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Borkenkäfer bereitet große Probleme

Größte Borkenkäferkalamität in Nordrhein-Westfalen seit 1947


Horrorbild der Waldbesitzer - Buchdrucker-Vermehrung unter Fichtenrinde. Foto: Stefan Befeld, Wald und Holz NRW
Buchdrucker-Vermehrung unter Fichtenrinde. Foto: Stefan Befeld, Wald und Holz NRW

 

(4.11.2018) Der Trockensommer 2018 führte in den Fichtenbeständen in Nordrhein-Westfalen zur größten Borkenkäferkalamität seit 1947.


Trockenheit an Lande und zu Wasser
Trockenheit an Lande und zu Wasser – Die Fichten sind hier alle abgestorben und rot gefärbt, der Wasserstand im Möhnesee ist so tief gefallen, wie seit 1971 nicht mehr.
Foto: Stefan Befeld, Wald und Holz NRW

Die wichtigsten Fichten-Borkenkäfer Buchdrucker und Kupferstecher sind in ihrem Auftreten abhängig von den Außentemperaturen und dem Angebot an geschwächten Fichten. Beides gab es im Sommer 2018 leider reichlich. Die Temperaturen waren seit April dauerhaft auf Rekordwerten. In Verbindung damit hat das massive Niederschlagsdefizit die Fichten enorm geschwächt. Die Borkenkäfer konnten sogar eine dritte Generation entwickeln. So konnte ein einziger weiblicher Käfer seit April 2018 über 100.000 Nachkommen schaffen.
Buchdrucker und Kupferstecher hatten leichtes Spiel: normalerweise wehren sich Fichten mit Harz gegen die kleinen Eindringlinge, die darin kleben bleiben und sterben. 2018 waren die Fichten aber so gestresst, dass sie kein oder kaum Harz gebildet haben, ihr Abwehrmechanismus also quasi ausfiel.
Die Bekämpfungsmaßnahmen konzentrieren sich in solchen Zeiten auf frisch befallene Bäume. Das sind die, in die die Käfer gerade massenhaft Eier abgelegt haben. Diese Fichten sollten gefällt und abgefahren oder entrindet werden. So stoppt man die Entwicklung der Käfer-Eier und verhindert das Ausschwärmen einer noch größeren Anzahl an Käfern im nächsten Frühjahr hin zu neuen Bäumen. Das Einschlagen von gesunden Fichten, sollte zurzeit genauso zurückstehen wie der Einschlag bereits abgestorbener Bäume, aus denen die Käfer bereits ausgeflogen sind. Diese erkennt man leicht an der abgefallenen Rinde.
Das Borkenkäferproblem ist mit dem einsetzenden Herbst nicht gebannt. Im nächsten Jahr könnte es – je nach Witterungsverlauf – sogar noch schlimmer weitergehen.
(Wald und Holz NRW)


 

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