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Mit dieser Fliege ist nicht gut Kirschen essen

Die Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi), ein Schädling im Obstbau


Kirschfruchtfliege
Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi). Foto: Andreas Vietmeier, Landwirtschaftskammer NRW

 

(6.6.2017) Die Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi) ist eine Fliege aus der Familie der Bohrfliegen (Tephritidae). Die Kirschfruchtfliege ähnelt in ihrem Aussehen einer Stubenfliege. Sie ist etwa fünf Millimeter lang, besitzt einen glänzenden, schwarzen Körper und große, grüne Augen. Als weiteres Kennzeichen hat sie gelbliche Beine und ein besonders markantes gelbes, dreieckiges Schildchen zwischen den Flügeln.


Fruchtfliegenfalle
Kirschfruchtfliegenfalle.
Foto: Andreas Vietmeier, Landwirtschaftskammer NRW

Wer eine reiche Süßkirschenernte aus seinem Garten haben möchte, sollte jetzt gelbe, beleimte Kirschfruchtfliegenfallen in seinen Kirschbäumen aufhängen, rät der Pflanzenschutz-

dienst der Landwirtschaftskammer NRW. Denn jetzt beginnt die Eiablage. Nur so kann verhindert werden, dass die fünf Millimeter große, schwarze Fliege Rhagoletis cerasi ihre Eier in die Kirschen legt, und die daraus schlüpfende Made das Kirscheninnere in eine faule Masse verwandelt. Kirschfruchtfliegen, die ihre Eier in Kirschen ablegen wollen, werden von der gelben Farbe der Falle angelockt und bleiben auf der Falle haften. Seit einigen Jahren tritt bei uns zusätzlich die eingeschleppte Amerikanische Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cingulata) auf, die auch vor Sauerkirschen nicht Halt macht.

 

Mitte Mai bis Anfang Juni beginnt der Flug der Kirschfruchtfliegen. Sie sind vor allem bei warmer trockener Witterung verstärkt aktiv. Das Weibchen sticht die Kirsche an, wenn sie sich von gelb nach gelbrot verfärben, und platziert ein Ei. Da jede Frucht nur eine Made aufnehmen kann, markiert die Kirschfruchtfliege jede Kirsche

Made
Made der Kirschfruchtfliege.
Foto: Bauer Karl / Wikimedia Commons / CC BY 3.0

mit einem Duftstoff, der den anderen Weibchen signalisiert, dass diese Kirsche besetzt ist und weiter gesucht werden muss. In befallenen Früchten findet man kleine, bis sechs Millimeter lange, weiße Maden. Die voll entwickelte Larve bohrt sich aus der Frucht und lässt sich zu Boden fallen, wo sie sich in der obersten Bodenschicht verpuppt. Aus der Puppe schlüpft im nächsten Frühjahr eine neue Kirschfrucht-

fliegengeneration.
Besonders gefährdet sind mittlere und spätreifende Süßkir-

schensorten. In seltenen Fällen ist auch ein Befall an Sauer-

kirschen zu beobachten. Daher ist es bei Neupflanzungen ratsam, sich für Frühsorten, die seltener befallen werden, zu entscheiden. Zur Vorbeugung sollte man vorzeitig abfallende Früchte auflesen und die Bäume frühzeitig und restlos abernten. Eine weitere Maßnahme bei kleinkronigen Kirschbäumen ist, die Bäume mit einem feinmaschi-

gen Netz, zum Beispiel mit Maschenweite 0,8 mm x 0,8 mm, zu überziehen, um den Zuflug der Kirschfruchtfliegen einzudämmen. Auch eine zeitweilige Abdeckung des Bodens mit einer Folie, um den Schlupf aus den Puppen zu verhindern, kann den Befall mindern. Den sichersten Schutz vor einem Befall bietet jedoch der Anbau einer früh reifenden Süßkirschensorte.

 

(Quelle: Landwirtschaftskammer NRW )

 

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Kirschfruchtfliegenfalle Made der Kirschfruchtfliege