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Stadtbäume in Zeiten des Klimawandels

Erfolgreiche 20. Kommunale Baumpflegetagung Rhein-Main

 

1. Platz: Rosskastanien-Allee von Eickelberg nach Eickhof im Frühnebel. Foto: Heidi Sprenger / BUND

Foto: Pixabay / Pixabay Lizenz

 

(5.11.2019) Die im Jahr 2000 etablierte Tagung des Arbeitskreises kommunale Baumpflege Rhein-Main fördert – seit 2014 mit maßgeblicher Unterstützung durch die Hochschule Geisenheim – die Vernetzung zwischen Wissenschaft und Praxis. Im Jubiläumsjahr drehte sich die Diskussion um das Thema Jungbäume.

 

Mit ihrer Filterfunktion und kühlenden Effekten verbessern Bäume das Kleinklima in Städten. In Zeiten des Klimawandels werden sie deshalb immer wichtiger. Die steigenden Temperaturen, gepaart mit der zunehmenden Verdichtung der Städte, stellen die Gehölze indes selbst vor große Herausforderungen. „Vielen Baumarten, die vor einigen Jahrzehnten noch als geeignete Stadtbäume galten, ist es heute im urbanen Raum schlicht zu heiß“, erläutert Prof. Dr. Alexander von Birgelen, Professor für Pflanzenverwendung an der Hochschule Geisenheim. Das wärmere Klima und Starkregenereignisse begünstigten daneben den Befall durch neue Schädlinge und Pilze.

 

Vor diesem Hintergrund widmete sich die 20. Kommunale Baumpflegetagung Rhein-Main an der Hochschule Geisenheim Ende September 2019 dem Thema Jungbäume. Im Fokus standen die zentralen Fragestellungen, die alle Kommunen bewegen: Welche Bäume sollen wir heute in unseren Städten pflanzen? Welche stadträumlichen Mindestbedingungen müssen wir ihnen bieten? Und wie können wir derzeitige Standorte verbessern, um den Bestand langfristig zu erhalten?

 

Im Rahmen der Jubiläumstagung gaben die Referenten einen Einblick in die Baumschulproduktion und in die Gehölzabnahme, berichteten über den Einbau von Baumsubstraten und führten fachgerechten Pflanzschnitt vor. Daneben diskutierten die rund 90 Teilnehmenden auch die Anwendung von fachlichen Normen wie den neuen Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen und Richtlinien für Baumpflege (ZTV). Wie der städtische Baumbestand erfolgreich erweitert werden kann, zeigten Vertreter des Projekts 500 Bäume für Rodgau.

„Regionale Vernetzung hat in diesem Kontext – und mehr denn je – einen besonders hohen Stellenwert“, so Dipl. Ing. Matthias Zorn, Initiator des Arbeitskreises kommunale Baumpflege Rhein-Main und Alumnus der Hochschule Geisenheim. Die Rhein-Main-Region zeichne sich durch ein weitgehend einheitliches Klima aus und ist nach dem Oberrheingraben die wärmste Klimaregion in Deutschland.

„Alle Kommunen in der Region haben also mit den gleichen Problemen der Klimawandelfolgen zu kämpfen. Der rasante Wandel verlangt, dass wir wissenschaftliche Erkenntnisse unmittelbar für die Praxis nutzbar machen und Lösungsansätze gemeinsam diskutieren, um sinnvolle Maßnahmen so schnell wie möglich einzuleiten“, ergänzt Dipl.-Ing. Sylvio Jäckel Fachbereichsleiter Grünplanung und Baummanagement im Dienstleistungsbetrieb Dreieich und Neu-Isenburg AöR.

 

Dass Bedarf an einer entsprechenden Diskussions- und Netzwerkplattform besteht, zeigt auch die Entstehungs-

geschichte der jährlichen Tagung. 1999 initiierte Zorn den Arbeitskreis kommunale Baumpflege Rhein-Main, dessen Teilnehmerzahlen kontinuierlich stiegen. Die Hochschule Geisenheim „als Kooperationspartner, der fachliches Know-how besitzt, über entsprechendes Organisationsvermögen und passende Räumlichkeiten verfügt“ holte der Arbeitskreis um Zorn vor fünf Jahren ins Boot; die Organisation der Tagung mit begleitender Ausstellung wird seitdem maßgeblich durch das Geisenheimer Institut für Weiterbildung unterstützt.

 

Mit einer Mischung aus wissenschaftlichen und fachpraktischen Vorträgen zu regionalen Herausforderungen ist die Tagung heute – neben dem Rhein-Main-Baumforum in Kriftel – eine der beiden zentralen Austauschplattfor-

men zum Komplex „Bäume im urbanen Bereich“ in der Metropolregion Rhein-Main.
(Alina-Louise Kramer)


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Hochschule Geisenheim University




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