befürchten – im Gegenteil, hinterher ist es oft aufgeräumter als vorher.“
Wirklich teuer wird es nur in Ausnahmefällen, etwa wenn Grundstückseigentümer das Unvermeidliche zu lange herausgezögert haben und ein stark geschädig-

ter Baum selbst für die versierten Kletterer zu unsicher ist. Dann muss unter Umständen auch mal ein Kran zum Einsatz kommen.


„Der Baum muss weg“


Die häufigsten Gründe für Fällungen sind nicht etwa kranke oder überalterte Bäume. „Der Baum stört, weil er die Wohnung verdunkelt, weil er verstärkt nadelt oder Blätter abwirft, kümmert oder unansehnlich geworden ist – oft durch einen falschen Schnitt durch den Grundstückseigentümer oder durch Nicht-Fachfirmen, die Baumpflege nur im Nebenerwerb betreiben“, zählt Jörg Cremer auf. Die Beratung durch die Baumpfleger kann dann in verschiedene Richtungen gehen. „Als Baumpfleger liegen uns Bäume am Herzen, deshalb ist es uns am liebsten, wenn wir eine überzeugende Alternative zum Fällen finden. Das gelingt auch sehr häufig, etwa mit gezieltem Aufasten, einer Bodensanierung oder einem Korrekturschnitt, der die Harmonie der Krone wiederherstellt.“

 

Monumental
Monumental: Die stattliche Buche überragt die umgebenden Gebäude und ist mit einer Hebebühne nicht zu erreichen. Ein Fall für professionelle Baumpfleger. Foto: GMH/Fachverband geprüfter Baumpfleger


Kommt nur eine Fällung in Frage, beraten die Profis auch zu allen rechtlichen Belangen, vom Beantragen der Fällgenehmigung bis zu Fragen des Bundesnaturschutzgesetzes oder der örtlichen Baumschutzsatzung. „Geprüfte Baumpfleger können außerdem nicht nur kompetent zum Thema Ersatzpflanzungen beraten, sie sind häufig auch als Sachverständige für die Kommunen tätig. Entsprechend hat ihre Einschätzung Gewicht, wenn etwa Ersatzpflanzungen behördenseitig ohne Ortskenntnis angeordnet wurden und in der Praxis wenig sinnvoll erscheinen“, erläutert der Experte.
(GMH/FgB)

Baumpflege: So finden Sie den passenden Betrieb
Der Begriff Baumpfleger ist rechtlich nicht geschützt. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, entscheidet sich für einen Mitgliedsbetrieb des Fachverbands geprüfter Baumpfleger. Er ist der einzige Verband, der nur geprüfte Baumpfleger aufnimmt, und sorgt mit kostengünstigen eigenen Veranstaltungen für eine fundierte Weiterbildung seiner Mitglieder.
Eine Betriebssuche finden Sie unter → www.baumpflegeverband.de


 

 

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