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Hitze und Starkregen abpuffern

Grünflächen erbringen Städten Nutzen in Millionenhöhe

 

Hitze und Starkregen abpuffern. Grünflächen erbringen Städten Nutzen in Millionenhöhe

Foto: A. Krebs auf Pixabay / Pixabay Lizenz.

 

(19.9.2019) Städtische Grünflächen sind nicht nur wichtig als Erholungsort für Menschen. Sie haben darüber hinaus viel zu bieten: Sie tragen zur Kühlung während Hitzewellen bei und puffern Überflutun-

gen bei Starkregen ab – damit helfen sie, die Folgen des Klimawandels in Städten zu lindern.

 

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) aus Berlin haben berechnet, welcher ökonomische Nutzen durch Klimaschutz, Starkregenrückhalt, Luftverbesserung und positive Gesundheitswirkungen durch mehr Grün in der Stadt zu erreichen wären. Fazit: Die Ökosystemleistun-

gen von Grünflächen für die Stadtgesellschaft sind Millionen wert – aber nicht immer wird auch nur annähernd so viel in Ausbau und Pflege investiert.

 

Den Wert von Ökosystemen in der Stadtplanung stärker berücksichtigen

 

„Stadtgrün steht vielerorts unter Druck, etwa seitens des Wohnungsbaus, der Verkehrsplanung oder der Wirt-

schaftsförderung. Dabei müssen sich die Städte klarmachen, welchen Wert die Ökosysteme ihnen erbringen. In Abwägungsprozessen in der Stadtplanung ist es dringend nötig, dass dies mehr beachtet wird“, sagte Projektlei-

terin Franziska Mohaupt vom IÖW anlässlich der Vorstellung der Studienergebnisse auf der Konferenz „Stadt-

grün ist Mehrwert“ am 12. September 2019 in Leipzig. Auf der Konferenz diskutieren Akteure aus ganz Deut-

schland, wie Stadtgrün gegenüber anderen Nutzungsinteressen verteidigt und weiter vorangebracht werden kann.

 

Repräsentative Befragung: Menschen wünschen sich grünere Städte

 

In dem Forschungsprojekt „Stadtgrün wertschätzen“ ist das Forschungsteam gemeinsam mit den vier Städten Augsburg, Karlsruhe, Leipzig und Nürnberg der Frage nachgegangen, wie das Opfern wertvoller Grünflächen – Kleingärten, Brachen oder anderer Freiflächen – in Prozessen der kommunalen Stadtplanung und bei Bauvorha-

ben gestoppt werden kann. Eine repräsentative Befragung des Projektes von über 2.500 Stadtbewohnern ergab, dass sich die Menschen genau dies von ihren Städten wünschen: Sie wollen mehr Grünflächen, mehr Straßenbäume, mehr Naturnähe. Das dreijährige Forschungsprojekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird, will vor allem aufzeigen, wie die Kommunalpolitik urbanes Grün erhalten kann und Grünflächenämter beim Grünflächenmanagement unterstützen.

Das Projekt stellt Verwaltungen in Kommunen Hilfsmittel für ihre praktische Arbeit zur Verfügung: einen Fragebo-

gen zur Dokumentation der Qualität von Grünflächen, eine Konzeptvorlage für die Erarbeitung einer kommuna-

len Strategie sowie einen Leitfaden, der Stadtverwaltungen Methoden aufzeigt, wie sie Bürgerinnen und Bürger an Planungsprozessen beteiligen können. In einer zweiten Projektphase soll in den nächsten Jahren ein Online-Berechnungstool bereitgestellt werden, mit dem der ökonomische Nutzen von Stadtgrün selbst ermittelt und so in die Stadtplanung einfließen kann.

 

Städte fordern verbindlichen Grünflächenfaktor

 

Die vier Partnerstädte des Forschungsprojektes halten es für erforderlich, verbindliche Vorgaben für den Flä-

chenumfang von Grün bei Neubauprojekten und in der quartiersbezogenen Freiraumversorgung zu verankern. So könnte ein Grünflächenfaktor zum verpflichtenden und selbstverständlichen Bestandteil eines Bebauungs-

plans werden, ähnlich wie die Geschossflächen- oder Grundflächenzahl. Damit ein Grünanteil in möglichst vielen Bauvorhaben gesichert werden kann, brauchen Kommunen darüber hinaus eine Freiflächengestaltungssatzung, wie etwa sie München hat. Nur mit möglichst verbindlichen Richtwerten wird sich das Stadtgrün in der Stadtent-

wicklung so entwickeln lassen, dass es langfristig zu einer hohen Lebensqualität beiträgt, schlussfolgern die Grünflächenexperten.
(Richard Harnisch)

 

Mehr Informationen:

Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)




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